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„Wölfe wie jedes andere Wild jagen!“

Eine Wildkamera hat den Wolf dabei fotografiert, wie er sich über das Schaf hermacht

Zwischenfall im Naturschutzgebiet: Zwei Schafe innerhalb von 48 Stunden gerissen.

(mum). „Meine Einstellung zum Wolf hat sich grundlegend geändert“, sagt Gabriele Lebermann. Innerhalb von zwei Tagen hat ein Wolf zwei ihrer Schafe gerissen. Eine Wildkamera dokumentiert den Biss. Dass sich die Wildtiere im Naturschutzgebiet aufhalten, störte die Hanstedterin bislang nicht. „Allerdings kommen die Wölfe immer näher an bewohnte Ortschaften heran“, so Lebermann. „Sie haben keine natürlichen Feinde und ihre Population vermehrt sich jedes Jahr um 30 Prozent. Ich finde, dass Wölfe genauso unter Jagdrecht gestellt werden müssen wie jedes andere Wild.“
Der Sinneswandel von Gabriele Lebermann ist mit dem Wolfsübergriff begründet. Gemeinsam mit ihrem Mann Karsten unterhält sie Fischteiche im Landschaftsschutzgebiet zwischen Undeloh und Döhle.
Sie halten dort Schafe, wie bereits ihr Vater seit 35 Jahren. Inzwischen sind es nur noch eine Handvoll Tiere. Alle zwei Tage sehe jemand nach den Tieren. Ostermontag habe Karsten Lebermann den ersten Kadaver entdeckt und den Landkreis sowie den Verein Naturschutzpark (VNP) unterrichtet. Der VNP bewirtschaftet in direkter Nachbarschaft Flächen, auf denen sich Rinder und Pferde befinden.
Als das Ehepaar mit einem Experten die Stelle einen Tag später begutachten will, finden sie das zweite gerissene Schaf. „Wir haben diverse Wolfsfährten entdeckt. Zudem war der Genickbiss deutlich zu erkennen“, sagt Gabriele Lebermann. Sie entschieden sich, das Tier zurückzulassen und eine Kamera aufzustellen.
Gabriele Lebermann aus Hanstedt verlor vergangene Woche zwei ihrer Schafe durch eine Wolf-Attacke. Nachdem sie gemeinsam mit einem Experten den Kadaver begutachtet hatte, entschieden sie, das Tier zurückzulassen und eine Wildkamera aufzustellen. Tatsächlich machte sich der Wolf schon am Abend über den Kadaver her. „Mich erschreckt, dass der Wolf innerhalb von zwei Tagen fast 30 Kilo Fleisch gefressen hat.“
Vom Hörensagen weiß Gabriele Lebermann, dass es viele Landwirte gibt, deren Tiere von Wölfen gerissen wurden. „Doch an die Öffentlichkeit wendet sich niemand.“ Vielleicht aus Furcht vor schärferen Versicherungsauflagen? Zudem hätten immer mehr Menschen ein mulmiges Gefühl beim Wandern. „Mein Bruder hört in Undeloh jede Nacht das Wolfsgeheul“, sagt Lebermann. „Ich selbst gehe dort mit meinem Hund spazieren. Nun aber mit einem flauen Gefühl.“

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