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Abschied mit einer Träne

Immer für einen Spaß zu haben: Bei der Einweihung einer neuen Buslinie kassiert Bürgermeister Hans-Peter Brink die stellvertretende Landrätin Anette Randt als ersten Fahrgast ab
 
Seit sieben Jahren Bürgermeister in Bendestorf: Hans-Peter Brink
Bendestorfs Bürgermeister Hans-Peter Brink (74) gibt sein Amt aus gesundheitlichen Gründen ab.

mum. Bendestorf. „Ich bin doch nur ein kleiner Bürgermeister in einem kleinen Dorf!“ - Hans-Peter Brink (74), Bürgermeister der Gemeinde Bendestorf, sagt diesen Satz gern mit einem Lächeln. Brink gehört nicht zu der Sorte Mensch, die im Vordergrund stehen muss. Wichtig sind ihm die Belange des Dorfes, in dem er aufgewachsen ist. Eigentlich wollte Brink am 1. August dieses Jahres zwei besondere Anlässe feiern - seinen 75. Geburtstag und sein 35-jähriges Engagement in der Kommunalpolitik. Ein sehr deutlicher Hinweis seines Arztes führt jedoch dazu, dass der beliebte Bürgermeister jetzt schon von der politischen Bildfläche abtritt und auch das Amt des Bürgermeisters, das er sieben Jahre voller Hingabe ausfüllte, aufgibt. „Aus gesundheitlichen Gründen muss ich mich aus der Politik zurückziehen“, sagt Brink. Seine feuchten Augen machen deutlich, wie schwer ihm diese Entscheidung gefallen ist und wie viel ihn die Kommunalpolitik bedeutet. „Ich möchte noch viel Zeit mit meiner Familie verbringen“, sagt Brink. „Außerdem möchte ich nicht während einer Ratssitzung zusammenklappen.“
Brink war das Wohl seiner Gemeinde immer wichtig. Vor seinem politischen Engagement brachte er unter anderem eine kleine Zeitung für Bendestorf heraus. Zudem gelang es ihm als Vorsitzender, die beiden Bendestorfer Sportvereine wieder zu vereinen. Brink kam in den späten 1960er Jahren zur Politik. „Willy Brandt gab den Anstoß“, erinnert sich der Bürgermeister. Ein handfester Skandal in Bendestorf sorgte dann für den Einstieg in die Kommunalpolitik. „Ein Unternehmer hatte den Gemeinderat unter Druck gesetzt, um eine Firmenansiedlung durchzusetzen. Nur der damalige Bürgermeister stellte sich gegen ihn und wurde schließlich vom Rat abgesetzt.“ Brink trat in die SPD ein und besuchte die Gemeinderatssitzungen. 1970 wurde er erstmals in den Rat gewählt, den er bis 1984 angehörte. Krankheitsbedingt musste er damals kürzer treten. 1994 gründete er gemeinsam mit anderen politisch Interessierten die Bendestorfer Wählergemeinschaft (BWG). Mit ihr zog er erneut in den Gemeinderat ein. 
Brinks Steckenpferd sind die Finanzen. 30 Jahre war er Vorsitzender des Finanzausschusses. Dass Bendestorf nach wie vor schuldenfrei ist, dürfte zu seinen Verdiensten zählen. „Ich bin davon überzeugt, dass sich Gemeinden nur das leisten sollten, was sie auch finanzieren können“, so Brink. Aus diesem Grund habe er sich gegen die große Lösung für das Filmmuseum ausgesprochen. Das warfen ihm Kritiker als Halsstarrigkeit vor. „Ich bin mir sicher, dass uns diese Investition überfordert hätte“, so Brink.
Der Bürgermeister ist froh, einige der großen Projekte seiner Gemeinde abgeschlossen, beziehungsweise angeschoben zu haben. Der Bauhof wird an einen neuen Standort am Ortsrand ziehen und damit Platz machen für die dringend notwendige Erweiterung der Feuerwehr. Dank Brinks Engagement gibt es wieder Hoffnung für das von Margot Sobottka geplante Porzellanmuseum - in Bendestorf, nicht in Jesteburg. Ein Meilenstein ist die Entwicklung des ehemaligen Filmstudio-Areals. 15 Jahre dauerte es, bis der Bebauungsplan endlich genehmigt war. Demnächst entstehen dort 30 Wohneinheiten.    
Auch nach seinem Ausstieg aus der Politik dürfte es Hans-Peter Brink nicht langweilig werden. Obwohl inzwischen die Söhne Arne, Steffen und Malte in das Familien-Unternehmen (34 Mitarbeiter) eingestiegen sind, wird der Rat des Vaters immer noch gebraucht. Die Zieler & Co. GmbH ist  seit 1907 spezialisiert auf den Im- und Export von Trockenfrüchten und Nüssen aus aller Welt. 1969 begann Brink dort als Bilanzbuchhalter; seit 1989 ist er Eigentümer. Gerade investiert das Unternehmen in einen neuen Firmensitz, der sich nur wenige hundert Meter vom bestehenden Standort in Hamburg befindet. An vier Tagen in der Woche fährt Brink in den Betrieb. „Der Freitag gehört der Familie“, sagt er. Insgesamt fünf Enkelkinder fordern die Aufmerksamkeit ihres Großvaters. „Ich bin froh, dass meine ganze Familie in Bendestorf wohnt“, so Brink.
Die neue Freizeit möchte Hans-Peter Brink nutzen, seinen Hobbys intensiver nachzugehen. Unter anderem besitzt die Familie in Südschweden ein kleines Haus am See. „Ich freue mich darauf, dort Zeit mit meiner Frau Eva verbringen zu können.“ Ihr sei er sehr dankbar für die große Unterstützung in den vergangenen Jahren.

Beiersdorf soll auf Brink folgen

(mum). Hans-Peter Brink tritt offiziell während der Ratssitzung am Dienstag, 27. Februar, zurück. Sie beginnt um 19 Uhr im „Makens Hus“ (Poststraße 4). Während eines Treffens von Fraktion und Mitgliedern der Bendestorfer Wählergemeinschaft (BWG) Anfang dieser Woche verständigte man sich darauf, dass Bernd Beiersdorf (70) die Nachfolge von Brink antreten soll. Der pensioniere Airbus-Manager ist schon jetzt stellvertretender Bürgermeister. Beiersdorf ist BWG-Gründungsmitglied und sitzt seit 2009 im Gemeinderat. Neuer stellvertretender Bürgermeister soll Burkhard Schonlau werden. Brink bleibt vorerst Mitglied im Samtgemeinderat und dort stellvertretender Ratsvorsitzender.