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Abtauchen im Metaphern-Sumpf - Karl-Heinz Glaeser pariert Kritik von Hansjörg Siede und fordert „UWG Jes!“ zu mehr Sachlichkeit auf

So viel Spaß muss sein: Fürs WOCHENBLATT-Interview taucht Karl-Heinz Glaeser im „Börnmuda-Dreieck“ ab (Foto: Karl-Heinz Glaeser)
mum. Jesteburg. In Jesteburg hat der Wahlkampf für die Kommunalwahl im kommenden Herbst schon jetzt begonnen. Und er verspricht unterhaltsam zu werden. Nachdem Hansjörg Siede, der Vorsitzende der „Unabhängige Wählergemeinschaft Jesteburg“, kurz „UWG Jes!“, behauptet hat, dass „in Jesteburg offenbar ein ‚Börnmuda-Dreieck‘ bestehend aus Hans-Jürgen Börner (SPD), Karl-Heinz Glaeser (Grüne) und den Granden der CDU existiert, in dem gute Planungen, interessante Ideen und kritische Gedanken verschwinden“ (das WOCHENBLATT berichtete), lässt Glaeser nicht lange mit einer Antwort auf sich warten. Im WOCHENBLATT-Interview pariert Glaeser Siedes Kritik.

WOCHENBLATT: Herr Glaeser, Sie repräsentieren für Hansjörg Siede den grünen Winkel des „Börnmuda-Dreiecks“.
Karl-Heinz Glaeser: Also dann - Taucherbrille auf, Schnorchel rein und eingetaucht in den dunkel-siedenden Metaphern-Sumpf. Nichts entdeckt, keine aufgesogenen und verschwundenen „guten Planungen, interessante Ideen und kritische Gedanken“. Ich hätte ja gern aus den Tiefen des „Börnmuda-Dreiecks“ Konkretes hervorgeholt. Stattdessen umweht mich auf der Oberfläche heiß siedende Rhetorikluft, mit all ihren verbrauchten Tricks: Unterstellungen, Diffamierungen, unbelegte Behauptungen.

WOCHENBLATT: Immerhin ist „Börnmuda-Dreieck“ ein hübsches Sprachbild, das Hansjörg Siedes Wahrnehmung von der Jesteburger Politik prägt.
Glaeser: Ja, hübsch - aber banal. Die Wahrnehmung von Herrn Siede, dass ein einfaches Ratsmitglied soviel Wirbel erzeugen kann, um alle Ratsmitglieder und alle guten kreativen Ideen im schwarzen Loch zu versenken, zeugt doch von einer eher „FIFAresken“ Vorstellung vom Jesteburger Politikgeschehen.

WOCHENBLATT: Es ist doch das Recht von Herrn Siede, auf Miss-Stände hinzuweisen.
Glaeser: Genau. Wo aber sind diese Miss-Stände? Schlendern Sie doch mal durch Jesteburg und entdecken Sie die neuen Projekte der letzten Jahre. Fragen Sie mal Jesteburger „Neubürger“, weshalb sie nach Jesteburg gezogen sind!

WOCHENBLATT: Also alles eine wunderbare „heile Welt in diesem Dorf“?
Glaeser: Nein! Das WOCHENBLATT weiß, dass der Jesteburger „Grüne Winkel“ manche Projekte äußerst kritisch begleitet, andere dagegen geradezu angetrieben hat. Trotz permanenter Streitgespräche und Diskussionen sind wir Ratsmitglieder alle stolz, gemeinsam vieles erfolgreich auf den Weg gebracht zu haben.

WOCHENBLATT: Wird es diesmal ein besonders schmutziger Wahlkampf?
Glaeser: Nein, wir Grünen wollen einen profiliert argumentativen Wahlkampf! Keinen profilneurotischen Wahlkrampf, in dem der politische Gegner abgewertet wird, um die eigene Position dadurch aufzuwerten. Diese Bilder verstärken doch die Politikverdrossenheit. Wir brauchen jeden! Denn die wachsenden Herausforderungen der nächsten Jahre müssen alle Jesteburger miteinander bestehen. Und dafür muss Politik vorbildlich vorausschauend handeln und besonders im Wahlkampf in eine ernsthafte, inhaltliche Debatte eintauchen. Das gilt auch für neue politische Mitbewerber!

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