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Auf Shopping-Tour

Der Jesteburger Gemeinderat stimmte am Mittwochabend in der Schützenhalle für den Kauf von drei Grundstücken

Jesteburg kauft für 2,4 Millionen Euro drei Grundstücke / Nur UWG Jes! stimmt dagegen.



mum. Jesteburg. Gleich für drei Grundstückskäufe gab der Jesteburger Gemeinderat am Mittwochabend grünes Licht. Für 90 Euro pro Quadratmeter sicherte sich die Gemeinde zwei Flächen von Hermann Kröger. Das Areal, auf dem sich derzeit noch der Reitverein Nordheide befindet, misst 20.100 Quadratmeter. Dafür zahlt Jesteburg 1,8 Millionen Euro. „Ein gutes Geschäft“, sagt Gemeindedirektor Hans-Heinrich Höper. Die Zinsen seien günstig. „Aber wir dürfen uns für die Entwicklung nicht zehn Jahre Zeit lassen.“ Höper könnte sich vorstellen, dass das Areal gemeinsam mit einem Investor erschlossen wird. Ein Konzept liegt noch nicht vor. Am wahrscheinlichsten dürften aber eine Wohnbebauung sowie Erweiterungsfläche für die Grund- und Oberschule sein.
Tatsächlich scheint den Jesteburgern ein gutes Geschäft gelungen zu sein. Wie das WOCHENBLATT erfahren hat, soll Investor Steffen Lücking bereit gewesen sein, einen deutlich höheren Preis für die Fläche zu zahlen. Die Rede ist von 2,5 Millionen Euro. „Hermann Kröger hat sich dennoch für den Verkauf an die Gemeinde entschlossen“, so Höper. Auch das Areal des Bauhofes (4.400 Quadratmeter) kaufte Jesteburg für 400.000 Euro von Kröger. „Fakt ist, dass eine Erschließung des Reitverein-Areals nur über die Zufahrt des Bauhofes möglich ist“, so Höper. Aus diesem Grund sei es sinnvoll gewesen, beide Grundstücke zu kaufen. Die Verträge sind sogar schon unterschrieben. Sie wurden jedoch erst durch das Votum des Gemeinderats gültig.
Außerdem machte der Gemeinderat den Weg frei für den Kauf eines Grundstücks mitten im Ort gegenüber dem Hotel Niedersachsen. Für die 639 Quadratmeter große Fläche zahlt Jesteburg 170.000 Euro an eine in Hamburg lebende Frau. Die Kaufsumme soll zu zwei Dritteln über die Städtebauförderung gedeckt werden. Bislang wird die Fläche als Parkplatz genutzt. „Eine Nutzungsänderung ist sehr schwer zu realisieren“, so Höper. SPD, CDU und Grüne stimmten jeweils für die Deals. Die UWG Jes!-Ratsherren votierten dagegen. Das wirtschaftliche Risiko sei zu groß.   
Der Ankauf von Grundstücken sorgt immer wieder für Debatten, dies gilt auch für viele in den vergangenen Jahren getätigte Investitionen: „Das ist eine gute Geldanlage“, hieß es beispielsweise von den Politikern beim Kauf des Clement-Areals mitten im Ort. 1,1 Millionen Euro hatte Jesteburg im Oktober 2012 für den Kauf des 5.400 Quadratmeter großen Grundstücks ausgegeben, das zuvor lange Zeit als unverkäuflich galt. 2.100 Quadratmeter davon, bebaut mit einem denkmalgeschützten Haus, gingen für nur 130.000 Euro an Hossein Salehmanesh. Das neue „Försters Hus“ ist zwar wunderschön geworden, sehenswert sind auch die Außenanlagen. Doch einen Gastronomen suchte der Jesteburger Unternehmer lange vergebens. Angeblich soll demnächst ein Italiener dort eröffnen. Für die Restfläche zahlte der Jesteburger Architekt Axel Brauer weitere 620.000 Euro ein. Derzeit entsteht dort ein Gesundheitszentrum.
Und dann ist da noch das ehemalige Festhallen-Areal: Ursprünglich sollte Famila 3,35 Millionen Euro zahlen. Doch da das Oberverwaltungsgericht den Bebauungsplan unter anderem aufgrund der Größe der Verkaufsfläche kassierte (wir berichteten mehrfach), versuchen Gemeinde und Famila es derzeit mit einer kleineren Variante. Statt 3.220 Quadratmeter sollen es 2.420 Quadratmetern werden. Dafür zahlt das Unternehmen auch nur noch 90 Prozent der eigentlich vereinbarten Kaufsumme. Allerdings entschädigte die Gemeinde den Jesteburger Schützenverein für die Nutzungsrechte an dem Grundstück sowie für die Festhalle mit 1,525 Millionen Euro.