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Bernd Jost: „Das Geld nehme ich nicht“

Bernd Jost (CDU)

Hans-Jürgen Börner möchte Bernd Jost 4.000 Euro spendieren - aber, der will das Geld nicht.

mum. Jesteburg. Bekommt Bernd Jost (CDU) für die Organisation der Kunst- und Kulturwoche eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 4.000 Euro? Hans-Jürgen Börner (SPD) hat zumindest einen entsprechenden Antrag gestellt, der am Mittwoch, 30. Oktober, im Wirtschafts- und Kultur-Ausschuss diskutiert werden soll (19 Uhr, Altes Rathaus). Werden da etwa großzügige Geschenke unter Politikern verteilt?
Die erste Kunst- und Kulturwoche im August war ein Erfolg. Da ist man sich in Jesteburg einig. Maßgeblichen Anteil am Gelingen des Events hatte Bernd Jost (CDU). Der Inhaber eines Musikverlags, der auch Tontechnik-Equipment vermietet, hatte die zehntägige Veranstaltung organisiert - ehrenamtlich. Jost hatte sich damals als Mitglied des zuständigen Wirtschafts- und Kultur-Ausschusses selbst angeboten, den Job zu übernehmen. Schon Anfang des Jahres wollte Börner seinem Spezi Jost 1.000 Euro „spendieren“. Das lehnte Jost ab. „Eine Bezahlung kommt für mich nicht in Frage“, so Jost damals. „Ich bin Ratsmitglied, da gehört sich so etwas nicht.“
Ganz abgesehen von den moralischen Bedenken; die Jesteburger Gemeindeordnung sieht eine solche Zahlung nicht vor. Allerdings: „Da die Organisation der Kunst- und Kulturwoche eine Dienstleistung darstellt, können die Kosten für diese Dienstleistung der Gemeinde in Rechnung gestellt werden“, heißt es in der Ratsunterlage.
„Mein Standpunkt hat sich nicht geändert“, so Jost auf WOCHENBLATT-Nachfrage. „Ich würde das Geld nicht annehmen.“ Er versteht den Antrag als Vorgriff auf die Zukunft. „Die Organisation der Kunst- und Kulturwoche hat viel Zeit beansprucht. Sollte dies künftig extern vergeben werden, sollte über eine Bezahlung nachgedacht werden.“ Jost räumt ein, dass er von Börners Antrag wusste. „Allerdings nicht, dass ich 4.000 Euro bekommen soll.“
Das ist übrigens nicht der einzige Antrag, der am kommenden Mittwoch für Gesprächsstoff sorgen dürfte. Der Verein „Kunstwoche Jesteburg“ bittet um insgesamt 14.500 Euro. Allein 11.000 Euro für das kommende Jahr. Damit soll ein Teil des laut eigenen Angaben 51.860 Euro umfassenden Jahresbudgets gedeckt werden. Darin enthalten: 4.800 Euro für Pressearbeit und ein Kuratorengehalt in Höhe von 7.200 Euro.
Und auch der Kulturverein „Jesteburger Podium“ möchte einen Stück vom Kuchen haben. Vorsitzende Karin Neudert hätte gern 8.500 Euro, „um die Qualität der bisherigen Arbeit noch zu erhöhen“, heißt es im Antrag.

Kommentar

Gefälligkeit unter Freunden?
Bernd Jost hat einen klasse Job gemacht. Ihm ist es gelungen, eine Kunst- und Kulturwoche zu organisieren, die Jesteburg gut zu Gesicht steht. Kaum vorstellbar, wie viele graue Haaren ihm gewachsen sind, beim Versuch, es allen Kunst- und Kulturschaffenden Recht zu machen.
Aber: Jost sitzt auch im Gemeinderat und ist zudem Mitglied des Kultur-Ausschusses. Dem Gremium, das über die Aufwandsentschädigung und zuvor sogar über das Budget der Kulturwoche entscheidet. Würde er das Geld annehmen, hätte dies einen sehr unangenehmen Beigeschmack.
Allerdings stellt sich auch die Frage, warum Hans-Jürgen Börner (SPD) den CDU-Mann Jost auf diese Weise in Versuchung führen möchte.
Sascha Mummenhoff