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Bernd Jost: Jesteburg zahlt 5.000 Euro für einen Ratsherr

Bernd Jost überreichte kürzlich Hans-Jürgen Börner die „Jesteburger Geldschleuder“ - ein Bild mit Symbol-Charakter?

Jesteburg spendiert Ratsherr Bernd Jost ein 5.000-Euro-Honorar für die Organisation der Kunst- und Kulturwoche. Eine Ausschreibung gab es nicht.

mum. Jesteburg. Das ist ein heißes Eisen! Am heutigen Mittwoch, 2. April, entscheidet der Jesteburger Gemeinderat darüber, ob Ratsherr Bernd Jost (CDU) für die Organisation der Kunst- und Kulturwoche im kommenden Jahr ein Honorar in Höhe von 5.000 Euro erhält. Pikant: Jost selbst ist Mitglied des Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur (WTK) und hat den Gesamtetat der Veranstaltungswoche in Höhe mit 20.000 Euro mit auf den Weg gebracht.
Ganz neu ist die Diskussion nicht. Bereits im vorigen Jahr wollte WTK-Vorsitzender Hans-Jürgen Börner (SPD) Jost im Nachgang für seine Arbeit belohnen. Bernd Jost hatte maßgeblichen Anteil am Gelingen des Events. Der Inhaber eines Musikverlags hatte sich damals als Mitglied des zuständigen Ausschusses selbst angeboten, den Job zu übernehmen. Dafür sollte er nachträglich 4.000 Euro bekommen. Doch soweit kam es nicht, denn nachdem das WOCHENBLATT darüber berichtetet hatte, verzichtete Jost. „Eine Bezahlung kommt für mich nicht in Frage“, so Jost damals. „Ich bin Ratsmitglied, da gehört sich so etwas nicht.“
Diese Meinung hat Jost inzwischen nicht mehr. „Ich finde, diese Summe ist angemessen“, sagt der Christdemokrat. „Das Fest zu organisieren bedeutet sehr viel Arbeit.“ Jost klärt zudem auf: „Auf die 5.000 Euro muss ich Steuern zahlen. Also ist die Summe insgesamt gar nicht so hoch.“
Kritiker sehen das anders: Offensichtlich wurden andere Kulturschaffende im Vorfeld gar nicht gefragt, ob sie die Kunst- und Kulturwoche zu diesem oder vielleicht sogar einem geringeren Honorar organisiert hätten. „Eine öffentliche Ausschreibung war nicht vorgeschrieben“, so Gemeinde-Direktor Hans-Heinrich Höper. Außerdem: Es habe niemanden gegeben, der sich für diesen Job ernsthaft interessiert hat. Das wiederum wirft ein schwaches Licht auf Jesteburg. Offensichtlich glauben die Politiker in dem kleinen Heidedorf nicht mehr daran, dass es möglich ist, große Feste ehrenamtlich zu organisieren.
Ein Blick ins benachbarte Stelle zeigt, dass es auch anders geht. Dort organisiert der Verein „Kunstwerk Stelle“ alle zwei Jahre das „KunstDorf“. Mehr als 70 Künstler präsentieren sich und ihre Arbeiten überall in Ort. Dazu gibt es noch Musik und Lesungen. Die Gemeinde beteiligt sich mit nur 1.200 Euro an dem Event. Das Erfolgs-Geheimnis: Die 60 Mitglieder des Kunstvereins sind Teil des Dorfes geblieben. Das „Wir“-Gefühl ist greifbar. Hier ist Platz für alle Facetten der Kunst. So macht Kunst Spaß - und dürfte sogar noch etwas mehr kosten. Ein Vorbild für Jesteburg?
Bernd Jost selbst wird heute Abend nicht über sein 5.000-Euro-Honorar abstimmen. Er ist im Urlaub.
Übrigens: Die ganze politische Diskussion um die Höhe des Honorars fand hinter verschlossenen Türen statt.

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