Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

„Das ist alles einfach genial!“

Die Abbildung zeigt, was auf der Fläche nahe des Sandbargs entstehen soll. Unter anderem mehr als 100 Wohneinheiten unterschiedlicher Bauart, ein Verbrauchermarkt und ein Kompetenzzentrum (Foto: Atrium Architekten)
 
Die Animation soll verdeutlichen wie zentral das geplante Sandbarg-Center im Ort liegt. Auf der anderen Seite wird auch deutlich wie weit andere Versorger außerhalb des Zentrums sind (Foto: Atrium Architekten)

Architekt und Investor stellen Konzept für Sandbarg-Quartier vor / Diskussion soll in den Fraktionen fortgesetzt werden.

mum. Jesteburg. Das kommt in Jesteburg nicht sehr häufig vor! Am Ende ihrer Präsentation gab es für Architekt Ulrich Salvers (Artrium Architekten) und Projektmanager Jörg Ruschmeyer (May & Co. Wohn- und Gewerbebauten) Applaus von den etwa 70 Bürgern, die der Sitzung des Jesteburger Bauausschusses am Mittwochabend beiwohnten. Die beiden Männer hatten knapp 60 Minuten ihr Konzept „Ortskernerweiterung Jesteburg - Wohnen, Arbeiten, Einkaufen ‚Am Osterberg‘“ vorgestellt und auf ganzer Linie überzeugt. Hinter dem sperrigen Arbeitstitel verbirgt sich eine Vision, die den kleinen Ort nach vorn katapultieren dürfte. „Da ist alles drin, was wir in Jesteburg brauchen“, war Cornelia Ziegert (SPD) begeistert. „Einfach genial, ich kann es kaum glauben“, so Tim Pansegrau (UWG Jes!). Und auch Ausschuss-Vorsitzende Britta Witte (CDU) war angetan. „Der Standort hat etwas.“
Wie berichtet, planen Salvers und Ruschmeyer den ganz großen Wurf für Jesteburg. Die beiden Männer möchten im Bereich zwischen der Bahnstrecke im Norden, der Straße „Sandbarg“ im Westen, der Straße „Am Osterberg“ und der Straße „Am Trunhoop“ im Osten mit Anbindung an die Landesstraße ein Nahversorgungszentrum, Wohnbebauung, ein Kompetenzzentrum und Erschließungsstraßen errichten. Konkret geht es um mehr als 100 Wohneinheiten und Gewerbe auf fast 10.000 Quadratmetern.
Besonders im Fokus steht dabei die sogenannte Kernentlastungstraße. Die Idee ist bereits gut zehn Jahre alt. Ein Kreisel an der Harburger Straße (vor der Eisenbahn) soll den Verkehr über das Grundstück des Jesteburger Hofs entlang der Bahntrasse über den Sandbarg hinweg in das Gewerbegebiet Allerbeeksring führen.
„Diese Option entlastet den Ort spürbar“, so Ruschmeyer. „Wer zu unseren neuen Gewerbeflächen wie etwa dem Verbrauchermarkt möchte, muss nicht mehr durch den Ort.“ Der Projektentwickler warnte vor den Konsequenzen eines Supermarktes auf dem ehemaligen Festhallen-Grundstück. „Kunden aus Bendestorf und Harmstorf werden dafür sorgen, dass der Verkehr im Ort deutlich zunehmen wird.“
Die beiden Männer versicherten glaubhaft, dass sämtliche raumplanerischen Aspekte berücksichtigt sind. „Es gibt keine juristischen Bedenken“, so
Ruschmeyer.
Auch mit allen Grundstückseigentümern seien Gespräche geführt worden. So habe auch die Eigentümer-Familie des Jesteburger Hofs ihre Bereitschaft erklärt, das Hotel verkaufen zu wollen.
„Wir streben ein mit der Gemeinde abgestimmtes und städtebaulich nachhaltiges Gesamtkonzept an“, so Salvers. Die Bauausschuss-Mitglieder wollen das Thema in ihren Fraktionen diskutieren.

Auf ein Wort

Ein Kompromiss ist die Lösung
„Dieses Konzept ist ein echter Knaller. Es beinhaltet alles, was wir in Jesteburg brauchen“, schwärmt Cornelia Ziegert (SPD) von dem Sandbarg-Konzept. Tatsächlich lösen Salvers und Ruschmeyer nahezu alle Jesteburger Probleme: Wohnraum, einen Verbrauchermarkt, neue Gewerbeflächen - und das ist entscheidend - eine echte Lösung für den Verkehr. Selbst beim Festhallen-Grundstück wollen die Investoren Jesteburg nicht im Regen stehen lassen. „Wir finden eine Lösung“, so Ruschmeyer, der an die Politik appelliert: „Bitte bewerten Sie unser Konzept ergebnisoffen.“
Doch genau darin besteht die Jesteburger Zwangslage. In Nibelungentreue haben SPD, CDU und Grüne bislang zu Famila gehalten. Selbst das Oberverwaltungsgericht konnte die Vertragspartner nicht entzweien. Auf der anderen Seite investierte Famila viel Geld und Zeit in den Standort. Doch darf die Gemeinde jetzt diese moralische Abhängigkeit als Argument nutzen, das Sandbarg-Konzept abzulehnen? Vielleicht ist ein Kompromiss die Lösung. Famila könnte in die vorgesehene Verbrauchermarkt-Fläche am Sandbarg ziehen. Davon würden alle Seiten profitieren.
Sascha Mummenhoff

Lesen Sie auch
Mega-Projekt am Sandbarg
Wer sagt die Wahrheit?