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Das ist der große Wurf für Bendestorf! Rat macht Weg frei für 30 Wohnungen auf Ex-Filmstudio Areal

Kehrt der CDU-Fraktion den Rücken: Dr. Burkhardt Pauluhn
 
Heide Nemitz und Frank Spinder agierten stets gegen den Areal-Ausbau
mum. Bendestorf. Die Anspannung war deutlich zu spüren! In den vergangenen Jahren hat es wohl kaum eine wichtigere Gemeindesratssitzung in Bendestorf (Samtgemeinde Jesteburg) gegeben, wie die am Dienstag. Bürgermeister Hans-Peter Brink (BWG) wollte endlich den Weg frei machen für den Bebauungsplan auf dem ehemaligen Filmstudio-Areal. Seit mehr als zehn Jahren diskutiert der Rat über dieses Thema. Jetzt gab es endlich „grünes Licht“. Das quittierten nicht nur die zahlreichen Zuhörer mit lautem Applaus, sondern auch Friedrich W. Lohmann. Der Projektentwickler möchte auf dem Areal 30 Wohneinheiten (darunter fünf Reihenhäuser) bauen. „Ich bin sehr froh, dass es jetzt endlich weitergeht.
Der Abriss der alten Studio-Gebäude werde aber noch nicht sofort starten. Laut Brink werde der B-Plan jetzt zweimal ausgelegt werden müssen, dann folgt der Satzungsbeschluss. „Ich hoffe, dass die Arbeiten im Mai kommenden Jahres beginnen.“
Nicht alle Bendestorfer werden von dieser Entwicklung begeistert sein. Wie das WOCHENBLATT bereits mehrfach berichtet hat, benötigt die Gemeinde zur Erschließung des neuen Wohngebiets eine Fläche von etwa 38 Quadratmetern. Diese befindet sich im Besitz einer Eigentümergemeinschaft (ihnen gehört der Wohnkomplex am Harmstorfer Weg). Doch laut Brink und Lohmann seien bislang sämtliche Verhandlungen ins Leere gelaufen. Zuletzt hieß es, dass Lohmann bereit gewesen sein soll, etwa 1.000 Euro pro Quadratmeter zu zahlen (36.000 Euro). Die Gemeinschaft hätte jedoch 200.000 Euro gefordert. Üblich sei - so Experten - ein Quadratmeterpreis zwischen 40 und 150 Euro. „Vor dem Hintergrund, dass diese Fläche in den vergangenen 60 Jahren bereits als Straße zum Studio genutzt worden war, sind diese Forderungen absurd“, so Brink.
Da die Verhandlungen festgefahren sind, greift Bendestorf jetzt zum letzten Mittel - eine Baulandumlegung (Enteignung). Die Eigentümergemeinschaft erhält im Tausch ein direkt angrenzendes 89 Quadratmeter großes Grundstück, auf dem drei Parkplätze eingerichtet werden. Laut B-Plan hätte die Gemeinschaft schon längst Parkplätze auf ihrem Grund schaffen müssen. „Trotz dieser Entwicklung hoffe ich weiterhin, dass wir eine gemeinsame Lösung finden“, so Brink.

Die Sitzung begann bereits mit einem Paukenschlag! Wie das WOCHENBLATT exklusiv vorab berichtet hatte, berief die Gruppe CDU/Bendestorfer Unabhängige Gruppe (BUG) Dr. Burkhardt Pauluhn aus dem Verwaltungsausschuss ab. Pauluhn hatte den Fraktionsvorsitz bereits Ende Juni niedergelegt. Durch die Abberufung verlor er jetzt auch den Job des stellvertretenden Bürgermeisters. Er zog daraus die Konsequenzen und kehrte auch der Fraktion den Rücken. Dennoch bleibt er als fraktionsloses Mitglied im Gemeinderat. „Es hat sich gezeigt, dass ich in den letzten Monaten in eine für mich politisch sehr problematische Minderheitenposition geraten bin“, erklärte Pauluhn, der die Filmstudio-Entwicklung von Anfang an unterstützt hatte. „Einen anderen Schritt sehe ich für mich und die Entwicklung von Bendestorf nicht mehr.“
Vorausgegangen war ein CDU-interner Streit mit den Parteikollegen Heide Nemitz und Frank Spinder, die sich vehement gegen den Ausbau des Filmstudio-Areals gestemmt hatten. Vorwürfe der Befangenheit - Nemitz ist von der Eigentümergemeinschaft als Verwalterin eingesetzt und Spinder wohnt in dem betroffenen Haus - wiesen sie stets weit von sich.
Immerhin verzichteten sie beide am Dienstag auf ihr Stimmrecht.

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