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„Das sind doch unselige Ideen“

Einst FDP-Urgestein - jetzt als Parteiloser im Wahlkampf: Erich Wiedemann (Foto: Erich Wiedemann)

Ehemaliges FDP-Urgestein Erich Wiedemann nimmt sich seinen Nachfolger Wagner zur Brust.

mum. Jesteburg. Erich Wiedemann gilt nicht wirklich als Meister des gemäßigten Wortes. Volle Attacke ist eher sein Ding. Nun hat sich das Politik-Urgestein entschlossen, als Parteiloser bei der Kommunalwahl in Jesteburg anzutreten. Für die Bürger bedeutet dies: Viele deftige Zitate und verbale Angriffe auf politische Gegner - mitunter auch unter der Gürtellinie. Ein Blick auf seine Homepage (www.erichwiedemann.de) lohnt sich, denn der ehemalige „Spiegel“-Redakteur nimmt Politik und Verwaltung gewaltig aufs Korn. Pasend dazu ließ er sich in Smoking und mit Boxhandschuhen ablichten.
Jetzt bekommt FDP-Chef Philipp-Alexander Wagner sein Fett weg. Der Liberale hatte den Rat aufgefordert, sich intensiv mit dem „Sandbarg-Center“ zu beschäftigen. Wie mehrfach berichtet, möchte Herbert Meyer (Inhaber zweier Edeka-Märkte in Hittfeld und Nenndorf) eine Dependance in Jesteburg eröffnen. Der Markt ist Teil eines Konzeptes von Architekt Ulrich Salvers. Dieser möchte ein Nahversorgungszentrum am Sandbarg (direkt hinter der Bahnstrecke, Am Osterberg) errichten. Außer einem Edeka- und einem Aldi-Markt sollen auf einer Verkaufsfläche von 5.500 Quadratmetern weitere Shops entstehen. Das kommt für Wiedemann, der übrigens selbst eine lange FDP-Vergangenheit hat, nicht infrage. Seine Kritik im Wortlaut:
„Philipp-Alexander Wagner, Anwalt für künstliche Befruchtung (laut Internet-Eintrag für „Kinderwunschpatienten“), der für die FDP als Gemeinderatskandidat antritt, kann es nicht lassen, die Jesteburger Politik mit unseligen Ideen zu befruchten. Das von ihm favorisierte „Sandbarg-Zentrum“ wäre erstens nicht genehmigungsfähig und, zweitens, ein Schlag ins Kontor für die Wirtschaftlichkeit. Die Gemeinde würde das „Famila“-Einkaufszentrum auf dem ehemaligen Festhallengelände beerdigen und damit endgültig den Verkaufserlös von 3,3 Millionen Euro in den Wind schreiben. Die Folge wäre unweigerlich eine neue Grundsteuererhöhung.“
• Erich Wiedemann (73) saß 25 Jahre für die FDP im Gemeinderat und zehn Jahre im Kreistag. Zudem war der Buchautor einst Vizebürgermeister. Wiedemann kommentierte das Geschehen in seinem Heimatort viele Jahre in seinem Internet-Blog „Die kleine Zeitung“. Jetzt gibt es die Fortsetzung.

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