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Die Zukunft der Itzenbütteler

So stellt sich ein Investor die Entwicklung der Hofstelle von Robert Böttcher vor (Foto: Kontor 21)

Hofstellen-Eigentümer präsentieren ihre Vorstellungen im Zuge eines Workshops / Masterplan ist das Ziel.


mum. Jesteburg. Die Entwicklung des Jesteburger Ortsteils Itzenbüttel hatte zuletzt für reichlich Diskussion gesorgt. Auslöser waren die Pläne von Landwirt Robert Böttcher, seinen Hof aufzugeben und am Rand des Ortes neu zu beginnen. Auf der bisherigen Hofstelle wollte ein Investor langfristig Wohnungen entwickeln. Kurzfristig sollte eine Einrichtung für 60 jugendliche Asylbewerber entstehen. Das gefiel den Anwohnern nicht. Nachdem der Investor zurückgerudert war, stellte Böttcher ein neues Konzept vor. Diesmal sollten es 35 Wohneinheiten werden. Die Politik zog die Notbremse. „Wir müssen Itzenbüttel als Ganzes sehen“, forderte Karl-Heinz Glaeser (Grüne). „Wenn wir den Plänen von Robert Böttcher zustimmen, dann müssen wir später den anderen Hof-Besitzern erlauben, ihre Weiden zu Bauland zu entwickeln.“ Bereits die voraussichtlich mehr als 100 neuen Bürger auf der Böttcher-Hofstelle würden Itzenbüttel (derzeit 250 Einwohner) massiv verändern, so Glaeser.
Schließlich verständigte sich die Politik darauf, ein Gesamtkonzept auf den Weg zu bringen. Beauftragt wurde Thomas Wilken (Kontor 21). Er befragte die Eigentümer der Hofstellen nach ihren Vorstellungen. Diese Woche präsentierte Wilken das Ergebnis während einer Anwohner-Versammlung.

Das wollen die vier Hof-Eigentümer:

• „Jappens Hof“ (Robert Böttcher): Böttcher habe für einen Pferdebetrieb eine Fläche am Brumhof ins Auge gefasst. Ein neuer Investor plane auf der alten Hofstelle mehrere Gebäude mit 14 Wohneinheiten. Der Investor soll auch selbst auf dem Areal wohnen wollen.
• „Hof & Gut“ (Axel Brauer): Brauer erklärte, dass er sich eine Erweiterung im Bereich Gastronomie und Beherbergung vorstellen könne. Die derzeit sechs Fremdenzimmer seien ausgebucht. Insgesamt könnten weitere 19 Zimmer hinzukommen. Anstelle des alten Schweinestalls und des Holzschuppens soll ein neues Gebäude entstehen. Brauer müsse dazu neue Parkplätze ausweisen.
• „Zeckers Hof“ (Christoph Heitmann): Heitmann habe mit dem Schweinestallneubau am Buchholzer Feldweg bereits den Schritt aus dem Kernort gemacht. Er erklärte, dass der Umbau des Wohnhauses zu einem Mehrfamilienhaus etwa zwei Millionen Euro kosten würde. Eine Option könnte der Verkauf einzelner Flächen sein. Auf der Schafweide würde es noch ein Baufenster geben. Zudem prüfe er die Option, die Gerätescheune zum Schweinestall auszusiedeln. Stattdessen wäre der Weg frei für Wohnbebauung.
• „Minkenhof“ (Jan Meyer): Meyer sieht seine Zukunft vor allem darin, sein Konzept der Bio-Landwirtschaft weiter auszubauen. Er denkt darüber nach, den Verkauf von Tannenbäumen mit Weihnachtsfeiern zu verbinden. Allerdings steht Meyer vor der finanziellen Herausforderung, dass sechs Gebäude unter Denkmalschutz stehen. Langfristig sei auch für ihn eine Aussiedlung nicht ausgeschlossen.

Nicht mehr als 200 Neubürger!

Im Anschluss an die Vorstellung der Eigentümer hatten die Anwohner das Wort. Sie machten deutlich, dass sie ein angemessenes Wachstum begrüßen würden. Konkret seien 200 Neubürger akzeptabel. In puncto Verkehr sprachen sich die Teilnehmer gegen einen Ausbau der Verbindungsstraße zwischen Itzenbüttel und Buchholz aus. Sie vertrauen darauf, dass eine Lösung des Verkehrsproblems an der Kreuzung Lüllauer Straße in Jesteburg auch die Situation in Itzenbüttel entschärft. „Die Ergebnisse des Workshops sollen nun von Kontor 21 zusammengefasst werden und in einen Masterplan einfließen, der am 21. November vorgestellt wird“, erklärt Bauamtschef Thomas Burmester. Ab Januar ist das Thema dann auch wieder auf der politischen Agenda.
UWG-Chef Hansjörg Siede lobte die Veranstaltung. „Die Bürger bekamen die Chance, aktiv an der Entwicklung ihres Dorfes mitzuarbeiten.“ Überrascht sei Siede, dass „anders als vom Verwaltungsausschuss beschlossen, von der Verwaltung nur ein Teil der Itzenbütteler über die Veranstaltung informiert worden war“. Siede: „Zum wiederholten Mal wurde nur ein sehr eng gefasster Kreis zu einer öffentlichen Versammlung eingeladen. Wenn das politisch gewollt gewesen wäre, dann hätte ein entsprechender Beschluss ergehen müssen. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass der Teilnehmerkreis interessengesteuert selektiert wird.“ Burmester bestätigte, dass Einladungen an 70 Eigentümer verschickt wurden, die unmittelbar in der Nähe der Hofstellen wohnen. Kirchfeld-Anwohner oder Eigentümer aus dem Reindorfer Osterberg (sie gehören ebenfalls zur Gemarkung Itzenbüttel) wurden nicht eingeladen.