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„Ein armseliges Bild für Jesteburg“

Kunsthaus-Chef Volker Steinkraus: „Wir unterstützen den Antrag von Hans-Jürgen Börner.“ (Foto: Archiv)
 
UWG-Chef Hansjörg Siede: „Das Kunsthaus befindet sich in einem erbärmlichen Zustand.“

UWG Jes! fordert inhaltliche Diskussion zum Thema Kunsthaus / Kommt die Aussichtsplattform?

mum. Jesteburg. Die Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kultur (WTK) am heutigen Mittwoch, 14. Dezember, ab 19 Uhr in der Senioren-Begegnungsstätte am Sanbarg in Jesteburg hat es in sich. Wie berichtet, wünschen sich sieben Vereine Zuschüsse in Höhe von 31.300 Euro. Doch für den meisten Gesprächsstoff sorgt der Antrag des Ausschussvorsitzenden. Er möchte eine Machbarkeitsstudie für 10.000 Euro in Auftrag geben, ob auf dem Kunsthaus eine Aussichtsplattform installiert werden kann.
Kunstvereins-Chef Professor Dr. Volker Steinkraus wusste offensichtlich nichts vom SPD-Antrag: „Der Vorstand des Kunstvereins ist nicht in den Antrag von Hans-Jürgen Börner involviert. Folglich können wir nur annehmen, dass die Gemeinde den Antrag und alle damit verbundenen Pläne zunächst einer Machbarkeitsstudie unterziehen wird, bevor über Kosten und externe Geldgeber geredet werden kann. Über eine Aussichtsplattform und eine damit verbundene Belebung des Jesteburger Ortskerns würden wir uns natürlich freuen.“
Den Mitgliedern der Wählergemeinschaft UWG Jes! geht der Antrag viel zu weit. Sie stellen die Existenz des Kunsthauses in Frage. „Die derzeitige Nutzung der 2013 von der Gemeinde für 365.000 Euro erworbenen Immobilie ist in der Bevölkerung umstritten. Eine elitäre Kunstclique nutzt öffentlichen Raum, ohne die Jesteburger einzubeziehen“, sagt UWG-Chef Hansjörg Siede. „Außerdem befindet sich das Kunsthaus in einem erbärmlichen Zustand. Blinde und undichte Fenster, beschädigte Treppenstufen und ein wenig einladender Vorplatz vermitteln ein armseliges Bild.“ Fünf Ausstellungen zeitgenössischer Kunst mögen ja Kunstinteressierte begeistert haben, doch damit würde das Kunsthaus laut Siede nicht zu einem lebendigen Ort. „Ich möchte wissen, was das Kunsthaus die Gemeinde jährlich kostet und was eine nachhaltige Instandsetzung verschlingen würde“, so Siede. Auf dieser Basis und einem klaren Konzept müsse die Zukunft des Kunsthauses erörtert werden. Siede kritisiert zudem die Öffnungszeiten. Derzeit sei das Kunsthaus nur von Donnerstag bis Sonntag für jeweils dreieinhalb Stunden am Nachmittag zugänglich. „Früher wurden hier auch Lesungen, Klavierabende und Tanzvorführungen durchgeführt. Wir wollen wissen, warum diese vielfältige künstlerische Nutzung eingeschlafen ist und wie sich der Verein die Zukunft des Hauses vorstellt.“ Immerhin beantrage der Kunstverein für 2017 mit 10.000 Euro den Zuschlag für 40 Prozent der möglichen öffentlichen Zuschüsse aus dem Kunst- und Kulturetat der Gemeinde Jesteburg.

Gemeinde soll Dorffeste koordinieren

Für die Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kultur am heutigen Mittwoch, 14. Dezember, hat die Unabhängige Wählergemeinschaft Jesteburg (UWG Jes!) beantragt, dass sich die Gemeinde federführend um die Organisation des nächsten Dorffestes und Osterfeuers kümmert. „Für uns gehören diese Veranstaltungen zu einem lebendigen Dorfleben“, sagt UWG-Chef Hansjörg Siede.
Viele Jesteburger hätten sich in der schwerpunktmäßig auf „Kunst“ ausgerichteten Kulturpolitik unter der Leitung von Hans-Jürgen Börner (SPD) immer weniger wiedergefunden. Außerdem seien bisher privat organisierte Veranstaltungen, wie das Osterfeuer des Jesteburger Grabenclubs aufgrund immer umfangreicherer Vorgaben für Normalbürger ohne Unterstützung kaum noch zu stemmen.
„Doch daran darf ein abwechslungsreiches Dorfleben nicht scheitern. Wir wollen, dass die Gemeinde mit den Projektgruppen Rahmenbedingungen anbietet, in denen engagierte Jesteburger gemeinsam mit der Gemeinde ein Dorffest und ein Osterfeuer für 2017 organisieren können“, so Hansjörg Siede.

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