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„Ein großer Schritt!“

Auf dem ehemaligen Filmstudio-Areal sollen 30 Wohneinheiten entstehen. Außerdem findet dort das Film-Museum ein neues Zuhause (Foto: Friedrich W. Lohmann)
 
Bürgermeister Hans-Peter Brink ist erleichtert: „Endlich geht es los.“

Bendestorfer Gemeinderat macht den Weg frei für 30 Wohnungen auf ehemaligem Filmstudio-Areal.

mum. Bendestorf. Im kleinen Heidedorf Bendestorf geht es gerade Schlag auf Schlag in puncto wichtige Ereignisse! Erst vor wenigen Tagen wurde das neue Filmmuseum auf dem ehemaligen Studio-Areal eröffnet (das WOCHENBLATT berichtete). Von nicht minder großer Bedeutung ist, dass der Gemeinderat diese Woche den Weg frei gemacht hat für die Bebauung des Areals. Mit überwältigender Mehrheit (zwei Enthaltungen, eine Nein-Stimme) votierten die Politiker für den Bebauungsplan „Am Schierenberg“.
„Endlich sind wir in dieser Angelegenheit einen großen Schritt weiter gekommen“, sagt Bendestorfs Bürgermeister Hans-Peter Brink (BWG) erleichtert. Seit mehr als zehn Jahren diskutiert der Rat über dieses Thema. Es gab drei Einwohnerversammlungen und vier öffentliche Auslegungen. „Der Ordner mit den Unterlagen umfasst 450 Seiten“, so Brink. Zuletzt musste noch ein Altlasten-Gutachten nachgereicht werden. Zudem kämpfte eine kleine Gruppe um den Erhalt der ehemaligen Studiohalle „A1“ als zusätzliche Fläche für das Filmmuseum.
Die Entscheidung des Rates dürfte auch Friedrich W. Lohmann gefallen. Der Projektentwickler möchte auf dem Areal (1,75 Hektar) 30 Wohneinheiten - zwei Mehrfamilienhäuser mit je acht Einheiten, eines mit fünf Einheiten, eine Reihenhausgruppe mit fünf Einheiten und ein Gebäude mit vier Wohnungen - bauen. 72 Parkplätze entstehen - 36 in einer zentralen Tiefgarage. Weitere 18 Stellplätze sind für das Filmmuseum konzipiert. Auch ein kleiner Spielplatz ist geplant.
Der Abriss der alten Studio-Gebäude wird aber noch nicht sofort starten. Laut Brink werde der B-Plan jetzt zur Genehmigung an den Landkreis geschickt, dann folgt eine weitere öffentliche Auslegung, bevor der Satzungsbeschluss endlich gefasst wird. Da sich Fledermäuse in den Studio-Ruinen eingenistet haben, kann der Abriss frühstens im Herbst beginnen.
Nicht alle Bendestorfer werden von dieser Entwicklung begeistert sein. Wie das WOCHENBLATT mehrfach berichtet hat, benötigt die Gemeinde zur Erschließung des neuen Wohngebiets eine Fläche von etwa 38 Quadratmetern. Diese befindet sich im Besitz einer Eigentümergemeinschaft (ihnen gehört der Wohnkomplex am Harmstorfer Weg). Doch laut Brink und Lohmann seien bislang sämtliche Verhandlungen ins Leere gelaufen. Zuletzt hieß es, dass Lohmann bereit gewesen sein soll, etwa 1.000 Euro pro Quadratmeter zu zahlen (36.000 Euro). Üblich sei - so Experten - ein Quadratmeterpreis zwischen 40 und 150 Euro. „Wir werden jetzt sehr kurzfristig mit der Eigentümergemeinschaft das Gespräch suchen“, sagt Brink, der noch immer auf eine gütliche Einigung hofft. „Im Laufe des Verfahrens haben wir elf verschiedene Varianten - unter anderem mit der Polizei - durchgesprochen. Das Ergebnis ist immer dasselbe: Wir brauchen die Fläche“, so der Bürgermeister, der nochmals darauf hinweist, dass diese Fläche in den vergangenen 60 Jahren bereits als Straße zum Studio genutzt wurde. Sollte es nicht zu einer einvernehmlichen Lösung kommen, greift Bendestorf zum letzten Mittel - ein „vereinfachtes Umlageverfahren“ (Enteignung). Die Eigentümergemeinschaft erhält im Tausch ein direkt angrenzendes 89 Quadratmeter großes Grundstück.