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Endlich ein Plan, der allen Bendestorfern schmeckt

 
So könnte das neue Wohngebiet auf dem Filmstudio-Aral aussehen

Neues Konzept für Bendestorfer Filmstudio-Aral findet bei Politik und Bürgern Zustimmung.



mum. Bendestorf. Das könnte ein Meilenstein für Bendestorf sein: Am Dienstag präsentierten Investor und Erschließer Friedrich-Wilhelm Lohmann sowie Planerin Ute Mehring im Bauausschuss der Gemeinde die neuen Pläne für das Bendestorfer Filmgelände. Höchstens 30 Wohneinheiten sollen in Häusern mit zwei Vollgeschossen sowie einem Staffelgeschoss entstehen. Anders als bei bisherigen Präsentationen, die häufig sehr kritisiert wurden, fand die aktuelle Planung die Zustimmung von Bürgern und Politik.
Und so könnte das neue Areal am Rande Bendestorfs aussehen: Neben vier Mehrfamilienhäusern sind im östlichen Seitenbereich des Geländes fünf versetzt angeordnete Reihenhäuser vorgesehen. Die Halle A 1, in der in den 50er- und 60er-Jahren Kinofilme entstanden, soll zum Teil erhalten bleiben. "Hier könnte das Bendestorfer Filmmuseum einziehen", sagt Lohmann. Derzeit befindet sich die Sammlung im Dachgeschoss des "Makens Huus". Auch das Gebäude mit dem Vox-Klangstudio bleibt stehen. Alle anderen Hallen sollen abgerissen werden.
Sämtliche Wohnhäuser befinden sich im hinteren Bereich des Areals. Mit 9,50 Metern liegt deren Höhe unter dem jetzigen höchsten Gebäude (14,50 Meter). Zudem werden die Neubauten die Oberkante des Talkessels, in dem sie entstehen, nicht überragen. Damit reagierte Lohmann auf die Kritik der Anwohner, die befürchtet hatten, die Bebauung würde alles andere in Bendestorf überragen.
Das Areal soll über die jetzige Zufahrt erschlossen werden. "Der Verkehr führt kreisförmig um die Halle A 1 herum", erklärte Ute Mehring. Für die Bewohner soll eine riesige Tiefgarage gebaut werden. "Unser Ziel ist es, dass die Bewohner von ihrem Haus in die Garage gelangen", so Lohmann.
Und wie sollen die Häuser aussehen? Während die einen sich für eine traditionelle Variante (Reetdach) aussprechen, favorisieren andere einen modernen Stil (weißer Putz oder rotbrauner Klinker).
Nächster Schritt: Erst in den Gruppen, dann interfraktionell sollen jetzt Beratungen stattfinden. Die Politik hat sich zum Ziel gesetzt, in der übernächsten Bauausschuss-Sitzung im Juni über einen B-Plan-Entwurf zu entscheiden.
"Das ist für unser Dorf auf Jahre das größte Projekt", so Bürgermeister Peter Brink (BWG). "Ich träume von einem Konzept, dass von allen Fraktionen getragen wird." Zudem wollen Brink und Lohmann auf eine umfangreiche Bürgerbeteiligung setzen.
Im Heide-Hollywood gingen die deutschen Stars der Nachkriegszeit ein und aus. Im Zentrum des 1,4 Hektar großen Areals liegen drei große Studiohallen. Begonnen hatte in Bendestorf alles, weil das Ufa-Studio Babelsberg in der sowjetischen Besatzungszone lag. Für die aufkommende westdeutsche Filmindustrie musste schnell ein Ersatzdrehort gefunden werden. In kürzester Zeit entstand in der ländlichen Idylle ein komplettes Studio. Etliche UFA-Stars knüpften dort an ihre früheren Karrieren hier an: Marika Rökk, Zarah Leander, Johannes Heesters, Gustav Fröhlich und viele andere bezogen Quartier in den Gaststätten und Hotels des kleinen Ortes.
Ende der 70er Jahre begann der Rückgang der Produktion in Bendestorf, weil die Studios für die Anforderungen der modernen Filmindustrie zu klein geworden waren.

Streit ums Filmmuseum