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„Er stimmte gegen die CDU“ - FDP-Chef Philipp-Alexander Wagner nimmt Stellung zum Austritt von Reimer Siegel

FDP-Chef Philipp-Alexander Wagner
mum. Jesteburg. Mit deutlichen Worten hat sich Reimer Siegel aus der FDP verabschiedet. Im WOCHENBLATT kritisierte der 76-Jährige, dass seine Partei Einfluss auf seine Entscheidungen im Rat nehmen wollte. „So etwas lasse ich mit mir nicht machen“, sagte Siegel und zog die Konsequenz. Philipp-Alexander Wagner, der Vorsitzende des Jesteburger FDP-Verbands, bedauert den Austritt von Siegel: „Wir danken Herrn Siegel dafür, dass er lange Jahre die Ziele der FDP vertreten hat.“ Aber: Wagner ist gespannt, wie sich der Partei-Wechsel Siegels auswirken wird.
„Auf den ersten Blick überrascht seine Entscheidung schon etwas“, so der Parteichef. „Herr Siegel war es, der die CDU für ihre Themen kritisierte.“ Unter anderem sei ihm die Steuerverschwendung gegen den Strich gegangen. „Siegel stimmte gegen den Kauf des Clement-Areals und er wollte das Kunsthaus nicht mit Steuermitteln unterstützen“, so Wagner. Das seien Themen, die Siegel nun vertreten müsse.
Siegel nannte auch die Nominierung von Wagner zur Samtgemeinde-Bürgermeisterwahl als Grund für sein Ausscheiden. „Als die Kandidaten gekürt wurden, war ich der Meinung, dass wir Hans-Heinrich Höper unterstützen sollten“, erklärt Siegel. Dann sei seine Partei auf die Idee gekommen, mit Wagner einen eigenen Kandidaten aufzustellen.
Die FDP sei laut Wagner immer der Auffassung gewesen, dass einerseits sachorientierte aber andererseits auch kontroverse Politik für Jesteburg notwendig sei, und der Wettbewerb das Geschäft belebe. Das gelte auch für die Wahl des Samtgemeinde-Bürgermeisters. Ohne die Gegenkandidatur von Wagner wäre nur Hans-Heinrich Höper als Bürgermeisterkandidat angetreten. „Eine Demokratie lebt eben von der Auswahl“, so der Vorsitzende.
Nicht teilen könne der Parteichef die Kritik von Siegel, dass die FDP versucht haben soll, sein Abstimmungsverhalten als Ratsherr zu beeinflussen. „Dass eine Partei die für sie in den Rat gewählten Vertreter zu beeinflussen versucht, sollte selbstverständlich sein. Ob Herr Siegel in der CDU als Ratsherr unabhängig sein wird, ist wohl eher nicht anzunehmen.“
Wagner habe das Gefühl, man habe sich offensichtlich auseinandergelebt.