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„Geldverteilung nach Gutsherrenart“ - „UWG Jes!“-Chef Hansjörg Siede kritisiert Vergabe der Kulturfördermittel

„UWG Jes!“-Vorsitzender Hansjörg Siede
mum. Jesteburg. „Wir halten diesen Beschluss für den falschen Weg“, sagt Hansjörg Siede von der „Unabhängige Wählergemeinschaft Jesteburg“, kurz „UWG Jes!“. „Damit manifestiert der Gemeinderat seine einseitige und undurchsichtige Förderpolitik.“ Auf Antrag eines SPD-Ratsmitglieds hatte der Gemeinderat im Dezember beschlossen, nur noch eingetragene Vereine und Stiftungen finanziell zu fördern. In dem Papier heißt es unter anderen, dass eine Förderung nur noch projektbezogen erfolgen soll. Jahreszuschüsse für die Vereinsarbeit wird es nicht mehr geben. Über die Förderwürdigkeit eines Antrages und die Höhe der zu bewilligenden Fördermittel beschließt der Verwaltungsrat in nicht öffentlicher Sitzung.
„Es bleibt weiterhin völlig unklar nach welchen Kriterien Projekte als förderfähig eingestuft werden“, so Siede. Wer letztendlich Fördermittel in welcher Höhe erhält, werde hinter verschlossenen Türen entschieden. „Bekannt ist lediglich, dass die Gemeinde in diesem Jahr fast drei Viertel der ausgeschütteten Fördergelder für die Kunststätte Bossard einsetzen wird“, kritisiert Siede. „Anstatt eine Grundlage für eine breite und allen Jesteburgern gleichberechtigt zugängliche Kulturförderung zu beschließen, schlägt die Gemeinde genau den entgegengesetzten Weg ein. Sie schließt Zusammenschlüsse einzelner Bürger und freie Künstler von einer öffentlichen Förderung aus.“
Für die Wählergemeinschaft stehe fest, dass diese Förderpolitik eine politische Fehlentscheidung sei. Sie spiegele aber das Grundverständnis der Ratsmitglieder über die freie Jesteburger Kunst- und Kulturszene wieder. „Es steht nicht der Nutzen ehrenamtlicher Arbeit für unser Gemeinwesen im Mittelpunkt. Vielmehr werden formaljuristische Spitzfindigkeiten über ehrenamtliches Engagement gestellt.“ Im Gegensatz dazu fordert Siede „eine Kulturförderung, die für alle ehrenamtlich engagierten Jesteburger gleichberechtigt zugänglich ist.“ Siede weiter: „Nicht wenige Großprojekte lassen Jesteburg überregional strahlen, sondern eine breite und vielfältige Förderung des regionalen und ehrenamtlichen Engagements.“ Die neue Richtlinie lasse kein übergreifendes und durchdachtes Kulturförderkonzept der Gemeinde erkennen. „Es sei denn, man hält eine Verteilung von öffentlichen Geldern nach Gutsherrenart für ein tragfähiges Kulturkonzept“, sagt Siede.