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Hans-Heinrich Höper: „Famila-Start verschiebt sich wegen Hanstedt!“

Hans-Heinrich Höper möchte wieder Samtgemeinde-Bürgermeister werden: Im WOCHENBLATT-Interview spricht er über Gewerbeflächen, Bauland und das Clement-Areal.

mum. Jesteburg. Am 25. Mai wählen die Bürger der Samtgemeinde Jesteburg einen neuen Verwaltungschef. Bislang galt die Wahl von Amtsinhaber Hans-Heinrich Höper (parteilos) als sicher, da es keinen Konkurrenten gab. Das ist jetzt anders: Die FDP schickt ihren Ortsvereins-Vorsitzenden Philipp-Alexander Wagner (44) ins Rennen (das WOCHENBLATT berichtete).
Im WOCHENBLATT-Interview mit Redakteur Sascha Mummenhoff spricht Höper (56 ) über seine erste Amtszeit und warum er nochmal antritt.

WOCHENBLATT: Beschreiben Sie sich bitte in drei Sätzen.
Hans-Heinrich Höper: „Ich bin sehr kommunikativ und sachlich. Aufgaben packe ich sehr zielorientiert an. Ich kann es nicht leiden, wenn gelogen und unsachlich argumentiert wird.“

WOCHENBLATT: Was bedeutet Jesteburg für Sie?
Höper: „Jesteburg ist ein toller Ort mit sehr engagierten Menschen. Gleiches gilt für unsere Gemeinden Bendestorf und Harmstorf.“

WOCHENBLATT: In welchen Vereinen sind Sie Mitglied?
Höper: „Beim Freundeskreis der Feuerwehr, Jugend aktiv, Freundeskreis Filmmuseum Bendestorf, Kunstwoche. Im privaten Umfeld im Sportverein, zwei Schützenvereinen und dem Förderverein der Kirchengemeinde.“

WOCHENBLATT: Ihr Konkurrent Philipp-Alexander Wagner wohnt in Jesteburg. Sie sind in Heidenau zu Hause. Gefällt es Ihnen in Jesteburg nicht?
Höper: „Doch sehr. Sonst wäre ich 2006 nicht nach Jesteburg gekommen. Mit meiner erneuten Kandidatur wird deutlich, dass ich mich hier wohl fühle und gern für die Samtgemeinde Jesteburg arbeite.“

WOCHENBLATT: Glauben Sie, es ist ein Nachteil, nicht in Jesteburg zu wohnen?
Höper: „Nein. Meine Aufgaben in der Samtgemeinde liegen in erster Linie im Bereich der Leitung der Verwaltung. Durch die Trennung von Arbeit und Wohnort bin ich unabhängiger. Ich bin nicht irgendwelchen Parteien oder Freundeskreisen verpflichtet.“

WOCHENBLATT: Jesteburg hat zuletzt viel Geld in Immobilien investiert. Unter anderem mehr als eine Million Euro in das ehemalige Clement-Areal. Kritiker sagen, das sei zu viel gewesen. Zumal mehrere Makler vergeblich versucht hatten, das Areal zu vermitteln. Was entgegen Sie?
Höper: „Ein Stück Wirtschaftsförderung, das von den Bürgern auf einer öffentlichen Veranstaltung zum Masterplan Ortsmitte gewollt wurde. Die Alternative wäre ein immer weiter zerfallendes Haus in der Ortsmitte, gesichert durch einen Bauzaun, gewesen. Die Gemeinde hat den Bodenrichtwert gezahlt. Der Ort bekommt privat finanziert ein saniertes Baudenkmal mit Gaststätte und einen öffentlichen Platz zwischen Förster Hus und Kunsthaus. Das hätte sonst die Gemeinde finanzieren müssen.“

WOCHENBLATT: Wie sehen sie die Planungen rund um das Clement-Areal? Jetzt ist ein Ärztehaus in Gespräch?
Höper: „Der Gemeinde liegt ein Antrag zum Erwerb vor. Der Gemeinderat Jesteburg muss über diesen Antrag entscheiden. Die Ortsmitte braucht mehr Leben.“

WOCHENBLATT: Ihr Konkurrent würde das Kunsthaus verkaufen. Wie stehen Sie dazu?
Höper: „Der Samtgemeinde-Bürgermeister kann hier nichts versprechen. Das Kunsthaus gehört der Gemeinde Jesteburg, nicht der Samtgemeinde. Die Entscheidung trifft nicht der Samtgemeinde-Bürgermeister, sondern der Gemeinderat Jesteburg. Ich finde, dass die Entscheidung zum Kauf des Hauses richtig war.“

WOCHENBLATT: Wann eröffnet Famila?
Höper: „Leider wohl später als geplant, da die Hanstedter klagen werden. Das ist für alle sehr ärgerlich. Wir sind auf eine Klage gut vorbereitet. Es ist jetzt aber ganz wichtig, dass alle in Jesteburg zusammenhalten. Die Kläger hoffen vielleicht, dass Famila aufgibt. Das Gegenteil ist der Fall.“

WOCHENBLATT: Wo könnte in Jesteburg das nächste Gewerbegebiet entstehen?
Höper: „In Jesteburg nicht. Jesteburg ist eingegrenzt durch die Bahn und das Schutzgebiet der Seeve. Bei der Überarbeitung des Flächennutzungsplanes wurde eine Fläche an der Landesstraße zwischen Bendestorf und Harmstorf diskutiert. Die Fläche war von den Gemeinden nicht gewollt.“

WOCHENBLATT: Und wie sieht es mit Wohnbebauung aus? Kann Jesteburg neuen Bürgern etwas bieten?
Höper: „Ja, auf jeden Fall. Wir haben uns gegen neue Baugebiete auf der grünen Wiese entschieden und setzen auf die Innenentwicklung. Übrigens heute im Baugesetzbuch vorgeschrieben. Dadurch gibt es Veränderungen im Bestand. Die Immobilienpreise des Bestandes sind stabil und es gibt keinen Verfall im Altbaubestand. Die Infrastruktur mit Oberschule und Kindertagesstätten wurde ausgebaut, das ÖPNV Angebot Richtung Bahnhof Buchholz verbessert. Ich bekomme dazu viele positive Rückmeldungen. In den nächsten Jahren müssen wir uns um bezahlbare Wohnungen kümmern.“

WOCHENBLATT: Ihre erste Amtszeit neigt sich dem Ende? Worauf sind sie stolz?
Höper: Auf ganz viele Dinge. Besonders natürlich auf die Oberschule, die wir gemeinsam vorangebracht haben. Mein Team in der Verwaltung, das für die Bürger einen super Job macht.“

WOCHENBLATT: Was muss sich in Jesteburg ändern?
Höper: „Noch mehr Zusammenhalt. Fortsetzung der umfangreichen Bürgerbeteiligung. Es gibt nur wenige Kommunen, die das so ausführlich machen wie wir in der Samtgemeinde.“

WOCHENBLATT: Wann beginnt der Wahlkampf? Müssen Sie noch auf sich aufmerksam machen?
Höper: „Natürlich! Der Wahlkampf hat bereits begonnen. Als Bürgermeister muss ich ihn nur anders, zurückhaltender, führen. Ich sage den Wählern, ich möchte weitermachen und bitte um ihre Unterstützung.“

WOCHENBLATT: Bitte ergänzen Sie den Satz: Wenn ich gewählt werde, dann ...
Höper: „…setze ich die erfolgreiche Arbeit mit den Partnern aus den politischen Gremien, den Initiativen, den Kirchen für unsere Samtgemeinde fort.“

WOCHENBLATT: „Und bitte ergänzen Sie auch diesen Satz: Wenn ich nicht gewählt werde, dann ...
Höper: „... schauen wir mal.“

WOCHENBLATT: Danke für das Gespräch.

Hans-Heinrich Höper:
Seit 39 Jahren in der Verwaltung

Hans-Heinrich Höper (56) ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Er lebt in Heidenau. Der Amtsinhaber gilt als erfahrener Verwaltungsmann. Seit 39 Jahren ist er in unterschiedlichen Rathäusern tätig; davon 25 Jahre in leitender Position. Nach der Ausbildung startete Höper in der Samtgemeinde Tostedt (1975 bis 1992, unter anderem Kämmerer). Zwischen 1992 und 2006 bekleidete Höper in Hanstedt verschiedene Positionen (unter anderem Gemeindedirektor, Erster Samtgemeinderat und stellvertretender Samtgemeinde-Direktor). Seit November 2006 ist Höper Bürgermeister der Samtgemeinde Jesteburg und Gemeindedirektor für Jesteburg sowie stellvertretender Gemeindedirektor für Bendestorf.


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