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Hans-Jürgen Börner: „Die Tür ist für Cornelia Ziegert noch offen“

SPD-Fraktion stellt sich nach Ziegert-Abwahl neu auf / Ex-Fraktionschefin wurde bei Umbesetzung nicht befragt.



mum. Jesteburg. Nach der Abwahl von Cornelia Ziegert als Fraktionschefin (das WOCHENBLATT berichtete) stellt sich die SPD in Jesteburg neu auf. Wie berichtet, soll Helmut Pietsch ihr Nachfolger werden. Das bestätigte jetzt Ortsvereinsvorsitzender Steffen Burmeister. Die Wahl findet am Mittwoch, 14. Januar, statt - unmittelbar vor der Gemeinderatssitzung. Für Pietsch, der zuletzt Ziegerts Stellvertreter in der Fraktion war, wird dann ebenfalls ein Nachfolger gesucht.
Burmeister teilte zudem mit, dass Hans-Jürgen Börner den bisher von ihm gehaltenen Sitz im Verwaltungsausschuss für den zukünftigen Fraktionsvorsitzenden frei machen wird. Trotz ihrer Abwahl wird Ziegert weiterhin Mitglied dieses wichtigen Gremiums bleiben. Aber: Die Fraktion wirft Ziegert aus dem Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur (WTK). In der SPD-Mitteilung heißt es: „Cornelia Ziegert konzentriert sich auf die Arbeit im Finanz- und Bauausschuss sowie im Ausschuss für Jugend, Sport, Schule und Soziales.“
Zwar sagt Burmeister, dass Cornelia Ziegert die „Entscheidungen ausdrücklich mitträgt“, doch das sieht die Betroffene anders. „Die Umbesetzung ist nicht mit mir besprochen worden“, sagt Cornelia Ziegert. Hintergrund für die Umbesetzung dürfte sein, dass Börner den WTK-Ausschuss leitet und dort künftig nicht mehr mit Ziegert auf Kollisionskurs gehen soll. „Der WTK-Ausschuss steht ständig im Fokus der Öffentlichkeit, weil es dort um Geld geht, das an die Vereine und Verbände verteilt wird“, so Börner. „Gerade dort ist es wichtig, dass sich die Politiker aller Parteien einig sind.“ Zuletzt hatte Cornelia Ziegert auch dort Kritik aus den eigenen Reihen einstecken müssen, weil sie vorgeschlagene Kürzungen nicht mittragen wollte. „Die Fraktion erwartet als Effekt der Veränderungen unter anderem eine ausgewogenere Arbeitsteilung in der Fraktion“, so Steffen Burmeister. Ob dies künftig mit Cornelia Ziegert möglich ist? Obwohl die Ratsfrau Börner, Burmeister und Pietsch Mobbing vorwirft, hält zumindest Börner eine weitere Zusammenarbeit für möglich. „Frau Ziegert verfügt über großes politisches Potenzial. Allerdings fehlt es ihr an Kommunikationstalent“, so Börner. „Die Tür ist für sie noch offen!“

Kommentar

Die politische „Wohlfühl-Oase“ - Ende der Streitkultur
„Die Politiker aller Parteien sollten sich einig sein“, sagt Hans-Jürgen Börner. Ist das der Grund, warum die SPD Cornelia Ziegert vor die Tür gesetzt hat? Es ist auffällig, dass in Jesteburg schon seit langem nicht mehr politisch gestritten wird. CDU und SPD waren sich oft einig. Nur Cornelia Ziegert war es, die unterstützt von ihrem Vater Siegfried, eine andere Position bezog.
Verwaltungschef Hans-Heinrich Höper lobte diese politische Einstimmigkeit als „harmonisches Miteinander“. Ich denke, Politik braucht Diskussion. Demokratie lebt von Konfrontation. Ob Jesteburgs politische Wohlfühl-Oase der richtige Weg ist, wird sich unter anderem zeigen, wenn das Urteil in puncto Famila gefallen ist.
Übrigens: Mit Spannung werden die Bürger jetzt auf die weitere Entwicklung beim Itzenbütteler Kirchfeld blicken. SPD und Grüne stoppten vor einem Jahr die CDU-Pläne, das attraktive Wohnquartier zu einem der wohl größten Baugebiete im Landkreis zu entwickeln. „80 Prozent der Fläche ist Wald“, so Cornelia Ziegert damals. „Da kann man nicht einfach Bauland draus machen.“ Gibt es dort jetzt auch eine harmonische Lösung - ohne Ziegert?
Sascha Mummenhoff


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