Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Hoffen auf ein „Film“-Wunder in Bendestorf

Die Halle A1 (Kreis) soll abgerissen werden. Im Hintergrund ist der Gebäudekomplex des Klangstudios zu sehen (Foto: oh)
 
Auch Gunnar Herr (Fraktionschef der Bendestorfer Grünen) will die Halle A1 erhalten (Foto: oh)

Der Kampf um den Erhalt der Halle A1 auf dem Bendestorfer Filmstudio-Areal geht in die entscheidende Runde.

mum. Bendestorf/Jesteburg. Am Dienstag, 25. März, wird der Gemeinderat Bendestorf eine weitreichende und unumkehrbare Entscheidung treffen: Entweder nimmt er das Gesprächsangebot der Samtgemeinde an und verhandelt über die Modalitäten der Übergabe der Kultureinrichtung Filmmuseum Bendestorf in die Obhut der Samtgemeinde. Oder die Alternative: „Der Gemeinderat lehnt das Gesprächsangebot ab und hat damit faktisch den Abriss der Halle A1 in die Wege geleitet“, so sieht es Hans-Jürgen Börner (SPD). Der Jesteburger möchte genau dies verhindern.
Mitte November hatte Börner, der auch Vorsitzender des Jesteburger Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kultur ist, an den Samtgemeinderat folgenden Antrag gestellt: „Die Samtgemeinde Jesteburg kauft auf dem Filmgelände Bendestorf die Gebäude Halle A1 und das ehemalige Vox-Klangstudio. Die Nutzung erfolgt durch das Filmmuseum Bendestorf.“
„Auf dem ehemaligen Filmgelände steht die Wiege des Deutschen Nachkriegsfilms“, so Börner. Dieses in Deutschland einmalige Ensemble und Kulturdenkmal gelte es in seinem Kern zu erhalten. „Die Gemeinde Bendestorf ist nicht in der Lage, die Objekte zu kaufen“, weiß der SPD-Mann. Bisher zugesagte Sponsorengelder würden allenfalls für den Ankauf nur eines Objektes oder den Betrieb des Museums ausreichen. „Deshalb ist jetzt die Samtgemeinde zu solidarischem Handeln aufgefordert“, so Börner.
Neben dem Bossard-Kunsttempel und dem Kunsthaus Jesteburg gäbe es mit dem Filmmuseum Bendestorf ein einmalig attraktives Angebot für Einheimische und Gäste in der Samtgemeinde. Börner ist überzeugt: „Kunst und Kultur sind ein Wirtschaftsfaktor, sichern auch den Wert von Wohnimmobilien.“
Vor gut zwei Jahren wurde ein Förderverein des Filmmuseums gegründet und mit Hilfe von Sponsoren und der Gemeinde Bendestorf eine Machbarkeitsstudie für die Halle A1 erstellt. In dem Konzept wurde davon ausgegangen, dass das Klangstudio weiter betrieben wird und so das Film-Studio-Ensemble im Wesentlichen bewahrt werden kann. Nun ist das Klangstudio frei geworden. Theoretisch könnte jetzt das Filmmuseum vom „Makens-Hus“ in das Gebäude ziehen, aber die Halle A1 - das einmalige Kulturdenkmal - wäre dann unwiederbringlich verloren.
Erste Gespräche in Hannover mit der Stiftung Niedersachsen und mit der Nordmedia-Film und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen, die für eine finanzielle Förderung des Filmmuseums Bendestorf in Frage kommen, machen laut Börner deutlich, dass ein niedersächsisches Landesinteresse nur an einem Filmmuseum bestehen könnte, das die Halle A1 als wesentlichen Bestandteil des Museums enthält. „Die Gemeinde Bendestorf muss sich der Verantwortung stellen, die ein kulturhistorisch einmaliges Erbe für das ganze Land bedeutet“, lautet Börners Appell.
Unterstützung bekommt Börner von den Bendestorfer Grünen. Auch sie setzen sich für den Erhalt der Halle A1 ein. „Sowohl der Eigentümer des Filmstudios, als auch der Vorhabenträger haben signalisiert, mit der Gemeinde Bendestorf über Möglichkeiten eines Erhalts der Halle zu verhandeln“, sagt Fraktionsvorsitzender Gunnar Herr. „Um diese unerwartete und letzte Chance zur Rettung der Halle zu nutzen, wollen wir einen ‚Runden Tisch‘ einrichten.“ Dort sollen alle Möglichkeiten geprüft werden, die Halle A1 zu erhalten.