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„Ich stehe zu meinem Wort!“ - Axel Brauer kann die Kritik an seinem Gesundheitszentrum nicht nachvollziehen / „Finanzierung ist gesichert“

Die Fotomontage zeigt, wie das neue Gesundheitszentrum auf dem ehemaligen Clement-Areal (li.) vaussehen wird (Foto: Axel Brauer)
 
Investor Axel Brauer
mum. Jesteburg. Was mag Axel Brauer wohl während der Jesteburger Gemeinderatssitzung am vergangenen Mittwoch gedacht haben? Der Investor will knapp 6,5 Millionen Euro in ein Gesundheitszentrum auf dem ehemaligen Clement-Areal mitten im Ort investieren (für die Fläche zahlt er 620.000 Euro an die Gemeinde). Und damit die Infrastruktur deutlich aufwerten. Die Politik hatte dafür bereits grünes Licht gegeben. Am Mittwoch sollte der Rat lediglich noch den Kaufvertrag absegnen. Eigentlich eine Formsache, wenn man bedenkt, dass der komplette Inhalt zuvor bereits im Verwaltungsausschuss abgestimmt wurde und zudem ein Anwalt das Papier geprüft hatte. Doch in Jesteburg ist manches anders.
Bereits in der Bürgerfragestunde herrschte ein rauer Ton. Hansjörg Siede, Vorsitzender des Bürgerforums Jesteburg, unterstellte Brauer, dass er dort nur eine Gewerbefläche errichten möchte. Er habe gehört, dass bislang lediglich ein Arzt zugesagt habe und dieser auch noch aus dem Ort kommt. „Da kann man doch nicht davon sprechen, dass Jesteburg ein neues Gesundheitszentrum erhält“, so Siede. Verwaltungschef Hans-Heinrich Höper wies darauf hin, dass es sich um ein Vertragspaket handele. „Es ist eine Kombination aus einem Grundstückskaufvertrag und einem städtebaulichen Vertrag“, so Höper. Im ersten Vertrag werde die Übertragung des Clement-Grundstücks geregelt sowie die Finanzierung über so genannte aufschiebende Bedingungen abgesichert. „Im städtebaulichen Vertrag wird der frühere Ratsentscheid, dass dort ein Gesundheitszentrum entstehen soll, in Verpflichtungen für den Käufer umgesetzt“, so der Verwaltungschef.
Brauer selbst äußerte sich während der Sitzung nicht. Auf WOCHENBLATT-Nachfrage betonte er, dass er auf jeden Fall ein Gesundheitszentrum bauen will. „Konkret liegt die Zusage von einem Allgemeinmediziner vor“, so Brauer. Dieser werde ebenso wie Ole Bernatzki mit seinem Pflegedienst sowie eine Apotheke in das Erdgeschoss einziehen. Laut Brauer sehe das Konzept eigentlich Wohnungen für das erste Geschoss vor. „Doch ich bin sicher, dass auch dort Mieter aus dem medizinischen Bereich einziehen werden.“ Es bestehe seitens eines Kinder- und eines Zahnarztes Interesse. Zudem sei er mit einem Chiropraktiker sowie einem Physiotherapeuten im engen Kontakt. „Aber natürlich wird niemand verbindlich zusagen, so lange der Kaufvertrag nicht unterschrieben ist und die Baugenehmigung vorliegt“, so Brauer. Er betont: „Dort entsteht ein Gesundheitszentrum. Ich stehe zu meinem Wort!“
Verärgert reagierte Brauer auch auf Kritik an seiner Bonität. „Ich habe schon jetzt sehr viel Geld in das Projekt investiert. Allein aus diesem Grund liegt mehr sehr viel daran, es auch umzusetzen“, so Brauer. Die Finanzierung sei gewährleistet. Der Jesteburger Architekt nahm zudem Stellung zu den Gerüchten, Ole Bernatzki habe sich aus dem Projekt verabschiedet. „Richtig ist, dass Ole Bernatzki auf eigenen Wunsch nicht Gesellschafter der eigens gegründeten Gesundheitszentrums GmbH ist.“ Aber er stehe zu seinem Wort, später mit seinem Pflegedienst dort einzuziehen.
Axel Brauer hofft, dass der B-Plan bis Jahresende aufgestellt ist. „Vielleicht können wir dann im Frühjahr 2016 mit den Arbeiten beginnen“, so Brauer.
• Übrigens: Am Ende wurde dem Vertrag mit 15 Ja- und zwei Nein-Stimmen zugestimmt. Wie weit das Vertrauensverhältnis zwischen Brauer, einigen Gemeindevertretern und dem Bürgerforum gelitten hat, steht auf einem anderen Blatt.