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Jesteburg: Aldi muss warten - vorerst!

Das Clement-Areal: Hossein Salehmanesh will aus dem denkmalgeschützten Haus einen Treffpunkt für Jesteburg machen
 
Investor Hossein Salehmanesh

B-Plan für Famila auf den Weg gebracht / Discounter-Pläne auf Eis gelegt / Mehr Platz für Clement-Investor Salehmanesh.

mum. Jesteburg. Nichts darf die Ansiedlung des Famila-Marktes in Jesteburg verzögern. So das Fazit der Bauausschuss-Sitzung in der vergangenen Woche. Für dieses Ziel lassen die Gemeinderatsmitglieder sogar das Angebot von Discounter Aldi (das WOCHENBLATT berichtete) sausen - zumindest fürs erste.
• Der Discounter Aldi möchte vom Gewerbegebiet am Allerbeeksring an den Ortseingang direkt neben das geplante Famila-Warenhaus umziehen. Problem: Auf dem Grundstück an der Landesstraße 213 befinden sich derzeit das Feuerwehrhaus und der Bauhof. Beide Gebäude müssten abgerissen werden. Der von Aldi beauftragte Investor, die Wohn- und Gewerbebauten GmbH May & Co., hatte angeboten, die Flächen von der Gemeinde zu erwerben und lockt mit einem interessanten Angebot: Der Investor May will an anderer Stelle auf eigene Kosten einen neuen Bauhof und eine neue Feuerwache errichten. Lediglich das Ersatzgrundstück müsste die Samtgemeinde oder die Gemeinde stellen. Das Angebot ist besonders interessant, da das Feuerwehrhaus erweitert werden soll. Dies ist wegen des unmittelbar angrenzenden Bauhofes jedoch nicht möglich.
Doch der Coup birgt auch Probleme. So würde die Neufassung des B-Plans laut Ausschuss-Vorsitzende Britta Witte den Famila-Baubeginn mindestens um ein Jahr verzögern. „Das kann man niemanden mehr zumuten“, so Witte. Auch die Grünen wollen keinen Schnellschuss: „Wir wissen nicht, welche Auswirkung die Umsiedlung auf den Rewe- beziehungsweise auf den Getränkemarkt hat“, sagt Karl-Heinz Glaeser. Zudem drohen komplizierte Verhandlungen, denn an dem Deal sind unter anderem die Samtgemeinde, ein privater Eigentümer sowie der Reit- und Fahrverein Nordheide beteiligt. Jetzt soll das Projekt auf Samtgemeinde-Ebene diskutiert werden.
• Diskussionsbedarf besteht auch beim Bauvorhaben „Försters Hus“ auf dem Clement-Areal. Der neue Eigentümer Hossein Salehmanesh will aus dem denkmalgeschützten Haus einen Treffpunkt für Jesteburg machen (das WOCHENBLATT berichtete). Unter anderem plant er dort einen Gastronomiebetrieb. Um das Reetdachhaus wieder frei wirken zu lassen, soll die angebaute ehemalige Bäckerei abgerissen werden. Vorgesehen ist zudem ein „Markt der Möglichkeiten“, wo Händler ihre Stände aufbauen. Im Obergeschoss könnten Büroräume entstehen.
Aber: Salehmanesh fehlen für seine Pläne noch etwa 600 Quadratmeter Fläche, die sich im Besitz der Gemeinde befinden. Der Bauausschuss empfahl, dass der Investor im Zuge des Kaufs das hinter dem „Försters Hus“ gelegene rote Backstein-Wohnhaus kaufen und abreißen soll. Um Salehmanesh die Kosten für den Abriss - unter anderem muss ein Erdöltank entsorgt werden - schmackhaft zu machen, soll er lediglich 30.000 Euro für das Gebäude zahlen. Mit den Stimmen von CDU und Grünen (die SPD enthielt sich) empfahl der Ausschuss den Deal. Allerdings forderte Glaeser, dass die Verwaltung konkrete Zahlen zu den Abrisskosten zur nächsten Verwaltungsausschuss-Sitzung nachliefern soll.
• Nachbessern muss die Verwaltung auch in puncto des Famila-B-Plans. „Ich kann nicht verstehen, warum die Unterlagen zur Stellungnahme nicht vollständig sind“, kritisierte Cornelia Ziegert das Planungsbüro Gosch-Schreyer sowie die Verwaltung. „Es fehlen mindestens sechs Gutachten.“ Dennoch soll die Verwaltung die öffentliche Auslegung vorbereiten. Die fehlenden Gutachten sollen später ergänzt werden.