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Jesteburg: Da ist Feuer unter dem Dach!

Bürgermeister Udo Heitmann (SPD) wollte die Disskusion abbrechen
 
Karin Neudert und Eibe Jantzen übten heftige Kritik im Jesteburger Gemeinderat (Foto: oh)

Podiums-Mitglieder sorgen für heftige Diskussion im Gemeinderat / „Wir haben das Gefühl, man misstraut uns!“

mum. Jesteburg. Da war mal Feuer unter dem Dach! Die Mitglieder des Jesteburger Gemeinderates sind sonst eher für ihren harmonischen Umgang miteinander bekannt. Spötter sagen, kein Wunder, denn eine Opposition würde es im Dorf nicht geben. Doch am Mittwoch musste Bürgermeister Udo Heitmann (SPD) sogar drohen, die Diskussion abzubrechen - während der Einwohnerfragestunde.
Das war geschehen: Karin Neudert, die Vorsitzende des Jesteburger Podiums, fühlte sich - wieder einmal - ungerecht behandelt. Seit 15 Jahren würde sie die Zuschussanträge auf die gleiche Weise stellen. Bislang ohne Probleme. Doch für dieses Jahr hat der Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur (WTK) eine neue Vergaberichtlinie beschlossen. Neudert muss pro Quartal jeweils einen Budgetplan vorlegen, um den Zuschuss im Voraus zu bekommen. Insgesamt hat die Politik dem Podium 8.500 Euro zugesagt - vorausgesetzt, die Unterlagen sind vollständig.
Das hat zwar für das erste Quartal geklappt, nicht jedoch für das zweite. Fachbereichsleiter Holger Schölzel, der gemeinsam mit dem WTK-Ausschuss-Vorsitzenden Hans-Jürger Börner (SPD) für die Prüfung der Unterlagen verantwortlich ist, verweigerte die Auszahlung. Unter anderem, weil laut Neudert die erwarteten Besucherzahlen fehlten.
„Wir haben das Gefühl, dass man uns mit Misstrauen begegnet“, kritisierte Karin Neudert. „Der Aufwand, der von Ehrenamtlich erwartet wird, ist nicht mehr zu leisten.“ Das brachte SPD-Urgestein Siegried Ziegert auf Zinne. „Ich verstehe unsere Zuschuss-Richtlinien ja selbst nicht mehr“, so Ziegert. „Wie soll ich sie denn unseren Bürgern erklären?“
Auch Podiums-Mitglied Eibe Jantzen sprang Neudert zur Seite: „Wir fühlen uns wie Bettler. Dabei kommen zu unseren Veranstaltungen insgesamt mehr als 1.200 Besucher.“ Das würde der Kunsthaus-Verein nicht schaffen. „Die können ja noch nicht einmal ihre Besucher zählen.“ Das Kunsthaus wird übrigens mit 11.000 Euro unterstützt.
Neudert betonte, WTK-Vorsitzender Börner habe ihr zugesagt, dass der Ankündigungsflyer ausreichen würde, um den Zuschuss zu bekommen. „Im Protokoll steht etwas anderes“, nahm Verwaltungschef Hans-Heinrich Höper seinen Mitarbeiter Schölzel in Schutz. „Frau Neudert, bitte bleiben Sie bei der Wahrheit“, ermahnte Höper die Podiums-Vorsitzende.
„Was geht denn in ihrem Ausschuss ab“, lästerte Reimer Siegel (FDP) in Richtung WTK-Chef Börner. Dann wurde es Bürgermeister Heitmann zu bunt. „Ich breche das jetzt ab“, sagte er. „Das wirst Du nicht tun“, entgegnete Ziegert. „Wir werden uns Zeit für unsere Bürger nehmen. Das gehört sich so.“
Schließlich schlug Nathalie Boegel (CDU) ein Gespräch mit einem Mediator vor, um die Wogen zu glätten. So weit soll es aber nicht kommen. Bereits in dieser Woche soll es eine Aussprache im Rathaus geben.
• Übrigens: Kontrovers wurde nur ein weiterer Punkt diskutiert - nämlich der Antrag von Reimer Siegel, das Kunsthaus zu verkaufen. „Kein Jesteburger wird das Kunsthaus vermissen“, so Siegel. „Wir finanzieren hier einer ganz kleinen Gruppe ihr Hobby mit viel Steuergeld.“ Allerdings stand der FDP-Mann mit dieser Meinung allein da. Gegen den Verkauf stimmten alle Ratsmitglieder.