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Jesteburg: Streit um den besten Weg

Um diese Fläche geht es: 10,56 Hektar sollten als neues Bebauungsgebiet mitten in Jesteburg ausgewiesen werden (Foto: google maps)
 

CDU will Itzenbütteler Kirchfeld in Bauland umwandeln / SPD will den Status quo bewahren.

mum. Jesteburg. Über das Itzenbütteler Kirchfeld wird seit langem kontrovers diskutiert. Im Oktober haben SPD und Grüne die CDU-Pläne, das grüne Wochenend-Wohnquartier zu einem großen Baugebiete zu entwickeln, im Bau-Ausschuss gestoppt (das WOCHENBLATT berichtete). Im Gespräch war die Zerstückelung des 10,56 Hektar großen Areals.

Bau-Ausschuss-Vorsitzende Britta Witte (CDU) gelang es, das Kirchfeld im nicht-öffentlichen Verwaltungsausschuss (VA) Ende des Jahres wieder auf die Agenda zu bringen - dank der Stimmen von Bürgermeister Udo Heitmann und Hans-Jürgen Börner (beide SPD). Der VA beschloss, ein Büro mit der Erstellung der planungsrechtlichen Grundlagen für die Aufstellung des Bebauungsplanes zu beauftragen. Zusätzlich sollte die schwierige Erschließung des Gebietes geplant werden. Über einen zusätzlichen Planungsauftrag sollte auf Antrag von CDU-Frau Witte der Bau-Ausschuss beraten.

Doch Steffen Burmeister und Cornelia Ziegert (beide SPD) sowie Karl-Heinz Glaeser (Grüne) kippten jetzt die Pläne. Witte will das nicht hinnehmen: „Wir werden sehen, ob die VA-Vertreter der SPD diese Ansicht bestätigen oder erneut ändern.“ CDU/FDP seien nach wie vor der Ansicht, es sollten alle Grundlagen für ein Bebauungsplanverfahren ermittelt werden.

Cornelia Ziegert sieht das völlig anders. „Es ist absolut ärgerlich, dass sich Ratsmitglieder vor den Karren von Baulandspekulanten spannen lassen, um mitten im Wald ein Luxus-Wohngebiet zu schaffen, aus dem die langjährigen Bewohner wegen horrender Erschließungskosten flüchten müssen“, so die Vorsitzende der SPD-Fraktion an die Adresse der Ratskollegen von CDU und FDP.
„Ich finde es unerträglich, dass den jetzigen Bewohnern unterschwellig mit der Einleitung von Bauordnungsverfahren wegen Dauerwohnens gedroht wird, um den Widerstand gegen die Umwandlung in Bauland zu brechen“, so Ziegert.
Beim Itzenbütteler Kirchfeld, so Ziegert, sollen Steuergelder für überflüssige Planungskosten verschwendet werden. Der Bebauungsplan „Itzenbütteler Kirchfeld“ weise das Gebiet seit mehr als 30 Jahren als Wochenendhausgebiet aus. Noch länger seien dort, mit Kenntnis der zuständigen Behörden, teilweise auch Dauerwohner ansässig. „Tatsächlich sprechen alle objektiven Fakten gegen eine Bebauung des Kirchfeldes“, erläutert die Fraktions-Chefin die Rechtslage und zählt dabei die wichtigsten Punkte auf:
• Nach dem gültigen Bebauungsplan besteht das Kirchfeld zu 80 Prozent aus Wald. Die Ausgleichszahlungen für die Umwandlung von Wald in Bauland dürften nach den bisherigen Erfahrungswerten mit anderen Gebieten mehrere Hunderttausend Euro betragen.
• Eine weitere bauliche Verdichtung des Itzenbütteler Kirchfeldes wird im Landschaftsplan der Gemeinde Jesteburg abgelehnt.
• Die Zufahrtswege zum Kirchfeld sind zu schmal für Erschließungsstraßen zu einem regulären Wohngebiet.
• Die Itzenbütteler Straße, über die man das Kirchfeld erreichen kann, ist jetzt schon überlastet und ebenfalls zu schmal, um weiteren Verkehr aufzunehmen.

Ziegerts Überzeugung: „Alle Fakten, die gegen die Umwandlung in Bauland sprechen, würden bei einer Normenkontrollklage mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Nichtigkeit eines geänderten Bebauungsplanes Kirchfeld führen.“ Ihr Vorschlag: Jesteburg sollte gemeinsam mit dem Landkreis nach einer für alle Seiten einvernehmlichen Lösung für das Kirchfeld zu suchen.