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Jesteburg: Wer wird Bürgermeister?

Hansjörg Siede (UWG Jes!)
 
Udo Heitmann (SPD) (Foto: SPD)
Jetzt sind es drei! Während der konstituierenden Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 2. November, will nicht nur Britta Witte (CDU) Jesteburgs Bürgermeister Udo Heitmann (SPD) vom Thron stoßen. Auch die Wählergemeinschaft UWG Jes! schickt mit Chef Hansjörg Siede einen Kandidaten ins Rennen. Dabei hatte es im Dorf Gerüchte gegeben, CDU und UWG würden Witte gemeinsam zur Bürgermeisterin und Siede zu ihrem Stellvertreter machen. „Witte ist keine Alternative zu Heitmann für uns, denn sie steht ebenso für den bisherigen Politik-Stil“, so Siede.

mum. Jesteburg. Aller guten Dinge sind drei - heißt es. Ob das auch für die Bürgermeisterwahl in Jesteburg am heutigen Mittwoch, 2. November, gilt? Ab 19 Uhr treffen sich die am 11. September gewählten Ratsmitglieder zu ihrer konstituierenden Sitzung im Jesteburger Hof (Kleckerwaldweg 1).
Bislang war bekannt, dass es mit Amtsinhaber Udo Heitmann (SPD) und CDU-Fraktionschefin Britta Witte zwei Kandidaten für das Amt gibt (das WOCHENBLATT berichtete). Jetzt hat zusätzlich noch Hansjörg Siede, Chef der neuen Wählergemeinschaft UWG Jes!, seinen Hut in den Ring geworfen. „Entgegen anders lautender Behauptungen stellt Britta Witte für unsere Ratsmitglieder keine Alternative zu Udo Heitmann dar“, so Siede. Aus diesem Grund habe die Fraktion einstimmig beschlossen, ein Zeichen zu setzen, indem sie mit Siede einen eigenen Kandidaten aufstellt. Weitere Argumente seien, dass die UWG über genauso viele Ratsmitglieder wie die CDU verfüge, zudem habe Siede bei der Wahl im September nach Heitmann die meisten Direktstimmen erhalten. „Die Kandidaten Heitmann und Witte stehen für eine Fortsetzung der bisherigen Ratspolitik. Dafür haben uns die Jesteburger nicht in den Rat gewählt.“
Wer Bürgermeister werden will, muss im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichen (elf von 21 Stimmen). Die SPD kommt auf sieben Sitze, CDU und UWG Jes! haben jeweils fünf, die Grünen kommen auf drei Sitze und die FDP auf einen. Macht 21 stimmberechtigte Ratsmitglieder. Kaum vorstellbar, dass es im ersten Durchgang einen Sieger gibt. Im zweiten Durchlauf reicht dann schon die einfache Mehrheit. Wenn CDU und UWG dann weiterhin für ihre jeweiligen Kandidaten stimmen, bleibt Heitmann im Amt.
Spannend wird es auch bei der Besetzung der wichtigen Fachausschüsse. Bislang hatte die CDU (Britta Witte) den Vorsitz im Bauausschuss, die SPD führte den Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur. Den ersten Zugriff hat die SPD. Dann wird zwischen CDU und UWG gelost, wer als nächstes zum Zug kommt.
Spannung verspricht auch das Thema Verwaltungsausschuss (VA). Eigentlich stände es den UWG Jes-Mitgliedern gut zu Gesicht gegen das nicht-öffentlich tagende Gremium zu stimmen, um ihr Wahlversprechen „Mehr Transparenz“ Gewicht zu geben. Sollte es den VA allerdings geben, muss der neue Rat entscheiden, wie viele Ratsmitglieder ihm angehören - fünf oder sieben Politiker.

Auf ein Wort

Kein Platz für Eitelkeiten
Gleich die erste Sitzung des neuen Jesteburger Gemeinderates hat es in sich. An der Wahl des Bürgermeisters lässt sich gut erkennen, was demnächst in Jesteburg täglich auf der Agenda stehen wird. Welche Parteien ziehen an einem Strang? Oder gibt es vielleicht gar kein Miteinander? Fakt ist, um im Schatten der SPD wieder zu mehr Profil zu kommen, muss die CDU sich abgrenzen. Aber führt das zwangsläufig zu einer Zusammenarbeit mit der UWG?
Siede und seine Mitstreiter werden beweisen müssen, dass sie verlässliche Politik machen können. Bislang war man in der komfortablen Wahlkampf-Situation, alles schlecht reden zu können. Aber ist die UWG auch fähig, Jesteburg weiterzuentwickeln?
Die Besetzung der Fachausschüsse verrät zudem viel über das Innenleben der Parteien. Das gilt ganz besonders für die SPD. Es ist kein Geheimnis, dass Cornelia Ziegert - sie holte nach Heitmann die meisten Stimmen ihrer Partei - ein Auge auf den Bauausschuss geworfen hat. Verzichtet Genosse Börner dafür auf den Vorsitz im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur? Es bleibt spannend.
Sascha Mummenhoff

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