Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

"Jesteburgs ungebremste Bauwut"

Geht es nach den Plänen der CDU wird das „Itzenbütteler Kirchfeld“ zerstückelt

Bernd Wenzel, Vorsitzender der NaturFreunde Nordheide, kritisiert CDU-Pläne für Itzenbütteler Kirchfeld.

mum. Jesteburg. Nachdem SPD und Grüne die CDU-Pläne für einen Bebauungsplan im Wochenend-Gebiet „Itzenbütteler Kirchfeld“ (10,56 Hektar mitten im Ort) gekippt haben (das WOCHENBLATT berichtete), warnte Britta Witte vor den Konsequenzen: „Dauerhaftes Wohnen ist ohne B-Plan dort nicht erlaubt.“ Diese Worte lassen Bernd Wenzel, Vorsitzender der NaturFreunde Nordheide, nicht unberührt: „Die Samtgemeinde Jesteburg hat sich in den vergangenen Jahren durch übertriebene Rücksichtnahme auf Natur und Landschaft nicht besonders ausgezeichnet“, sagt der Naturschützer. Erinnert sei nur an den Bau des Bendestorfer Sportplatzes in der Seeve-Aue. Umso mehr sei es zu begrüßen, dass SPD und Grüne im Jesteburger Gemeinderat dafür sorgen, dass das Waldgebiet „Itzenbütteler Kirchfeld“ nicht durch den Bau einer Großsiedlung „platt gemacht“ werde.
Wenzel weiter: Britta Witte (CDU) verwende mit der Wortwahl „Innenverdichtung“ einen durch das Baugesetzbuch nicht gedeckten Begriff. Der Paragraf 1a Baugesetzbuch spreche von Nachverdichtung bestehender Baugebiete und anderen Maßnahmen der Innenentwicklung. „Das Itzenbütteler Kirchfeld ist weder ein bestehendes Baugebiet noch liegt es auch nur annähernd im oder nahe dem Innenort der Gemeinde Jesteburg“, so Wenzel. „Es handelt sich vielmehr um eines jener vielen Außengebiete, deren Besiedlung Jesteburg in den vergangenen Jahrzehnten betrieben hat. Vor allem diese ungebremste Bauwut in den Außenbereichen hat die Verkehrsprobleme im Innenort von Jesteburg geschaffen.“ Aus Wenzels Sicht wäre es für den Ort und die ganze Region ein Gewinn, wenn die Jesteburger Politiker den eingeschlagenen Weg fortsetzten und beim „Nein“ bleiben: „Die Folgen des demografischen Faktors können nur durch Verbesserung des gemeindlichen Services für junge Familien und eben nicht durch ungehemmtes Plattmachen der Landschaft gemildert werden.“
Britta Witte hingegen hält eine maßvolle Innenverdichtung an dieser Stelle für angemessen. „Wir sind an einer einvernehmlichen Lösung mit Einwohnern und Anwohnern interessiert, die sowohl die Bedürfnisse nach Rechtssicherheit als auch das Interesse an einer naturnahen Wohnumgebung berücksichtigen“, so Witte. Aus diesem Grund befürworte die CDU einen Vorentwurf für eine mögliche Bebauungsplanänderung. Ziel dieses Vorentwurfes sei die Schaffung eines Wohngebietes mit möglichst großen Grundstücken (etwa 1.500 Quadratmeter).