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Kirchfeld: Die nächste Runde - Die Grünen wollen eine politische Beratung, bevor eine Anliegerversammlung stattfindet

Birgit Heilmann und Karl-Heinz Gläser sehen beim Thema Kirchfeld Gesprächsbedarf

Das Thema Itzenbütteler Kirchfeld beschäftigt wieder einmal die Jesteburger Politik - aus gutem Grund. Bevor die Verwaltung mit den Anwohnern über die Zukunft des zehn Hektar großen Wochenendgebiets diskutiert (80 Häuser), fordert Birgit Heilmann (Grüne), dass es erst eine mehrheitsfähige Entscheidung im Rat gibt.

mum. Jesteburg. Und wieder ist das Itzenbütteler Kirchfeld auf der Agenda des Jesteburger Bauausschusses. Diesmal haben die Grünen Gesprächsbedarf. „Wir beantragen die Beratung des Vorentwurfes zum Itzenbütteler Kirchfeld im Bauausschuss der Gemeinde Jesteburg, bevor eine öffentliche Anliegerversammlung stattfindet“, sagt Birgit Heilmann. „Der aktuelle Entwurf ist noch in keinem Fachausschuss der Gemeinde diskutiert worden. Wenn als erster Schritt eine öffentliche Anliegerversammlung durchgeführt wird, entsteht in der Öffentlichkeit der Eindruck, dass dieser Entwurf von einer Mehrheit des Rates mitgetragen wird.“ Nach Meinung der Grünen ist es nicht sinnvoll, einen Entwurf, der noch keine politische Mehrheit hat, von der Öffentlichkeit diskutieren zu lassen. „Die Bürger könnten sich dann zu Recht die Frage stellen, warum ihnen ein Entwurf vorgestellt wird, der möglicherweise nicht einmal als Entwurf von einer Mehrheit des Rates befürwortet wird“, so Heilmann. Wie berichtet, gibt es seit Jahren Pläne, das etwa zehn Hektar große Wochenendquartier zu Bauland zu machen.
Schon jetzt halten die Grünen, laut Heilmann, verschiedene Aspekte des Vorentwurfes für bedenklich:
• Eine Festlegung auf 800 Quadratmeter pro Wohneinheit könne zu einer Bebauung von mehr als 80 Häusern bei den aktuellen Eigentumsverhältnissen führen. Dieser großflächige Zuwachs an Bebauung führe zu einer erheblichen verkehrlichen Belastung der Straße „Sandbarg“, da bei diesem Knotenpunkt die Gemeinde noch keine verkehrspolitische Lösung gefunden habe. Bevor die Gemeinde einen erheblichen Verkehrszuwachs verursache, sollten zunächst die Verkehrsprobleme gelöst werden.
• Auch eine Grundflächenzahl (GRZ) von 0,15 sei angesichts der Größe der Baugrundstücke sehr großzügig und werde nicht dazu beitragen, den Waldwohncharakter zu erhalten. Als Beispiel nennt Heilmann die Straße „Pferdeweg“. Dort sei kurz vor den Regenrückhaltebecken eine „Siedlung“ entstanden. Ziel sei es dort gewesen „Waldwohnen“ zu ermöglichen.
• Die Erschließungskosten und weitere Kosten, die auf die Eigentümer zukämen, würden im Verhältnis zur Ausnutzung eines Grundstückes betrachtet. Insofern könnten die Eigentümer/Pächter die Belastung möglicher Erschließungskosten erst dann angemessen einschätzen, wenn sie wissen, wie die mögliche Bebaubarkeit des Grundstückes sein wird.
„Da wir als Ratsmitglieder eine Reaktion der Eigentümer oder Pächter nach einer Anliegerversammlung hinsichtlich einer Änderung des B-Planes erwarten und die Anlieger nur auf der Grundlage annähernd verlässlicher Rahmendaten wie zu erwartende GRZ, Grundstücksmindestgröße und Geschossanzahl eine verlässliche Reaktion zeigen können, sollten wir diese Rahmendaten zuerst im Bauausschusses diskutieren“, so Heilmann.
Über das Itzenbütteler Kirchfeld wird seit Langem kontrovers diskutiert. Im Oktober vorigen Jahres hatten SPD und Grüne die CDU-Pläne, das grüne Wochenend-Wohnquartier zu einem großen Baugebiet zu entwickeln, im Bau-Ausschuss gestoppt (das WOCHENBLATT berichtete). Im Gespräch war die Zerstückelung des 10,56 Hektar großen Areals. Der nicht-öffentliche Verwaltungsausschuss hatte sich mit dem Thema Ende Februar beschäftigt. In der Ratsunterlage „Neuaufstellung eines Bebauungsplans“ ist von Erschließungskosten in Höhe von 975.000 Euro die Rede. 90 Prozent müssen die Anwohner tragen.
• Die Mitglieder des Bauausschusses treffen sich am heutigen Mittwoch, 13. Mai, ab 19 Uhr im „Heimathaus“ (Niedersachsenplatz).