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Kirchfeld: Ist das der Durchbruch? - Anwohner und Eigentümer haben in Arbeitsgruppen und Vollversammlungen ein Konzept erarbeitet

Um diese Fläche geht es: 10,56 Hektar könnten als neues Bebauungsgebiet mitten in Jesteburg ausgewiesen werden (Foto: Google Maps)

Kaum ein Thema wird in Jesteburg so kontrovers diskutiert wie das Itzenbütteler Kirchfeld. Anwohner und Eigentümer streiten seit Jahren über die Entwicklung des etwa zehn Hektar großen Wochenend-Areals. Während die einen das Waldgebiet als solches erhalten wollen, wünschen sich andere, dass ein Bebauungsplan über das Areal gelegt wird - und die bis zu 6.000 Quadratmeter großen Grundstücke geteilt werden dürfen. Jetzt haben beide Parteien erstmals in Arbeitsgruppen gemeinsam an einem Konzept gearbeitet, das demnächst politisch diskutiert werden soll.
Ursprünglich hatte die Verwaltung Grundstücke mit einer Mindestgröße von etwa 1.200 Quadratmetern (oder kleiner) vorgesehen. Das hätte etwa 48 Wohneinheiten bedeutet (heute sind es 24). Erschließungskosten und Kosten für Ersatzpflanzungen in Höhe von etwa 1,2 Millionen Euro schreckten die Beteiligten ab. Jetzt ist eine moderate Erschließung im Gespräch, bei der höchstens elf neue Gebäude entstehen könnten.

mum. Jesteburg. Ist das der Durchbruch im Itzenbütteler Kirchfeld? Hans-Jürgen Börner (SPD) und Günter Kamholz (CDU) haben den Antrag gestellt, die Erstellung eines Bebauungsplans für das Wochenend-Gebiet wieder auf die Tagesordnung der jeweiligen Ausschüsse zu nehmen. „In mehreren Sitzungen einer eigens eingerichteten Arbeitsgruppe und in Vollversammlungen wurde das Thema Kirchfeld ausführlich beraten“, heißt es in dem Antrag, der dem WOCHENBLATT vorliegt. „Die Anlieger entwickelten eigene Vorstellungen, die von dem Gedanken geleitet waren, das Dauerwohnen dort zu legalisieren und eine behutsame Weiterentwicklung in einem geänderten B-Plan im Sinne des letztgültigen Flächennutzungsplans vorzunehmen.“
Das sind die wesentlichen Ergebnisse - entnommen aus dem Antrag:
• Das Ingenieurbüro Feuerbach hat eine reduzierte Erschließungsplanung erarbeitet. Diese Variante verringert die ursprünglich vorgesehenen Erschließungskosten von bislang 975.000 Euro auf nun 680.000 Euro. 90 Prozent müssen die Anwohner tragen.
• Die Anwohner schlagen eine Mindestgrundstücksgröße von 1.500 oder 1.800 Quadratmetern vor. Je nach Variante könnten elf, beziehungsweise neun weitere Gebäude entstehen.
• Die Themen Waldausgleich und Sicherung vorhandener Grünstrukturen sollen im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens untersucht und festgesetzt werden.
• Die Beteiligung der Bürger ist weiterhin vorgesehen. Die Bedenken und Anregungen sollen im weiteren Verfahren berücksichtigt werden.
• Es bleibt jedem überlassen, ob er bauen möchte oder nicht. Insofern wird sich das gesamte Gebiet behutsam über mehrere Jahre unter Berücksichtigung der Waldstruktur weiter entwickeln.
• Die Anwohner schlagen das Hamburger Büro Claussen-Seggelke vor, das die letzten Skizzen erarbeitet hat.

Hintergrund: In den 1960er Jahren zog es zahlreiche Hamburger in die Nordheide, um in den so genannten Wochenend-Siedlungen Ruhe und Entspannung zu finden. So entstand auch das zehn Hektar große Areal rund um das Itzenbütteler Kirchfeld. Es geht im Nordwesten bis an die „Hof + Gut“-Weiden heran, im Südwesten bis an den Wald, im Südosten endet das Areal gegenüber der Einmündung zur Heidhöhe in die Itzenbütteler Straße. Betroffen sind etwa 25 Parteien (im Schnitt mit 6.000 Quadratmeter-Grundstücken), die entweder eigene Flächen besitzen oder zur Erbpacht wohnen.
Die Eigentümer stehen vor der Frage, was aus dem Areal werden soll. Offiziell darf es nur als Wochenend-Wohngebiet genutzt werden. So soll es für manche Anwohner auch bleiben. Es gibt aber auch Eigentümer, die das Areal gern zu einem „echten“ Wohngebiet entwickeln möchten. Zwei Positionen, die sich schwer miteinander vereinbaren lassen. Das Interesse der Gemeinde liegt auf der Hand. „Wir wollen den Menschen dort Rechtssicherheit bieten“, sagte Verwaltungschef Hans-Heinrich Höper während einer Anwohner-Versammlung. Laut derzeitigem Flächennutzungsplan sei auf dem Areal keine Dauerbewohnung erlaubt.