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„Kunstnetz“-Mitglieder sind enttäuscht

Enttäuscht vom Votum des Ausschusses: "Kunstnetz"-Vorsitzende Stefanie Busch

UWG Jes! übt scharfe Kritik an 60.000 Euro Geschenk für „Naturbühne“.

mum. Jesteburg. „Freud und Leid liegen dicht beieinander“ - das gilt ganz besonders für die Zuschuss-Anträge, die am Mittwochabend im Jesteburger Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur diskutiert wurden. Sichtlich enttäuscht verließ „Kunstnetz“-Vorsitzende Stefanie Busch den Sitzungsraum. Sie hatte um 1.700 Euro gebeten. Davon sollen zwei Veranstaltungen - die Mai-Ausstellung im „Heimathaus“ mit 1.100 Euro und die Gartenreise mit 600 Euro - unterstützt werden. Das war den Politikern zu viel. Stattdessen gab es für beide Events 800 Euro. Bitter für die engagierten Künstler, die sich sehr für die Attraktivität des Ortes einsetzen und dabei auf Spenden angewiesen sind.
Mehr Grund zur Freude hatte da der Verein „Naturbühne“. Folgt der Rat der Empfehlung des Ausschusses, macht Jesteburg den Mitgliedern ein 60.000 Euro Geschenk - aus Steuergeld (das WOCHENBLATT berichtete). Das passt UWG Jes!-Chef Hansjörg Siede nicht. Er kritisiert CDU, SPD und Grüne scharf. „Wir sorgen uns um die Rechtmäßigkeit dieser Maßnahmen“, so Siede. Für ihn sei nicht nachvollziehbar, warum der Verein eine derart herausgehobene Bedeutung in der Kulturförderung bekommen soll. „Die geplante Umwandlung des Darlehens in einen Zuwendungsbescheid riecht stark nach einer verdeckten Schenkung“, so Siede. „Natürlich ist es bedauerlich, dass eine Idee trotz des großen ehrenamtlichen Einsatzes der Vereinsmitglieder nicht gezündet hat, aber deshalb dem Verein 60.000 Euro zu schenken, ohne dass erkennbar ist, was der Verein zukünftig anders machen will, ist für uns gegenüber den Steuerzahlern nicht zu rechtfertigen.“
Die UWG Jes! schlug als Alternative vor, dass die Gemeinde Eigentümer der Bühne wird. „Der Verein wäre von der finanziellen Last erlöst und die Jesteburg-Touristik hätte die Möglichkeit, weitere Einnahmen zu erzielen, indem sie die Bühne vermarktet.“
Siede missbilligte zudem, dass der Verein einen Zuschuss in Höhe von 5.000 Euro für ein weiteres „Truck Stop“-Konzert bekommen soll. „Das mag die Herzen vieler Country-Fans höher schlagen lassen. Aber es handelt sich um eine kommerzielle und mit Steuergeldern subventionierte Veranstaltung, die nur der Unterhaltung dient und nicht in den Zusammenhang mit einer Kulturförderung gerückt werden darf.“ Immerhin handelt es sich bei der Förderung um einen Zuschuss, der im Falle eines erfolgreichen Konzerts zurückgezahlt werden muss. Wie berichtet, gelang dieses etwa für das Konzert von Stefan Gwildis in diesem Jahr.

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