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Lückings nächster Streich

Auf das etwa 2,5 Hektar große Grundstück zwischen Seevekamp und Schierhorner Weg (rot) hatte auch die Gemeinde Jesteburg ein Auge geworfen. Die gelbe und die blaue Flächen gehören unterschiedlichen Eigentümern (Foto: Google Maps / MSR)
 
Steffen Lücking möchte in Jesteburg 45 neue Wohneinheiten schaffen

Investor schnappt der Gemeinde Filet-Grundstück zwischen Seevekamp und Schierhorner Weg weg.

mum. Jesteburg. Das ist eine faustdicke Überraschung! Investor Steffen Lücking schnappt sich eines der absoluten Filet-Grundstücke in Jesteburg. Laut eigenen Angaben hat der 39-Jährige 2,5 Hektar gekauft. Die Fläche befindet sich zwischen Schierhorner Weg und Seevekamp. Dabei handelt es sich um Ackerland - noch. Lücking spielt in die Karten, dass die Gemeinde Jesteburg die Fläche eigentlich selbst erwerben wollte, um dort unter anderem günstigeren Wohnraum zu schaffen. Verwaltungschef Hans-Heinrich Höper hatte den Gemeinderats-Auftrag, mit den Eigentümern zu sprechen. Das kann sich Höper jetzt sparen. „Ich habe mich mit Wilhelm Frommann und der Erbengemeinschaft geeinigt“, so Lücking. „Die Verträge sind unterschrieben.“ Er habe 1,8 Millionen Euro bezahlt.
Weil die Gemeinde das Areal selbst erschließen wollte, läuft derzeit die Änderung des Flächennutzungsplans. Im nächsten Schritt müsste Jesteburg einen Bebauungsplan aufstellen. „Mir ist sehr wichtig, dass ich sehr schnell mit der Gemeinde ins Gespräch komme, um auszuloten, ob wir eine gemeinsame Schnittmenge finden“, so Lücking. Er hält es für möglich, dass auf der Fläche insgesamt 45 Wohneinheiten entstehen. „Am liebsten wäre mir eine Mischung aus Einfamilien- und Doppelhäusern. Zudem würde ich dort auch gern ein mehrgeschossiges Gebäude errichten“, so Lücking, der davon überzeugt ist, dass es auf die Mischung ankommt. „Bei 45 Wohneinheiten werden 30 Prozent als ‚günstigerer Wohnraum‘ zur Verfügung stehen“, verspricht Lücking.
„Ich finde es gut, dass jemand mit Lückings Erfahrung das Grundstück gekauft hat“, sagt Cornelia Ziegert (SPD). „Etwas Besseres kann der Gemeinde doch gar nicht passieren.“ Ziegert weist darauf hin, dass Jesteburg derzeit noch am Pfarrweg (zehn Wohneinheiten) und an der Bredbeekskoppel (45 Wohneinheiten) günstigeren Wohnraum schaffen möchte. Mit der Umsetzung des Projektes am Pfarrweg sollte eigentlich schon im vergangenen Jahr begonnen werden. Jedoch hatten nicht alle Gewerke Angebote abgeben, so dass das Projekt zurückgestellt werden musste. „Das ist für uns allerdings ein Glücksfall“, so Ziegert. Statt der vorgesehenen 1,4 Millionen Euro investieren wir jetzt 1,2 Millionen Euro in die kommunale Wohnungsbaugesellschaft und bekommen dafür aber 50 Wohnungen.“
Die FDP spricht sich gegen eine weitere Zersiedelung Jesteburgs aus. „Aber wenn wir schon in den sauren Apfel beißen müssen, dann ist Steffen Lücking ein interessanter Partner“, sagt Frank Gerdes, Mitglied des Jesteburger Samtgemeinderates. Einfamilien- und Doppelhäuser seien für ihn kein Problem. „Bei mehrgeschossigen Gebäuden hätte ich Bauchschmerzen. Das passt an dieser Stelle überhaupt nicht“, so Gerdes.
• Steffen Lücking ist in Jesteburg kein unbeschriebenes Blatt. Der Unternehmer hatte auch beim Gesundheitszentrum seinen Hut in den Ring geworfen - allerdings gegen den Jesteburger Axel Brauer den Kürzeren gezogen, obwohl Lücking sogar mehr Geld geboten hatte. Für die Politik war damals ausschlaggebend, dass Brauer unter anderem Ole Bernatzki, Chef des Ambulanten Hauspflege Dienstes (AHD), und die Jesteburger Gemeinschaftspraxis von Dr. Petra Leschig und Dr. Katrin Pinninghoff-Buss als Mieter präsentiert hatte. Wie berichtet, sind die Ärztinnen sowie Bernatzki inzwischen aus unterschiedlichen Gründen ausgestiegen.
Lücking dürfte das leicht verschmerzen, denn allein in diesem Jahr realisiert der 39-Jährige zahlreiche Projekte - unter anderem 72 Eigentumswohnungen in Buchholz sowie zwölf Eigentumswohnungen in Egestorf. In Jesteburg baute er unter anderem eine Seniorenwohnanlage mit 19 Einheiten.