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Maulkorb für WOCHENBLATT-Redaktion - Hans-Jürgen Börner fällt aus der Rolle

Ist mit der WOCHENBLATT-Berichterstattung mehr als unzufrieden: Hans-Jürgen Börner
 
WOCHENBLATT-Verleger Martin Schrader

Ausgerechnet der ehemalige NDR-Redakteur Hans-Jürgen Börner (SPD) hat jetzt offensichtlich mit der Pressefreiheit ein Problem. Weil ihm die „tendenziöse und zum Teil falsche Berichterstattung des WOCHENBLATT“ nicht schmeckt, fordert er, dass die Gemeinde Jesteburg künftig mit eigenen Veröffentlichungen über die politischen Ergebnisse in Jesteburg informiert.
Außerdem soll die Gemeinde ein „kompetentes Anwaltsbüro“ beschäftigen, das sich im Medienrecht auskennt. Will ausgerechnet Börner, der jahrzehntelang als Journalist nie ein Blatt vor den Mund genommen hat, nur noch Veröffentlichungen zulassen, die ihm genehm sind?

mum. Jesteburg. Wenn es nach Hans-Jürgen Börner - Jesteburger SPD-Ratsherr und Ex-NDR-Redakteur - geht, soll dem WOCHENBLATT hinsichtlich der Berichterstattung über die Gemeinde Jesteburg ein Maulkorb übergehängt werden.
Als Vorbild hat sich Börner wohl den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan genommen, der die türkischen Medien drangsaliert und die Pressefreiheit mit Füßen tritt.
In einem Schreiben vom 11. November 2015 an den Jesteburger Gemeindedirektor Hans-Heinrich Höper bittet Börner, einen Antrag in die nächste Sitzung des Verwaltungsausschusses aufzunehmen, der sich mit der „tendenziösen und zum Teil falschen Berichterstattung des WOCHENBLATT“ beschäftigt. Den Brief haben wir hier abgedruckt. Der Verwaltungsausschuss tagt am Mittwoch, 9. Dezember.
Seit 1972 erscheint das WOCHENBLATT im Landkreis Harburg. Seit 1972 zeichnet WOCHENBLATT-Verleger Martin Schrader auch für den redaktionellen Inhalt verantwortlich. Börner und Schrader kennen sich seit Jahrzehnten persönlich. In einem Kommentar äußert sich Schrader zu Börners Anliegen.

Kommentar

Dummheit
Ich hätte Hans-Jürgen Börner für intelligenter eingeschätzt, auch aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Redakteur. Ist es Altersstarrsinn oder verletzte Eitelkeit, dass Börner diesen dümmlichen Antrag stellt?
Börner wurde in den letzten Wochen und Monaten von WOCHENBLATT-Redakteur Sascha Mummenhoff etwas kritisch begleitet. Auch gaben Politik und Verwaltung in letzter Zeit des Öfteren Anlass für eine kritische Berichterstattung. Sei es die Diskussion um die vorerst gescheiterte Famila-Ansiedlung, um den Neubau des Feuerwehrgerätehauses, die Bebauung des Clement-Areals, das Kunsthaus, den Kunstpfad, die Oberflächenentwässerung oder zuletzt der „für Jesteburg schädliche Wochenmarkt“.
Bei vielen dieser Themen spielte auch Börner eine wesentliche Rolle.
Sollten die Mitglieder des Verwaltungsausschusses diesem Antrag zustimmen, das WOCHENBLATT kann damit leben. Allerdings ist mir in über viereinhalb Jahrzehnten WOCHENBLATT-Geschichte ein solcher Antrag noch nicht untergekommen.
Das WOCHENBLATT hat in dieser Zeit viel bewegt, viel Unsinniges verhindert, manchen Skandal - gerade aus Politik und Verwaltung - aufgedeckt und sicherlich auch manchmal in der Berichterstattung daneben gelegen. Trotzdem bin ich nach wie vor stolz auf meine Redaktion und werde ihr weiterhin den Rücken stärken.
Für mich ist Hans-Jürgen Börner der Erdogan von Jesteburg, der das angebliche WOCHENBLATT-Monopol brechen möchte, der die Jesteburger Bürgerinnen und Bürger nur so weit informiert wissen möchte, wie es für ihn als Ratsherr nicht schädlich ist.
Martin Schrader

Der Geschäftsordnungsantrag von Hans-Jürgen Börner für
die nicht-öffentliche Sitzung des Verwaltungsausschusses


Sehr geehrter Herr Höper,
für die Beratung im Verwaltungsausschuss bitte ich nachfolgenden Antrag auf die Tagesordnung zu nehmen:

Außendarstellung der Gemeinde Jesteburg, vor allem im Hinblick auf die
tendenziöse und zum Teil falsche Berichterstattung der KREISZEITUNG
WOCHENBLATT. Dazu folgende Vorschläge:
1. Gegenöffentlichkeit als Alternative.
Die mit großem Erfolg unregelmäßig und zu besonderem Anlass herausgegebene „Mitteilung an alle Haushaltungen der Gemeinde Jesteburg“ erscheint künftig monatlich. Ergebnisse von Gremiensitzungen erscheinen unmittelbar danach auf der Homepage der Gemeinde.
2. Falsche Tatsachenbehauptungen in der KREISZEITUNG WOCHENBLATT werden sofort mit einer Gegendarstellung korrigiert.
3. Der Bürgermeister und der Gemeindedirektor führen regelmäßig ein ausführliches Gespräch mit dem Verleger und amtierenden Chefredakteur über wahre und wahrhaftige Berichterstattung der KREISZEITUNG WOCHEN­BLATT.
4. Die Gemeindeverwaltung Jesteburg beschäftigt kontinuierlich ein kompetentes Anwaltsbüro, das sich mit Medienrecht und den Kodizes des Deutschen Presserates auskennt.
Begründung:
Die KREISZEITUNG WOCHENBLATT berichtet regelmäßig tendenziös und zum Teil falsch über Jesteburger Politik. Wenn sich diese Berichterstattung auf einzelne Personen bezieht, können sich die Betreffenden mit Erfolg juristisch wehren. Aber die Berichterstattung der KREISZEITUNG WOCHENBLATT schädigt langfristig das Ansehen der Gemeinde und ihrer Bürger.

Bisher hat es am gemeinsamen politischen Willen von Verwaltung und Rat gefehlt, dem Unwesen der KREISZEITUNG WOCHENBLATT zu begegnen. Die aktuellen Veröffentlichungen bewirken hoffentlich ein Umdenken.

Jesteburg, den 11.11.15
Hans-Jürgen Börner