Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Oberstufenplätze: CDU und Wählergemeinschaft wollen Bedarf klären, um vorbereitet zu sein

Kay Wichmann (WG) (Foto: archiv / mum)
 
Dr. Hans-Heinrich Aldag (CDU) (Foto: archiv / mum)
mum. Jesteburg. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Unmittelbar nach der erneuten Absage der niedersächsischen Landesschulbehörde für die Einrichtung einer Oberstufe an der Jesteburger Oberschule Anfang März (das WOCHENBLATT berichtete) hat die Gruppe CDU/Wähler Gemeinschaft eine Anfrage an den Landkreis gestellt. Es geht um den künftigen Bedarf an Oberstufenplätzen im Landkreis Harburg. Unterschrieben wurde der Antrag unter anderem von Kay Wichmann (WG) und dem Ur-Jesteburger Dr. Hans-Heinrich Aldag (CDU), einem leidenschaftlichen Fürsprecher der Oberschule in seinem Heimatdorf.
„Wir stellen diese Anfrage vor dem Hintergrund des grundsätzlichen gesetzlichen Anspruchs von Schülern mit einem erweiterten Sekundarabschluss I - der auf Gymnasien, Gesamtschulen, Oberschulen und Realschulen erworben werden kann - nach Klasse 10 eine Oberstufe des Landkreises zu besuchen“, heißt es in dem Antrag. „Um diesen Anspruch erfüllen zu können, gilt es, rechtzeitig die an den Gymnasien, Gesamtschulen und Fachgymnasien bestehenden Plätze mit dem voraussichtlich erforderlichen Gesamtbedarf abzugleichen.“ Dabei sei vor dem Hintergrund der Satzung über die Festlegung von Schulbezirken im Landkreis Harburg (Schulbezirkssatzung) auch eine räumliche Aufschlüsselung und Zuordnung erforderlich. „Eine zusätzliche Dynamik könnte die Thematik spätestens ab dem Schuljahr 2018/19 erfahren, wenn die Mehrheit der im Landkreis neu gegründeten oder umgewandelten Oberschulen - zum Teil explizit mit ‚gymnasialen Zweigen‘ - die ersten 10. Klassen beenden und gleichzeitig die dreijährige Oberstufe (G9) in Niedersachsen wieder eingeführt wird.“
Die CDU/WG-Gruppe möchte unter anderem wissen, wie hoch die Anzahl der aktuell zur Verfügung stehenden Oberstufenplätze ist und ob der voraussichtliche Bedarf auch räumlich gemäß den Regelungen der bestehenden Schulbezirkssatzung gedeckt werden kann?
Die Zahlen sollen im nicht-öffentlichen Kreisausschuss auf den Tisch kommen, „damit gegebenenfalls bereits der kommende Schulausschuss auf seiner Sitzung am 31. Mai mit weiteren Beratungen beginnen kann“, heißt es in dem Antrag.

Auf ein Wort von Sascha Mummenhoff:
Alles zum Wohle der (Jesteburger) Schüler?

Gegen die Anfrage der CDU/WG-Gruppe spricht per se nichts. Im Gegenteil: Es ist sogar sehr verantwortungsbewusst, dass die Politik sich um die Schulbildung der Landkreis-Jugend kümmert. Aber: Es irritiert, dass diese Anfrage unmittelbar nach dem Aus für die Jesteburger Oberstufe kommt. Es ist zu hoffen, dass CDU/WG sich nicht vor den Jesteburger Karren spannen lassen. Wer zwischen den Zeilen liest, könnte den Wunsch erkennen, Jesteburg zumindest als Außenstelle eines Gymnasiums durchzuboxen. Der explizite Hinweis auf die Schuleinzugsbezirke lässt diesen Schluss zu. Bislang hieß es, dass die etwa 90 betreffenden Jesteburger Schüler im Sommer 2018 auf eine der zahlreichen Oberstufen (Gymnasien, Gesamtschulen und Berufsbildenden Schulen) im Landkreis verteilt werden können. Bekannt ist, dass mehr als 60 Prozent der betreffenden Schüler nicht aus Jesteburg stammen. Was ist, wenn diese größtenteils aus Buchholz stammen und auf ein Gymnasien wollen? Wäre das für die beiden Buchholzer Gymnasien noch händelbar?
Derzeit geht man davon aus, dass von den 90 Schülern der heutigen 8. Klasse nur 34 auf eine weiterführende Schule wollen. Das dürfte selbst für Buchholz allein zu bewältigen sein.