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Sonderrechte für einen Schäfer?

Kritisiert den Neubau im Naturschutzgebiet: Kreistagsmitglied Lars Möhrke (Grüne)

Gelten für Schäfer Sonderrechte? Das fragen sich die Grünen und sind mächtig auf Zinne. Mitten im Naturschutzgebiet bei Döhle soll ein Wohnhaus mit Garage entstehen, damit der Schäfer näher an seinen Tieren ist.



mum. Döhle.
Die Grünen des Ortsverbandes Salzhausen-Hanstedt sprechen sich gegen den beantragten Neubau eines Einfamilienhauses mit Kleingarage und Holzlager im Naturschutzgebiet „Lüneburger Heide“ neben dem Schafstall in Döhle aus. Der Bauantrag für ein Wohnhaus für einen Schäfer und seine Familie wurde beim Landkreises Harburg eingereicht, die Umweltverbände beteiligt.
„Bürger dürfen im Naturschutzgebiet weder Pilze sammeln, noch Heidekraut pflücken oder gar Wege verlassen, Autoverkehr ist nicht gestattet, aber es ist zu erwarten, dass für den Neubau eines Einfamilienhauses alle Vorschriften so gebeugt und ignoriert werden, dass dem Antragsteller der massive Eingriff in den Naturhaushalt gestattet wird und ihm die naturschutzrechtliche Befreiung erteilt wird“, kritisiert Ortsvereins-Vorsitzender Hans-Joachim Abegg. Durch das ungenehmigte Abholzen von Brutbäumen einer Graureiherkolonie mit 16 Horsten im Vorfeld der Maßnahme seien schon Tatsachen auf dem Grundstück geschaffen worden, die den Zustand für die Natur verschlechtert hätten und nicht rückgängig zu machen seien.
„Wir sind gegen die beantragte Baumaßnahme und schließen uns im Wesentlichen den Stellungnahmen der Naturschutzverbände an“, so Kreistagsmitglied Lars Möhrke. „Ein überwiegend öffentliches Interesse an dem vorgenannten Neubau können wir nicht erkennen, zumal der Antragsteller in nicht einmal einem Kilometer Entfernung vom Schafstall ein Einfamilienhaus besitzt.“
Der Neubau des beantragten Wohnhauses im Naturschutzgebiet würde wie ein Fremdkörper in dieser schützenswerten Landschaft wirken. Zudem seien die Störungen im Naturschutzgebiet durch die mit dem täglichen Leben verbundenen Aktivitäten einer Familie, wie tägliche Fahrten nicht hinnehmbar. „Damit der Schäfer während intensiver Betriebszeiten rund um die Uhr vor Ort sein kann, wurde bereits ein Dachausbau für eine kleine Wohnung im Schafstall vorgenommen“, so die Grünen.