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SPD sucht Ratsmitglied - vergeblich?

Hinkt die SPD der Zeit hinterher? Auf der Homepage wurde am Dienstag noch mit Melanie Ritter als Fraktions-Vize geworben. Sie hat ihr Amt aber bereits im Oktober niedergelegt (Foto: SPD Jesteburg)

Nach dem Ausscheiden von Melanie Ritter finden die Sozialdemokraten keinen Nachfolger.

mum. Jesteburg. Pleite für die Jesteburger SPD! Wenn der Gemeinderat am heutigen Mittwoch, 16. Dezember, ab 19 Uhr im „Heimathaus“ (Niedersachsenplatz) zusammenkommt, dann wird aller Voraussicht nach ein Sitz wieder unbesetzt bleiben. Der Wahlausschuss hat einstimmig dafür gestimmt, Loretta Wollenberg nicht als Nachrücker zuzulassen. Die beliebte Jesteburgerin sollte für Melanie Ritter in den Gemeinderat folgen.
Wie bereits berichtet, hat Ritter die Seiten gewechselt. Seit Anfang Oktober ist die 39-Jährige neue Fachbereichsleiterin „Bürger/Ordnungsamt“. Ritter war nicht nur Gemeinderatsmitglied, sondern auch stellvertretende Fraktionschefin der Jesteburger SPD.
In der Begründung - warum Wollenberg nicht in Frage kommt - heißt es, sie habe den Fragenkatalog der Gemeinde nicht beantwortet. Die Fragen seien von der Landeswahlleitung als zulässig erklärt worden, weil Wollenberg ihren ersten Wohnsitz nicht in Jesteburg habe. Das Nichtbeantworten der Fragen sei als eindeutiges Desinteresse an der Wahrnehmung eines Ratsmandates in Jesteburg gewertet worden.
„Ich finde es schade, dass Frau Wollenberg die Fragen nicht beantwortet hat“, so Fraktionschef Helmut Pietsch. „Ich denke, sie wäre eine Bereicherung für die Fraktion gewesen.“ Unmittelbar nach dem Aus für Loretta Wollenberg hat die SPD Sigrid Hoyer angeboten, in den Gemeinderat nachzurücken. „Wir haben bereits Kontakt mit ihr aufgenommen“, so Pietsch. „Sie braucht jedoch Zeit für eine Entscheidung. Falls sie bis Mittwoch zusagen sollte, kann sie in den Rat aufgenommen werden.“ Laut Pietsch werde die SPD bis Anfang Februar über die erforderlichen Veränderungen beraten. „Dies ist und bleibt eine fraktionsinterne Angelegenheit“, so Pietsch. Er räumt allerdings auch ein, dass über die Besetzung des Verwaltungsausschusses gesprochen werden muss. Eigentlich kann es nicht im Sinne des Fraktionschefs sein, im wichtigsten Gremium des Ortes nur als „Reservespieler“ dabei zu sein.

Nach Redaktionsschluss der WOCHENBLATT-Print-Ausgabe teilte Helmut Pietsch mit, dass Loretta Wollenberg zwei Wochen Zeit bekommt, gegen den Beschluss des Wahlausschusses Widerspruch einzulegen. "Dann muss in der nächsten Ratssitzung darüber befunden werden", so Pietsch. Verwaltungschef Hans-Heinrich Höper hätte ihn darüber kurzfristig informiert. Kaum vorstellbar, dass es daher zu einer schnellen Lösung kommt.

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