Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Und alle wollen stets Geld - In der Sitzung des Kulturausschusses am Mittwoch: Acht Vereine bitten um Zuschüsse in Höhe von 37.200 Euro

Für das Kunsthaus soll die Gemeinde einen Zuschuss in Höhe von 5.500 Euro locker machen
 
Die Kunststätte Bossard wird bereits jährlich mit 25.000 Euro unterstützt. Jetzt sollen weitere 8.500 Euro hinzukommen (Foto: Kunststätte Bossard)
mum. Jesteburg. "Jesteburgs Geldschleuder" wird wieder angeworfen" lautete die WOCHENBLATT-Schlagzeile im Februar vorigen Jahres, um eine Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kultur (WTK) der Gemeinde Jesteburg anzukündigen. Zahlreiche Vereine baten um finanzielle Unterstützung. Neues Jahr, neues Glück - am Mittwoch, 4. November, dürfen die Ausschuss-Mitglieder wieder bestimmen, welche Vereine aus dem Gemeinde-Füllhorn bedacht werden. Es wird eine lange Sitzung, die um 19 Uhr im "Alten Rathaus" (Niedersachsenplatz) beginnt. Insgesamt bitten acht Vereine um Zuschüsse in Höhe von 37.200 Euro.
Eine Übersicht:
• Das Jesteburger "Podium" möchte mit 10.000 Euro den größten Schluck aus der Gemeinde-Pulle nehmen. "Wir haben für 2016 ein Konzept mit besonders hohem Niveau und Künstlern mit anspruchsvollem Programm erstellt, um dem 25-jährigen Bestehen des Vereins einen gebührenden Rahmen zu verleihen und für die Mitglieder, Sponsoren und Besucher ein eindrucksvolles Kultur-Jahr zu gestalten", begründet Vorsitzende Karin Neudert ihren Antrag. "Die Gemeinde profitiert in sofern davon, dass das Podium im Jahr mindestens 1.500 Besucher aus dem gesamten Landkreis zählen kann, die dazu beitragen, das Image der Kulturgemeinde Jesteburg in hohem Maße zu optimieren."
• Die Kunststätte Bossard landet mit 8.500 Euro für eine Ausstellung anlässlich des 20. Todestages von Jutta Bossard auf Platz zwei. Allerdings unterstützt Jesteburg den Kunsttempel pauschal mit weiteren 25.000 Euro pro Jahr (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach).
Ohnehin gilt, dass viele Vereine durch "verdeckte Zahlungen" deutlich mehr bekommen, als sie jetzt beantragt haben. So trägt die Gemeinde beispielsweise sämtliche Kosten, die für das Gebäude "Kunsthaus" anfallen. Auch das "Podium" darf das "Heimathaus" kostenlos nutzen.
• Auf dem dritten Platz folgt mit 5.500 Euro der Verein "Kunstwoche Jesteburg". "Das Kunsthaus zählt zu einem der bestbesuchten Ausstellungsorten in unserer Region", schreibt Kuratorin Isa Maschewski in ihren Antrag. "Dies liegt in unseren Augen neben unserem guten Programm auch daran, dass in Jesteburg so viele kulturinteressierte Menschen leben, die das Kunsthaus zu einem positiven Ort der Begegnung, des Austauschs und der Vermittlung werden lassen." Die Besucherzahlen aus dem Jahr 2014 würden laut der Kuratorin 2015 überschritten werden, so dass es wohl etwa 6.000 Besucher sein werden. "Wir können also einen definitiven Anstieg der Attraktivität, der Bekanntheit und der Beliebtheit des Kunsthaus Jesteburg und unseres Programms verzeichnen", so Maschewski. "Es ist unser Wunsch, mit den beantragten Mitteln konkrete Ausstellungs-Projekte von deutschlandweiter Relevanz zu realisieren." Das Gesamtbudget des Kunsthauses liegt bei 51.000 Euro. Davon streicht vermutlich allein Kuratorin Maschewski mehr als 20.000 Euro ein.
• Außerdem möchten folgende Vereine Geld: Kammerspiele Günther Malzacher (5.000 Euro), Naturbühne Jesteburg (4.000 Euro als Ausfallbürgschaft), Blasorchester Jesteburg (2.000 Euro), Jesteburger Chor "Seevetal" (1.400 Euro) und der Kunstverein Jesteburg (800 Euro).
Vier weitere Anträge sind nicht-öffentlich. Warum - darüber kann nur spekuliert werden.
Übrigens: Die Verwaltung hat unter jeden Antrag folgenden Hinweis geschrieben: "Die finanzielle Lage der Gemeinde ist wegen ausstehender Entscheidungen zur Finanzierung der Flüchtlingsproblematik noch unklar. Bitte beachten Sie dies bei der Mittelvergabe." Ob sich die Politik daran halten wird?