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"Verbale Blendgranaten statt inhaltlicher Auseinandersetzung"

Im WOCHENBLATT hatten Bernd Jost und Karl-Heinz Glaeser kritisiert, dass die Unabhängigkeit der Programmgestaltung nicht mehr gewährleistet sei, wenn der UWG-Antrag angenommen werden würde
 
Legt sich mit jedem an: UWG-Chef Hansjörg Siede

UWG Jes!-Chef Siede reagiert auf Kritik an der von ihm vorgeschlagenen Richtlinie zur Kulturförderung.

mum. Jesteburg. Der Streit zwischen CDU und Grünen auf der einen Seite und der UWG Jes! auf der anderen um eine von der Wählergemeinschaft geforderte neue Richtlinie zur Kulturförderung eskaliert. Während Bernd Jost (CDU) und Karl-Heinz Glaeser (Grüne) Hansjörg Siede und seinen Mitstreitern Engstirnigkeit vorwerfen (das WOCHENBLATT berichtete), kontern die Politik-Neulinge mit deutlichen Worten: „In den vergangenen Jahren haben die Ratsmitglieder mit ihrer Kulturpolitik Gräben zwischen den Jesteburger Kulturschaffenden geschaffen“, behauptet UWG Jes!-Chef Hansjörg Siede. Eine Konzentration auf moderne Kunst, importierte Künstler und ein Ausschluss freier Kulturschaffender von den Fördertöpfen hätten viele Initiativen bereits im Keim erstickt. „Deshalb haben wir gemeinsam mit Kulturschaffenden eine Förderrichtlinie erarbeitet, die gezielt Jesteburger Künstler unterstützt und durch ein Höchstmaß an Transparenz überzeugt“, so Siede weiter. Die vorgetragene Kritik bestünde aus „verbalen Blendgranaten“, die lediglich darüber hinwegtäuschen solle, dass die aktuelle Förderrichtlinie der Gemeinde weder ein klares Leitbild hat, noch die Vergabe oder die Verwendung der Steuergelder nachvollziehbar regelt. Absichtserklärungen des Jesteburger Politik-Establishments zum Thema Kultur folge leider meistens nur heiße Luft. Kunsthaus und Kunstpfad seien gefloppt. Die UWG habe eine für alle Antragsteller gleichermaßen gültige Leitlinie und Beurteilungskriterien erarbeitet. Dass die Beantwortung von 17 einfachen Fragen Kulturschaffende davon abhalten soll, einen Förderantrag zu stellen, deutet laut Siede auf ein sehr befremdliches Bild der Herren Jost und Glaeser über das Engagement von Kulturschaffenden hin.
CDU-Ratsherr Jost wird von Siede auch in seiner Funktion als „Naturbühnen“-Chef kritisiert. „Selbstverständlich bereichern auch Truck Stop-Events sowie Schlager- und Klassikkonzerte die Veranstaltungsvielfalt in Jesteburg, aber sie dienen der reinen Unterhaltung und haben nichts mit einer dörflichen Kulturförderung zu tun.“ Den bisher verantwortlichen „Kulturpolitikern“ liege offensichtlich ein Kulturverständnis zugrunde, das in der Großstadt seine Berechtigung haben mag, aber nicht in Jesteburg. „Deshalb haben wir als zweitstärkste politische Kraft unsere Vorstellungen für eine nachhaltige Kulturpolitik ausführlich präsentiert“, so Siede. Projekte können demnach nur dann auf eine gemeindliche Förderung hoffen, wenn sie die Menschen zusammenführen und einen regionalen Bezug haben. Für Siede ist klar, dass SPD, CDU und Grüne eine Auseinandersetzung mit seinen Vorschlägen ablehnen, weil sie befürchten, „Naturbühne“, Kunststätte Bossard oder das Kunsthaus könnten ihre regelmäßigen Förderansprüche nicht ausreichend untermauern und durch ein für alle nachvollziehbares Förderraster fallen.
• Auf der UWG-Homepage (www.uwg-jesteburg.de) ist der von der Wählergemeinschaft geforderte Fragenkatalog nachzulesen. Im Kultur- sowie im Verwaltungsausschuss scheiterte der Antrag an der Mehrheit von SPD, CDU und Grünen. Auch im Gemeinderat am Mittwoch, 21. Juni, dürfte es nicht besser laufen (19 Uhr im „Heimathaus“).

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