Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

„Wir sind fassungslos!“ - Jesteburger gründen Bürgerinitiative, um den Ausbau des Ginsterkamps zu verhindern

Eine Alternative, die im Bauausschuss diskutiert wird: Um die Straße Ginsterkamp ausbauen zu können, muss der Höhenunterschied ausgeglichen werden
mum. Jesteburg. „Dieses Giga-Projekt macht uns Anwohner einfach nur fassungslos“, sagt Wilfried Gerhard, Sprecher der Bürgerinitiative Ginsterkamp. Hintergrund für die Verärgerung sei die mögliche Umwandlung des Itzenbütteler Kirchfeldes (ein etwa zehn Hektar großes Wochenendquartier, das WOCHENBLATT berichtete mehrfach) in ein verdichtetes Wohngebiet mit möglicherweise bis zu 80 Wohneinheiten. „Damit wird nach unserer Meinung die seit Jahren schon in Gang befindliche Zerstörung von Naherholungsgebieten noch einmal kräftig angeschoben.“ Das alles geschehe nach dem fatalen Prinzip, so viel Besiedlung „im Grünen“ zu fördern, bis es dieses „Grün“ nur noch in „erbärmlichen Restbeständen“ geben werde. Aus diesem Grund fordert die Initiative unter anderem auch eine genaue Bestandsaufnahme der Kahlschlagpolitik.
Die Bürgerinitiative fürchtet zudem, dass mit einer Verdichtung sich die Verkehrs-Problematik zuspitzen wird. „Anwohnerstraßen wie etwa Ginsterkamp, Maronenweg und Kleckerwaldweg müssten als Entlastungsstraßen für den vermehrten Durchgangs- und Quellverkehr geöffnet und ausgebaut werden“, so Gerhard. Das werde erhebliche Kosten für die Anlieger nach sich ziehen. „Die Gemeinde muss realisieren, dass heute nicht jede Infrastrukturmaßnahme automatisch dem Gemeinwohl dient“, so Sprecher Gerhard, der immerhin selbst zehn Jahre für die SPD Mitglied des Bauausschusses war. Außerdem würde es einen bislang noch nicht dagewesenen Tabubruch bedeuten, eine Ausbaumaßnahme gegen den mehrfach erklärten und einmütigen Willen aller Anwohner durchzuführen.
Die Bürgerinitiative habe sich bereits zum zweiten Mal mit einer gemeinsamen Unterschriftenliste an den Gemeinderat gewandt. „Wir sind gespannt, ob unsere Argumente Gehör finden werden.“
• Gelegenheit dazu bietet sich bereits am heutigen Mittwoch, 11. März, ab 19 Uhr im Jesteburger Bauausschuss („Heimathaus“, Niedersachsenplatz). Dort steht unter anderem ein möglicher Ausbau des Ginsterkamps zur Diskussion. Die Verwaltung hat zwei Vorschläge vorbereitet. Zum einen steht eine Wendeanlage (20 Meter im Durchmesser) zur Diskussion. Als Alternative hat die Verwaltung prüfen lassen, ob eine Verbindung zwischen Ginsterkamp und Maronenweg geschaffen werden kann.
„Wir werden auf jeden Fall mit vielen Anwohner an der Sitzung teilnehmen und den Politikern auf den Mund schauen“, sagt Sprecher Wilfried Gerhard. Da es sich jeweils um einen Erstausbau handelt, würden die Anwohner jeweils 90 Prozent der Kosten teilen tragen müssen. Genaue Zahlen würden zwar nicht vorliegen, es sei jedoch aufgrund der schwierigen Topografie mit erheblichen Kosten zu rechnen.

Lesen Sie auch:
Itzenbütteler Kirchfeld: B-Plan durch die Hintertür?