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Nicht jedes Selfie ist erlaubt! Worauf Urlauber beim Posten von Urlaubsfotos achten sollten

Ab in den Urlaub - doch welche Fotos dütfen im Internet veröffentlicht werden
(mum). Postkarten waren gestern! Viele Kinder und Jugendliche - aber auch Erwachsene - posten ihre Erlebnisse aus dem Urlaub direkt in sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram. Dabei sind ihnen die möglichen Konsequenzen nicht immer bewusst. Das WOCHENBLATT sagt, warum manche Bilder besser nicht verschickt werden sollten.
• Die Experten des Medienratgebers "Schau hin!" raten Eltern, mit ihren Kindern über geeignete Motive zu sprechen. Viele Jugendliche nehmen sich direkt am Strand auf und teilen die Bilder. Dabei orientieren sie ich gern an Popstars wie Justin Bieber, der freizügige Bilder hochlädt, um Aufmerksamkeit zu erregen. "Das sollten Kinder und Jugendliche nicht machen", sagt Mediencoach Kristin Langer. Jugendliche nutzen solche Selfies um Freunde zu Hause an ihren Erlebnissen teilhaben zu lassen. Manche hoffen auf viele "Likes" als Bestätigung. "Eltern sollten darauf hinweisen, dass Bilder, sich kaum entfernen lassen, wenn sie einmal online sind." Generell gilt: Vor dem Posten zweimal überlegen, ob das Bild einem später unangenehm sein könnte. Eltern sollten zudem keine Strandfotos ihrer Kinder ins Netz stellen. Langer: "Schnappschüsse der Kleinen, auf denen diese in Badehose oder nackig am Strand spielen, können leicht in falsche Hände geraten."
• Kursieren eigene Bilder online, die einem unangenehm sind, können Eltern oder Jugendliche diese dem jeweiligen Betreiber des Angebots melden. Schwerere Fälle sollten auch der Polizei angezeigt werden.
• Oft sind auf den Schnappschüssen auch andere Personen zu erkennen, deren Rechte am eigenen Bild gewahrt werden müssen. Hier gilt, das Fotos nur mit der Einwilligung des Abgebildeten verbreitet werden dürfen. Die Aufnahme verhindern kann der Abgebildete nicht.
• Auch das EU-Parlament beschäftigte sich Anfang des Monats mit dem Thema "Urlaubsfotos". Doch die geforderte Beschränkungen der so genannten Panoramafreiheit wurde abgelehnt. Auch in Zukunft dürfen Fotos von öffentlichen Gebäuden ins Internet gestellt werden. Allerdings gelten in manchen Ländern strenge Regeln. Das deutsche Urheberrecht erlaubt es, "Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden", zu fotografieren und die Fotos zu verbreiten, berichtet die DPA. Außer Deutschland gewähren auch Österreich, die Schweiz, Spanien, Polen oder Portugal die Panoramafreiheit, schließen Innenräume aber aus.
In Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg und Griechenland ist dieses Recht jedoch eingeschränkt. Das bedeutet, dass grundsätzlich eine Einwilligung notwendig ist, sofern deren Urheberrecht noch nicht erloschen ist. Wer beispielsweise den nächtlich erleuchteten Eiffelturm fotografiert und das Bild auf Facebook teilt, riskiert Ärger, wenn er die Beleuchtungsfirma nicht um Erlaubnis fragt. In machen Ländern dürfen zum Beispiel Paläste, Regierungsgebäude, Flughäfen oder Polizeibeamte nicht fotografiert werden.
• Häufig geht es um die Frage, ob eine kommerzielle Verwertung erfolgt oder nicht. Urlauber, die ihre Bilder nur bei Facebook hochladen, gehen dabei irrtümlicherweise von einer privaten Nutzung aus. Tatsächlich räumen sämtliche Facebook-Nutzer dem Dienst über die allgemeinen Geschäftsbedingungen gewerbliche Rechte an den Bildern ein: Damit nehmen sie selbst eine kommerzielle Nutzung vor.
• Urlaubsfotos, die etwa bei Facebook oder Twitter öffentlich im Internet zu sehen sind, können zudem Kriminellen eine Steilvorlage für Einbrüche bieten. Einbrecher nutzten soziale Netzwerke, um potenzielle Ziele auszuspähen.