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Vom Star zum Flüchtling

Hajar Issa stellt auf Einladung des „Podiums“ in Jesteburg eine Auswahl seiner Bilder aus (Foto: Hajar Issa)

Jesteburger „Podium“ organisiert Ausstellung von Hajar Issa / Vernissage am Freitagabend.



mum. Jesteburg. Der Vorsitzenden des Jesteburger „Podiums“, Karin Neudert, ist es gelungen, einen derzeit sehr gefragten Künstler für eine Ausstellung zu verpflichten. Hajar Issa lädt für Freitag, 11. August, ab 18 Uhr zu einer Vernissage in das „Heimathaus“ (Niedersachsenplatz) ein. Der Titel der Ausstellung, die bis zum 20. August zu sehen ist, lautet „Der Weg ist das Ziel“.
Hajar Issa ist ein berühmter Künstler in der arabischen Welt. Und er ist syrischer Flüchtling. Vor gut zwei Jahren kehrte der  inzwischen anerkannte Asylsuchende aus Angst vor politischer Verfolgung nicht nach Damaskus zurück. Dort war er auch als Art Director (er machte für mehr als 50 Filme die Ausstattung) ein gefeierter Star. Doch auch hier in Deutschland startete der Künstler mittlerweile durch. Zuletzt berichteten TV-Sender über Hajar Issa.
Issa war Mitglied der Union Syrischer Künstler und nahm an vielen Gemeinschaftsausstellungen in Syrien, Frankreich, Dubai, Beirut, Ägypten, in der Türkei und Russland teil. In vielen Ländern fanden darüber hinaus Einzelausstellungen statt. Die Krönung seiner Tätigkeit erfuhr Issa 2009 als er von 100 Nominierten den „Addounia“ - das ist der Oscar im arabischen Raum - für seine Arbeit als Art Director in Damaskus erhielt.
Trotz seiner Bekanntheit wurde er immer wieder inhaftiert. Nach seinem letzten regimekritischen Film, der in der Türkei gedreht wurde, kehrte keiner der Beteiligten nach Syrien zurück, denn ihnen allen drohte eine lange Haftstrafe. So flüchtete Hajar Issa und ließ seine Frau Razan und die Söhne Aram und Alan zurück. Nach einer beschwerlichen Flucht kam er vor etwa zwei Jahren in Wentorf bei Hamburg an und lebte in einer Flüchtlingsunterkunft in einem ehemaligen Klassenraum zusammen mit fünf weiteren syrischen Flüchtlingen.
Durch das Malen - finanziert durch Spenden - schöpfte er wieder Mut. Er malt fast manisch, Tag und Nacht. So entstanden in wenigen Monaten mehr als 50 Bilder. Issa verarbeitet so seine Träume, Wünsche, Erinnerungen, den Verlust, die Zerstörung und immer wieder seine Kinder und seine Frau. Seit November 2016 ist die Familie wieder vereint und lebt in einer Wohnung in Wohltorf.
• Für Musik sorgt am Freitagabend das Duo „The Age Of Aquarius“. William Schellenberg und Laura Schulze spielen Akustik-Covermusik der 1960er und 1970er Jahre. Aber auch der ein oder andere moderne Hit ist in der Setlist wiederzufinden.
• Der Eintritt ist frei.