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Wenn jede Minute zählt

Bei den Kursen üben die Teilnehmer u.a. die Wiederbelebung am Kind (Foto: Tobias Grosser)

Johanniter-Unfall-Hilfe stellt Notfall-App vor / Etwa 1,7 Millionen Kinder im Jahr brauchen Erste Hilfe.



(mum). Etwa 1,7 Millionen Kinder müssen jedes Jahr wegen einer Unfallverletzung ärztlich versorgt werden. Doch längst nicht jede Mutter oder jeder Vater weiß, wie man bei einem Kindernotfall richtig reagiert. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Johanniter-Unfall-Hilfe gibt ein Drittel der befragten Eltern an, sich nicht gut informiert zu fühlen, wie man als Ersthelfer bei Kindernotfällen handeln sollte. Mehr als 40 Prozent der Befragten geben an, dass sie in einer solchen Situation Angst hätten, nicht das Richtige zu tun.
Anlässlich des „Internationalen Tags der Ersten Hilfe“ am 9. September stellte die Johanniter-Unfall-Hilfe ihre neue Kindernotfall-App vor. Sie soll dazu beitragen, dass Mütter, Väter, aber auch Erzieher und Lehrer die richtigen Maßnahmen ergreifen, wenn ein Kind dringend Hilfe benötigt. Über die neue Kindernotfall-App lässt sich direkt ein Notruf absetzen. Eine Suchfunktion ermöglicht es, schnell die nächsten Krankenhäuser, Ärzte oder Apotheken zu finden.
Eine weitere Funktion ist ein Erste-Hilfe-ABC mit einer Übersicht und einfachen Beschreibungen der wichtigsten Maßnahmen im Notfall. Diese orientieren sich an dem Symptom, das dem Ersthelfer bei einem Notfall am stärksten ins Auge fällt (etwa eine Verletzung, Bewusstlosigkeit, Ausfall der Atmung). Damit es erst gar nicht zu einem Unfall kommt, enthält die App außerdem Tipps, wie sich Kindernotfälle im Haushalt und unterwegs vermeiden lassen. Checklisten zur Prävention helfen, typische Unfallquellen zu identifizieren und zu vermeiden.
Ralf Sick, Bereichsleiter Bildung, Erziehung und Ehrenamt der Johanniter-Unfall-Hilfe, spricht aus Erfahrung: „In einem Notfall, wenn das eigene Kind betroffen ist, einen kühlen Kopf zu bewahren, bringt viele Eltern an ihre Grenzen. Unsere Notfall-App soll dazu einen Beitrag leisten.“ Dorit Schneider-Stegelmann, Ausbildungsleiterin der Johanniter im Regionalverband Harburg und Expertin in Erster Hilfe ergänzt: „Die App kann wertvolle Tipps zur Prävention und Unterstützung in einem Notfall geben. Sie ersetzt jedoch keinen Erste-Hilfe-Kursus. Dort werden die richtigen Maßnahmen ausführlich erläutert und geübt, damit sie im Ernstfall auch schnell abzurufen sind.“ Die Johanniter bieten dafür bundesweit spezielle Kurse an, die sich mit Kindernotfällen beschäftigen.
• Infos unter www.johanniter.de/kindernotfall