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Er hat das Ziel immer fest im Blick

Martin Holm (57) in Siegerpose. Mit seinem Compoundbogen hat der Buchholzer am Wochenende an der Deutschen Meisterschaft im Feldbogen-Schießen im Harz teilgenommen - mit Erfolg! Holm belegte den zweiten Platz. (Foto: Martin Holm)
 
Martin Holm wurde mit dem Compoundbogen Zweiter bei der Deutschen Meisterschaft im Feldbogen-Schießen

Buchholzer Martin Holm wird mit dem Compoundbogen deutscher Vize-Meister im Feldbogen-Schießen.



mum. Buchholz. „Ich brauche die Herausforderung“, sagt Martin Holm (57) aus Buchholz. „Gerade wenn man schon etwas älter ist wie ich, muss man sich immer wieder neue Ziele setzen.“ Und diesen Vorsatz setzt Holm eindrucksvoll in die Tat um. Am vergangenen Wochenende wurde der 57-Jährige Zweiter bei der Deutschen Meisterschaft im Feldbogenschießen. Mit seinem Compoundbogen (siehe Info-Text) setzte sich Holm gegen 50 andere Schützen in der Altersklasse „Veterane“ durch. Die Deutsche Meisterschaft fand zusammen mit dem europäischen Wettbewerb in Hohegeiß (Harz) statt.
Der Wettkampf stellt die Teilnehmer vor eine echte Belastungsprobe. An drei Tagen müssen die Sportler jeweils einen gut acht Kilometer langen Waldparcours mit bis zu 28 Zielen absolvieren. Entlang der Strecke gilt es aus unterschiedlichen Distanzen auf auch in der Größe variierende Ziele zu schießen. Unter anderem musste Holm aus gut 75 Metern ein CD-große Scheibe treffen. Bis zu 14 Stunden befand sich der Buchholzer auf der Strecke. „Mich reizt diese Mischung aus körperlicher Belastung zwischen den Zielen und völliger Konzentration beim Schießen“, so der Sportler, der in Buchholz das „Ren Do“-Zentrum mit seiner Frau Diana leitet. Dabei handelt es sich um eine Sport- und Musikschule. In der Sportschule bietet der Musikpädagoge, der zugleich auch Tai Ji- und Kung Fu-Lehrer ist, unter anderem Tanz und Ballett sowie musikalische Früh-Ausbildung an.
Gern hätte Martin Holm auch an der Europa-Meisterschaft teilgenommen. Dafür wären zwei weitere Wettkampftage notwendig gewesen. Doch eine schmerzhafte Verletzung zwang ihn zur Aufgabe.
Zum Compoundbogen-Schießen kam Holm vor gut sieben Jahren. In Hamburg ließ er sich von einem ausgewiesenen Fachmann beraten. Es folgten viele Kurse in Deutschland und sogar in den USA. Dreimal in der Woche zieht es Holm auf den Übungsplatz - entweder nach Eckel oder Todtglüsingen. „Gerade nach einem anstrengenden Tag ist die Konzentration beim Bogenschießen genau richtig für mich“, so Holm, der auch im Winter nicht auf seinen Sport verzichten muss. Es geht dann in die Halle. Ob Holm auch im kommenden Jahr wieder an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen wird, lässt der Buchholzer noch offen. „Natürlich ist der Reiz sehr groß. Allerdings findet der nächste Wettkampf in Ungarn statt.“ Holm war übrigens schon einmal Vize-Europameister - im Kickboxen. „Das ist aber schon 30 Jahre her“, so der Sportler. Beim Vergleich der beiden Titel stellt Holm fest: „Kickboxen tat mehr weh, aber der Bogensport ist anstrengender.“

• Wer Lust bekommen hat, sich mit dem Compoundbogen zu beschäftigen, dem steht Martin Holm gern beratend zur Seite. Er ist unter der Rufnummer 04181 - 99400 zu erreichen. 
 

Pfeile erreichen 360 Stundenkilometer

Der Compoundbogen ist eine moderne Ausführung des Bogens, die 1966 von Holless Wilbur Allen in den USA erfunden wurde. Das auffälligste Merkmal sind kleine nockenähnliche exzentrische „Kurvenscheiben“, beziehungsweise Rollen an den Bogenenden, kurz Cams genannt. Sie verfügen über zwei verschiedene Durchmesser, auf denen Kabel oder Sehnen aufgerollt sind. Im ungespannten Zustand ist auf dem größeren der beiden Durchmesser die Sehne aufgerollt. Beim Spannen des Bogens wird die Sehne des Bogens vom großen Durchmesser abgerollt.
Auf einem Compoundbogen werden die Pfeile zunächst schwach und dann immer stärker beschleunigt. Die Abschussgeschwindigkeit kann bis zu 360 km/h erreichen. Durch das hohe Tempo ist der Pfeil schneller im Ziel (weniger Ablenkung durch Wind), und die Flugbahn ist flacher. Auch ist die maximale Reichweite von Compoundbögen größer als bei anderen Bogentypen. Die Sehne wird häufig mit einem mechanischen Auslöser statt mit den Fingern gezogen. Diese „Release“ werden an der Sehne oder einer an der Sehne befestigten Schnur eingehakt und beispielsweise über einen Hebel ausgelöst. Die Verwendung eines Release vermindert zusätzlich die Schlingerbewegung des Pfeiles deutlich, was der Genauigkeit zugute kommt.