Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

26 Prozent mehr Teilzeit-Jobs seit 2012

(mum). Etwa 19.100 Beschäftigte im Landkreis Harburg haben derzeit eine Teilzeit-Stelle. Das sind 26 Prozent mehr als noch vor vier Jahren, teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Zum Vergleich: Im selben Zeitraum stieg die Zahl aller sozialversicherungspflichtigen Jobs im Kreis um 15 Prozent. Vor dem Hintergrund der Debatte um prekäre Arbeit (das sind Arbeitsplätze mit zu geringer Einkommenssicherheit) fordert die Gewerkschaft ein verbrieftes Rückkehrrecht auf Vollzeit.
"Die Zunahme der Teilzeit ist beunruhigend", sagt Steffen Lübbert von der NGG Lüneburg. 20- oder 30-Stunden-Jobs würden immer mehr zur Regel - und häufig zur Falle. "Gerade Frauen bleibt der Wunsch, nach einer Elternzeit individuell ihre Stunden zu erhöhen und in Vollzeit zurückzukehren, oft verwehrt", so der Gewerkschafter. Dies erschwere nicht nur die Karriere, sondern sorge auch für niedrige Renten. Dieses Problem nehme immer größere Ausmaße an: So arbeiten laut BA aktuell 54 Prozent aller berufstätigen Frauen im Kreis Harburg in Teilzeit.
"Viele von ihnen wollen mehr arbeiten, worin auch ein riesiges Potential für den heimischen Arbeitsmarkt liegt", betont Lübbert. Diese Chance dürfe man in Zeiten des Fachkräftemangels nicht einfach verschenken. Doch auch Männer, die für mehr Zeit mit der Familie die Arbeitszeit reduzieren und später wieder erhöhen wollten, bekämen dazu oft keine Chance. Auch ihnen bringe ein Rückkehrrecht auf Vollzeit spürbare Entlastung.
Entsprechende Gesetzespläne des Bundesarbeitsministeriums waren laut Lübbert im Koalitionsausschuss zuletzt am Widerstand der Union gescheitert, obwohl das Vorhaben im Koalitionsvertrag vereinbart worden war. Die NGG fordert die Regierungsparteien nun auf, mit ihrem Versprechen ernst zu machen und das Gesetz vor der Sommerpause zu verabschieden. Tausende Berufstätige in der Region würden davon profitieren, so die NGG Lüneburg.