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GeWerbekreis-Chef Henning Erdtmann: "Famila ist eine Chance für Jesteburg"

Henning Erdtmann ist neuer Chef des Jesteburger GeWerbekreises
mum. Jesteburg. "Ich werde diesem Posten nicht gerecht!“ Mit ehrlichen Worten hatte GeWerbekreis-Chef Andreas Kroll (Inhaber der Jesteburger Generalagentur der Generali-Versicherungen) Mitte Juli seinen Rücktritt begründet. Der GeWerbekreis habe sich in den vergangenen Jahren weiter entwickelt. "Die Politik hört auf uns“, so Kroll. Die Rolle des Vereinschefs übernimmt jetzt sein Nachfolger Henning Erdtmann (36), der zuvor als Schriftführer dem Vorstand angehörte. Im Gespräch mit WOCHENBLATT-Redakteur Sascha Mummenhoff spricht der Immobilienmakler über seine Ziele.

WOCHENBLATT: Herzlichen Glückwunsch zur Wahl. Warum wollten Sie Vorsitzender des GeWerbekreises werden?
Henning Erdtmann: "Es war seit Längerem bekannt, dass Andreas Kroll zurücktritt. In den Gesprächen über seine Nachfolge haben wir festgestellt, dass es sehr schwer sein wird, einen neuen Vorsitzenden zu finden. Mir war es wichtig, dass der GeWerbekreis in der Samtgemeinde fortbesteht und dies ist eben nur mit persönlichem Engagement möglich."

WOCHENBLATT: Welche Bedeutung hat der GeWerbekreis für Jesteburg?
Erdtmann: "Der GeWerbekreis engagiert sich vor allem für die Samtgemeinde und ihre Bürger. Wir versuchen, durch unsere Tätigkeit das Leben in unserer Gemeinde attraktiver zu gestalten. Ohne den GeWerbekreis würde in Jesteburg sicherlich etwas fehlen.

WOCHENBLATT: Für welche Veranstaltungen zeichnet der GeWerbekreis verantwortlich?
Erdtmann: "Wir zeichnen für eine Vielzahl von Veranstaltungen und Aktionen verantwortlich: Das Maibaumaufstellen, die Organisation von Konzerten, die Mitwirkung am Dorffest und der Kunst- und Kulturwoche, die Bereitstellung der Weihnachtsbeleuchtung im Ort sowie die Durchführung des Weihnachtsmarktes, um einige Beispiele zu nennen. Weiterhin unterstützen wir auch andere Projekte im Ort wie etwa 'Kinder spielen… Klassik“."

WOCHENBLATT: Welche Ziele haben Sie als neuer Vorsitzender?
Erdtmann: "Die Wahrnehmung des GeWerbekreis hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Es sollte unser Ziel sein, wieder mehr Gewerbetreibende mit ins Boot zu holen. Hierzu werden wir auch etwas an unserem Profil verändern müssen."

WOCHENBLATT: Planen Sie neue Veranstaltungen oder Aktionen?
Erdtmann: "Wir haben im vorigen Jahr eine Umfrage unter unseren Mitglieder durchgeführt. Grundsätzlich wurde sich dafür ausgesprochen, die bewährten Veranstaltungen beizubehalten. Die ein oder andere Neuerung wird es sicherlich geben."

WOCHENBLATT: Was gefällt Ihnen besonders an Jesteburg?
Erdtmann: "Die hohe Lebensqualität. Damit es so bleibt, muss man sich auch aktiv einbringen."

WOCHENBLATT: In Jesteburg wird viel über die geplante Ansiedlung des Famila-Marktes diskutiert? Wie lautet Ihre Meinung zu diesem Thema?
Erdtmann: "Ich sehe es als Chance für Jesteburg, den Kaufkraftabfluss zu stoppen. Ich gehe davon aus, dass die geplante Ansiedlung des Famila-Marktes Jesteburg auch für Bürger aus umliegenden Gemeinden wieder attraktiver macht. Die Interessen der örtlichen Gewerbetriebe wurden in meinen Augen in den Verträgen zwischen der Gemeinde und Famila hinreichend berücksichtigt, so dass die Vorteile durch die Ansiedlung auch der örtlichen Dienstleister überwiegen."

WOCHENBLATT: Und was sagen Sie zur Klage der Gemeinde Hanstedt?
Erdtmann: "Unabhängig von der rechtlichen Bewertung des Sachverhaltes, finde ich es sehr schade, dass die Gemeinde Hanstedt ein Normenkontrollverfahren eingeleitet hat, zumal ich die vorgebrachten Argumente auch nur teilweise nachvollziehen kann. Ich sehe nach meinem Rechtsgefühl für die Überprüfung des Bebauungsplanes im Übrigen nur geringe Erfolgschancen, da es der Gemeinde Hanstedt im Kern nur um Wettbewerbsschutz der dort ansässigen Gewerbetreibenden geht."

WOCHENBLATT: Jetzt soll auf dem ehemaligen Clement-Areal ein Ärzte-Zentrum entstehen. Wie ist Ihre Meinung dazu?
Erdtmann: "Grundsätzlich bin ich für alle Ideen offen, die unseren Ort interessanter und lebendiger machen. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die Errichtung eines Ärzte- und Gesundheitszentrums von der Mehrheit der Jesteburger unterstützt wird."

WOCHENBLATT: Zur letzten Versammlung des GeWerbekreises kamen nur etwa 20 von 80 Mitgliedern. Ist das ein Zeichen für fehlendes Interesse?
Erdtmann: "Zum einen war der Termin wegen des WM-Halbfinale Brasilien gegen Deutschland sicherlich etwas ungünstig gewählt, zum anderen ist seit jeher die Beteiligung der Mitglieder an der Jahreshauptversammlung überschaubar. Ja, man gewinnt manchmal den Eindruck, dass das Interesse relativ gering ist."

WOCHENBLATT: Auf der anderen Seite organisiert der GeWerbekreis zahlreiche Events. Wie passt das zusammen?
Erdtmann: "Genau das ist unser Problem. Mir ist bewusst, dass viele unserer Mitglieder zeitlich sehr eingespannt sind, dennoch würde ich mir bei der einen oder anderen Veranstaltung eine größere Unterstützung der Mitglieder wünschen. Sollte das Engagement weiterhin nachlassen, werden wir sicherlich nicht mehr die Durchführung aller Events gewährleisten können."

WOCHENBLATT: Danke für das Gespräch


Henning Erdtmann (36 Jahre) ist ledig und wohnt - bis auf einen siebenjährigen Internatsaufenthalt - in Jesteburg. Er treibt gern Sport (Joggen, Fahrradfahren und Schwimmen - und wenn es die Zeit zulässt - auch Golf).
Erdtmann machte eine Ausbildung zum Kaufmann der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft in Hamburg. Anschließend absolvierte er eine Fortbildung zum Immobilienwirt (DIA) an der Deutschen Immobilienakademie in Freiburg/Breisgau. Seit 2007 betreibt er gemeinsam mit meiner Mutter Sylvia die Firma Erdtmann-Immobilien GbR in Jesteburg.
• Dem Jesteburger GeWerbekreis gehören derzeit 80 Mitglieder an.