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AfD kritisiert Sparkasse

2011 fackelte der „Altländer Hof“ kurz vor einem ersten Versteigerungstermin ab
bc. Jork. Woran scheitert der Verkauf der Brandruine „Altländer Hof“ in Jork? Das fragen sich seit Jahren viele Altländer. Für die „Alternative für Deutschland“ (AfD) scheint die Antwort einfach zu sein. Am viel befahrenen Obstmarschenweg (L140) flatterte tagelang ein Banner: „Dieser Trümmerhaufen ist seit mehr als drei Jahren ein Spekulationsobjekt der Sparkasse Harburg-Buxtehude und verunziert unseren Ort Jork“, war darauf zu lesen. Die Sparkasse am Pranger!

AfD-Kreisvorsitzender Jens Dammann aus Jork will mit der Aktion Druck auf das Geldinstitut ausüben. „Ein Grund, warum hier nichts passiert, sind die hohen Erwartungen der Sparkasse hinsichtlich der Verkaufserlöse“, sagt der frühere Jorker Ratsherr (Bürgerverein). Es könne nicht sein, dass man den Nachbarn, Einwohnern, Touristen und den Tagesgästen diesen Trümmerhaufen über so eine lange Zeit zumute. Dammann: „Es muss endlich eine Einigung mit dem interessierten Investor erzielt werden. Die Zeit ist reif.“

Über das Banner kann Sparkassen-Vorstand Andreas Sommer nur müde lächeln: „Diese Aussage ist ein Witz“, sagt er dem WOCHENBLATT. Der neuerlich anberaumte Zwangsversteigerungstermin am Amtsgericht Buxtehude (3. Dezember) habe nichts damit zu tun, dass die Sparkasse keinen freihändigen Verkauf mehr anstrebe. „Wir wollen zur Sicherheit zweigleisig fahren“, so Sommer.

Dass die Sparkasse mit dem „Altländer Hof“ spekuliere, sei absurd: „Wir haben den Auftrag, verantwortlich mit dem Geld unserer Kunden umzugehen. Nichts anderes machen wir“, erklärt Sommer.

Zur Erinnerung: Das knapp 2.000 Quadratmeter große Grundstück gehört der insolventen Eigentümerin Sandra T.. Bei einer Versteigerung im Januar lehnte die Sparkasse als Hauptgläubigerbank ihre Zustimmung ab, als ein Investor 101.000 Euro bot. Der Verkehrswert des Grundstücks mit dem abgebrannten Fachwerkhaus beträgt 137.000 Euro.

Insolvenzverwalter Christian M. Scholz wäre laut eigenen Angaben froh, wenn er den „Altländer Hof“ endlich abwickeln könnte: „An mir scheitert es nicht. An der Sparkasse bestimmt auch nicht.“

Nach WOCHENBLATT-Informationen ist ein Unternehmer aus dem Alten Land, der schon bei der Versteigerung im Januar mitbot, nach wie vor sehr interessiert, das Objekt zu kaufen. Warum es bislang zu keiner Einigung kam, ist unklar.

Im Zusammenhang mit dem Verkauf des „Altländer Hofes“ geht es auch immer wieder um die Frage der gemeindlichen Bauauflagen. Unter anderem ist ein Reetdach vorgeschrieben, was Investoren offenbar abschreckt. Auch die Frage der Entsorgung des Schutts und alter Leitungen scheint bei den Verhandlungen über den Kaufpreis eine Rolle zu spielen.

Dem Vernehmen nach wären Politik und Verwaltung in Jork mittlerweile bereit, von einem Reetdach abzusehen. Ein gutes Signal.

Unterdessen haben Vandalen das AfD-Banner in der Nacht zum Donnerstag abgerissen. Dammann: „Solche Zerstörungen kennen wir schon aus dem Wahlkampf.“