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Altes Land: Das Konzept entstand im Strandkorb

Museumsleiter Dieter-Theodor Bohlmann hat mit seinen Berufsschülern "Tante Rosas Laden" restauriert, der sich bei den Besuchern großer Beliebtheit erfreut
 
Dieter Bohlmann mit Hengst "Theo"

Dieter Bohlmann gründete vor 30 Jahren das Museum Altes Land in Jork

ab. Jork.
"Sie sind mein Mann!" Wäre vor 30 Jahren dieser Satz auf einem Richtfest in Stade nicht gefallen - das Museum Altes Land wäre vermutlich nicht das, was es jetzt ist. Gesagt hatte es der damalige Oberkreisdirektor Dr. Karsten Ebel, seine Worte richtete er an Dieter-Theodor Bohlmann. Es ging um ein altes Fachwerkgebäude in Jork - es sollte abgerissen werden. "Wir wollen es retten, lassen Sie sich etwas einfallen."

Das nahm sich Bohlmann, gelernter Tischler und Berufsschullehrer für Raumausstattung, zu Herzen. "In meinem Urlaub auf Juist habe ich mir so meine Gedanken gemacht und bin auf die Idee gekommen, ein Museum einzurichten", erinnert sich der heute 80-Jährige. "Im Strandkorb habe ich dann ein Konzept entwickelt."

Alle seien damit einverstanden gewesen, auch die Gemeinde Jork und die Sparkasse Stade-Altes Land als Grundstückseigentümer. Das Museum musste sich nach dem Gebäude richten, "sonst wäre es nicht authentisch geworden", so Bohlmann. Die Inneneinrichtung lag ganz in seinen Händen - kein Problem für den Fachmann. "Podeste und Ähnliches habe ich alle selbst angefertigt", sagt er.

Wie kommt man an an Ausstellungsstücke ran?, fragte sich Bohlmann. Denn eine Sammlung gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. "Ich hatte großes Glück, denn ich hatte Verwandtschaft im Alten Land." Er bittet Familie, Freunde und Bekannte auf ihren Dachböden und in ihren Scheunen nachzuschauen. "Da kamen viele schöne Stücke zutage."

Fertig eingerichtet war das Museum Altes Land im März 1990. Gemeinde und Sparkasse baten den Stader Lehrer, die Leitung des Museums zu übernehmen.

Ein großes Glück bei der Einrichtung, davon ist der Museumsleiter überzeugt, sei "Tante Rosas Laden": Der Verkaufstresen des kleinen Tante-Emma-Ladens stand original so in Hollern-Twielenfleth. Die Betreiberin "Tante Rosa" hatte in ihrem Nachlass verfügt, die Ladeneinrichtung möge an ein Museum gehen. Dieter Bohlmann verband Nützliches und Praktisches und ließ Tresen und Regale von seinen Berufsschülern restaurieren. "Als der Laden im Museum stand, hieß es, er sei zu groß - jetzt sind alle begeistert." Manches Mal diene er auch jetzt noch mit Kuchen und Getränken bestückt als Verkaufstheke. Ein weiteres Lieblingsstück von Bohlmann ist "Hengst Theo". Für eines der

Ausstellungsstücke, eine alte Kutsche, suchte der Museumsleiter ein Modell-Pferd. "Die lokale Politik wollte damals nicht investieren. Dafür meldete sich aber ein Jorker Ehepaar und finanzierte das Pferd." Das wurde in Holland nach Maß angefertigt und "zieht" nun die Kutsche.

Das Museum spiele eine große Rolle bei der Anerkennung des Alten Landes zum Weltkulturerbe. Bohlmann: "Kultur vor Ort zu gestalten, ist eine wichtige Aufgabe. Darum mache ich weiter."


Ostermarkt im Museum

Wer das Museum Altes Land mal (wieder) besuchen möchte, hat am Sonntag, 25. März, beste Gelegenheit dazu: Dann findet von 11 bis 17 Uhr im Westerjork 49 der traditionelle Ostermarkt mit vielen Ausstellern aus Kunst und Handwerk statt.