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Apfelbauern erwarten schlechte Ernte

Bei Obstbauer Hannes Feindt sieht es teilweise schlecht aus. An diesem Baum der Sorte "Marnica" hängen nur 25 Früchte. "Normal wären etwa 100", sagt er.
bc. Altes Land. Das kalte und nasse Wetter im Frühjahr wird vielen Altländer Apfelbauern die Ernte verhageln. Im Schnitt werden an der Niederelbe 300.000 Tonnen Äpfel gepflückt, gegenwärtig erwartet Dr. Karsten Klopp, Leiter des Obstbauzentrums "Esteburg", lediglich 220.000 bis 230.000 Tonnen. Es hängen viel weniger Früchte an den Bäumen als üblich. Zudem werden die Äpfel kleiner bleiben als sonst. "Bestätigen sich die Erwartungen, ist das vermutlich die schlechteste Ernte in den vergangenen zehn Jahren", so Klopp. Ob Äpfel nun für die Verbraucher richtig teuer werden, vermag der Experte zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu sagen: Das läge auch an der übrigen europäischen Erntemenge.

Der Grund für die unterdurchschnittliche Ernte liegt auf der Hand: Die Witterung ist schuld. Während der Blütezeit Anfang Mai hat es tagelang geregnet. Die Bienen trauten sich nicht aus ihren Stöcken. Kein Bienenflug, keine Früchte. Klopp: "Die Bestäubung bei den Äpfeln lief nicht gut." Auch nach der Blüte sei es zu kalt gewesen. Das Obst hänge in seiner Entwicklung zurück. Ein Grund, weshalb die Äpfel in diesem Jahr mickriger als gewöhnlich ausfallen.

Besonders betroffen seien die Äpfel der Jonagold-Gruppe (Jonagored, Red Prince, etc.), so Klopp. Auf immerhin 30 Prozent der Anbauflächen an der Niederelbe stehen Apfelbäume der Sorte Jonagold. Doch nicht jeder Obstbauer muss laut Klopp zwangsläufig mit Einbußen rechnen. Tendenziell sei in Kehdingen eine schlechtere Ernte zu erwarten als z.B. in Finkenwerder.

In etwa vier Wochen will das Obstbauzentrum die nächste Prognose veröffentlichen. Derzeit rechnet Klopp Mitte September mit dem Erntebeginn der Elstar-Äpfel - der am häufigsten angebauten Sorte im Alten Land.