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Deichpfleger aus Leidenschaft

Mit der Elbe in Sichtweite und zwischen seinen Schafen fühlt sich Wasile Buza am wohlsten (Foto: am)
Maschinenbauingenieur Wasile Buza hält mit seinen Schafen die Schutzwälle zwischen Lühe und Este in Schuss

am. Jork. Die Schafe sind von den Deichen im Alten Land nicht mehr wegzudenken. Aus gutem Grund. Die Tiere pflegen und erhalten die grünen Schutzwälle. Sie machen ihre Oberfläche fest und robust und sorgen dafür, dass Sturmfluten nicht ins Landesinnere gelangen. Zweimal stand das Wasser in diesem Herbst schon am Fuß des Elbdeiches.
Für Wasile Buza sind Schafe viel mehr als nur Deichpfleger. Sie sind seine Lebensgrundlage und seine Leidenschaft. Seit April ist er als selbstständiger Schäfer für den Deichverband der II. Meile Alten Landes tätig. Er kümmert sich mit seinen Tieren um den zwölf Kilometer langen Elb-Hauptdeich zwischen Lühe und Este.
Er mag seinen Beruf, vor allem die Freiheit und die Arbeit mit den Tieren an der frischen Luft. "Ich bemühe mich, dass es meinen Schafen gut geht", sagt Buza, "und wenn die Tiere mich mit ihren dankbaren Augen anschauen, dann wird mir warm ums Herz".
Momentan ist die Herde mit 330 Tieren auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt auf Hahnöfersand unterwegs. Wie in anderen Gebieten hat sich die Grassode auch hier nach dem vielen Regen mit Wasser vollgesogen. Bei jedem Schritt schmatzt die Erde unter dem Schuh. Je länger die Schafe auf dem Gelände bleiben, desto widerstandsfähiger werde der Deich, so Buza. Die kleinen Hufe machen die Erde dichter, die abgefressenen Gräser stärken ihre Wurzeln und bilden dadurch eine dichte Schicht. "Das Wasser fließt bei Sturmflut ab wie auf einem Teppich und frisst sich nicht in die Erde", sagt der Schäfer. Erst wenn der Schneeregen kommt - den vertragen die Schafe nicht - holt er seine Herde ins Trockene.
Bis dahin steht er jede Nacht gegen 1 Uhr auf und schaut, ob es seinen Tieren auf der Weide gut geht. Am Tag überprüft er, ob die Erde nicht schon blank gefressen ist. Ist das der Fall, muss Wasile Buza den elektrischen Weidezaun versetzen und ein Stück weiterziehen.
Vor 18 Jahren hat der studierte Maschinenbauingenieur seine Ausbildung zum Tierwirt gemacht. Damals kam er aus Moldawien nach Deutschland und schaute sich nach Arbeit um. Ein Schäfer in Hamburg-Bergedorf suchte Hilfe. Die Tätigkeit gefiel Buza und so ist er dabei geblieben, bis er in diesem Jahr in Jork den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. "Manchmal werde ich gefragt, warum ich nicht als Ingenieur arbeite, da würden doch ständig Leute gesucht", sagt Buza", dann sage ich: Nein, ich will bei meinen Schlafen bleiben."