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Die exportierten Traditionen

Das letzte Mal, dass eine Jorker Abordnung bei der Steubenparade mitmachte, war 2010. Dafür wurde extra der historische Leiterwagen "Oma" nach New York verschifft (Foto: archiv)
bc. Jork. Tausende Menschen jubeln Altländer Schützen auf dem New Yorker Prachtboulevard Fifth Avenue zu: Ein Szenario, das am 19. September 2015 Wirklichkeit wird. Dann wollen Mitglieder der beiden Schützenvereine Jork-Borstel sowie Ladekop, Hinterdeich und Umgegend bei der populären Steubenparade auf der wohl berühmtesten und teuersten Einkaufsstraße der Welt mitmarschieren. "Mehr als 20 Leute haben sich schon angemeldet", erzählt Claus Rehder, einer der Organisatoren und Ideengeber für die Aktion.

Steubenparade, was ist das denn? Der deutsch-amerikanische Festumzug wird seit 1957 in New York City gefeiert. Bis zu einer Million Menschen bejubeln den bunten Party-Tross. Der Name der Parade geht auf den preußischen General von Steuben zurück, der mit George Washington für die amerikanische Unabhängigkeit kämpfte.

An der Parade nehmen Vereine und Gruppen aus ganz Deutschland teil. Die New Yorker sehen Kostproben von bayerischen Schuhplattlern, Kölner Karnevalsjecken, preußische Militärabordnungen und eben Altländer Schützenvereine. Deutsche Traditionen werden sozusagen exportiert.

Nicht ohne Grund: Schätzungen sagen, dass ungefähr 42 Prozent aller US-Amerikaner deutsche Vorfahren haben, alleine in New York sollen ca. eine halbe Million Deutschstämmige leben. Zu den bekanntesten zählen Henry Kissinger, Leonardo DiCaprio, Bruce Willis und Donald Trump. Deutsche Vereine, die beim Festzug mitmarschieren wollen, benötigen eine offizielle Einladung des German-American Steuben Parade Committee.

Eine solche haben die Jorker schon in der Tasche. Claus Rehder hat bereits Kontakt zum Brooklyn Schützencorps aufgenommen. "Wir wollen einen gemeinsamen Schießwettbewerb veranstalten", sagt der Mann aus Jork. Der Besuch bei Bürgermeister Bill de Blasio gehört ohnehin zum Programm dazu. Claus Rehder freut sich schon: "Es ist zwar nicht mehr so wie früher, als es Konfetti aus den Wolkenkratzern regnete, aber es ist immer noch ein Riesen-Erlebnis." Für ca. zweieinhalb Stunden ist die Fifth Avenue für den sonstigen Verkehr gesperrt.

Die Jorker Schützen haben schon drei Mal in ihrer Vereinsgeschichte an der Parade in New York City teilgenommen, zuletzt 1997. Vor vier Jahren realisierte die Jorker Feuerwehr ein lange geplantes Projekt. Mit dem historischen Leiterwagen "Oma" (Baujahr 1937) fuhren die Brandschützer über die Straßen Manhattans.

Andere Vereine haben Wind bekommen von den neuerlichen Jorker Plänen. Rehder: "Es haben sich schon Schützen aus Hollern-Twielenfleth gemeldet."

• Weitere Vereine oder Gäste, die mitfahren wollen, können sich bei Claus Rehder unter Tel. 04162-6248 und bei Elke Kordt unter Tel. 04162-6499 melden.