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Doch kein neuer Kunstrasenplatz an Estebrügger Schule

Alles beim Alten: Die Sportler des ASC Cranz-Estebrügge trainieren weiter auf dem belasteten Grandplatz
bc. Estebrügge. Völlig überraschend hat die Jorker Politik den Bau des neuen Kunstrasenplatzes an der Grundschule in Estebrügge auf Eis gelegt. 400.000 Euro werden damit im Finanzhaushalt der klammen Gemeinde frei. Selbst Bürgermeister Gerd Hubert (Bürgerverein) zeigte sich von der Entwicklung überrumpelt: "Ganz einverstanden bin ich damit nicht", sagte er nach der Ratssitzung am vergangenen Mittwoch gegenüber dem WOCHENBLATT. Noch beim Neujahrsempfang betonte Hubert, dass der Kunstrasenplatz gebaut werde.

Wie berichtet, war sich die Jorker Politik einig. Ein neuer Kunstrasen sollte den alten, mit Blei und Arsen belasteten Grandplatz ersetzen. Ursprünglich sollte der Sportplatz bereits im vergangenen Jahr gebaut werden. Das Geld war im Haushalt 2012 fest eingeplant. Doch daraus wurde nichts. Jetzt ist fraglich, ob in Estebrügge überhaupt noch ein Kunstrasenplatz gebaut wird.

Jorks Kämmerer Matthias Riel wies darauf hin, dass der zulässige Höchstwert der toxischen Belastung laut Bundesbodenschutzverordnung in Estebrügge nicht überschritten sei. "Nichtsdestotrotz nehmen wir die Belastung ernst", so Riel. Die Verwaltung habe eine weitere Prüfung angeordnet. Im Laufe des Februars werden Ergebnisse erwartet. Riel: "Zudem soll in Übereinstimmung mit den politischen Gremien der bauliche Zustand des Platzes noch einmal überprüft werden." Eventuelle Instandsetzungsmaßnahmen seien nicht ausgeschlossen.

Dass der Kunstrasenplatz per "Trick 17" doch noch in den geplanten Nachtragshaushalt Mitte des Jahres hineinrutscht, kann sich Kämmerer Riel nicht vorstellen: "Es bringt nichts, darüber zu spekulieren. Fakt ist, dass der Kunstrasen ersatzlos gestrichen wurde."

Die Sportler des ASC Cranz-Estebrügge, die Hauptnutznießer des neuen Kunstrasenplatzes gewesen wären, wurden durch die Entscheidung des Rates auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. ASC-Vorstandsmitglied Alfred Behnke nimmt es gelassen: "Wir hatten uns zwar sehr über das unverhoffte Glück gefreut. Aber jammern hilft ja nichts."

Auch Schulleiterin Barbara Eggers kann das Votum der Politiker verstehen. Sie sagt aber auch: "Die Entscheidung ist bedauerlich." Für den Schulunterricht sei der Platz gesperrt. Derzeit spielen aber noch die Hortkinder am Nachmittag auf dem Platz.

Der ASC trainiert auf zwei Rasenplätzen und auf dem belasteten Grandplatz. Die Rasenplätze verfügen über keine Flutlichtanlage.