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Ein Leben fürs Allgemeinwohl

Elfie Figgen ist im Alten Land bekannt wie ein bunter Hund
bc. Jork. Elfie Figgen ist im Alten Land bekannt wie ein "bunter Hund". Die meisten Menschen mögen die 64-Jährige. Manche halten sie für penetrant, sagt sie selbst. Eines kann niemand bestreiten: Die Frau stellt ihre Arbeit in den Dienst der guten Sache.

Die Jorkerin bezeichnet sich selbst als "Leitkuh", mag es aber nicht, wenn zu viel Aufsehen um ihre Person gemacht wird. Elfie Figgen organisiert seit fast drei Jahrzehnten Kleider- und Spielzeugmärkte. Ihr geht es ums Allgemeinwohl: "Ich kann zwar die Welt nicht verändern, aber ich kann sie ein kleines bisschen besser machen." Im kommenden Jahr feiert sie ihren 100. Markt.

"Tüch un Speelsooken Deerns" nennt sich Figgens emsige Truppe von etwa 50 Frauen, die zweimal pro Jahr Secondhand-Märkte mit karitativem Hintergrund auf die Beine stellt. 80 Prozent der Einnahmen erhalten die Anbieter, 20 Prozent spenden die "Deerns". Seit 1985 sind so 128.000 Euro für notleidende Menschen, Kindergärten, Schulen oder Seniorennachmittage zusammengekommen.

1972 zog es Elfie Figgen der Liebe wegen aus dem Ruhrpott ins Alte Land. Ihr Werner besuchte die Seefahrerschule in Grünendeich. Die gelernte Kinderkrankenschwester und Mutter von drei Söhnen entdeckte ihre soziale Ader, als sie ausländischen Nachbarn bei Behördengängen half. "Ich merkte dabei, dass sie auch darüber hinaus Hilfe brauchen - und dann habe ich losgelegt", erzählt die Frau.

Elfie Figgen kümmerte sich um Migranten, weit bevor es es staatliche Förderprogramme gab. "Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass Kleiderspenden oft ein zwiespältiges Gefühl auslösen. Was nichts kostet, hat auch keinen Wert", sagt sie. Die Idee für den Kleidermarkt war geboren. Gut erhaltene Klamotten für den kleinen Geldbeutel. Anfangs klebte sie sogar Plakate mit türkischer Aufschrift, um auch türkische Mitbewohner auf die Märkte aufmerksam zu machen.

Seit einem Jahr fällt es Elfie Figgen zunehmend schwerer, sich um die Organisation zu kümmern. Aufgrund einer Knochenentzündung im rechten Fuß ist sie auf ein E-Mobil angewiesen. Kürzer zu treten, würde ihr jedoch nie in den Sinn kommen: "Der liebe Gott hat mich vor diese Aufgabe gestellt. Bis auf die Haxen bin ich ja gesund."

• Der nächste Markt findet am Samstag, 9. Februar, von 10 bis 12 Uhr in der Jorker Festhalle (Schützenhofstraße) statt.

• Mehr Infos - auch über den Verein "Die Bunten Blumen Jork" - im Internet unter www.kleidermarkt-jork.de