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Ein stachliges Hobby

Uschi Herchenbach aus Jork beherbergt die vermutlich weltgrößte Mecki-Sammlung
bc. Jork. Flickenhose, kariertes Hemd, Pfeife: Seit mehr als 60 Jahren schlawinert sich Mecki als pfiffiger Igel durch Deutschlands Wohnzimmer. Als Maskottchen der Programmzeitschrift Hörzu startete er seinen Siegeszug in den 1950er Jahren. Uschi Herchenbach (58) ist Vorsitzende des einzigen Mecki-Fanclubs der Republik. Die Frau aus Jork beherbergt die vermutlich weltgrößte Mecki-Sammlung. "Wer eine größere hat, soll sich gerne melden" grinst die lebenslustige Sammlerin. Das WOCHENBLATT durfte sich bei ihr umschauen.

Figuren, Puppen, Comics, Rauchverzehrer, Cocktailpiekser, Zahlteller, keine Igel-Devotionalie, die es bei Uschi Herchenbach nicht gibt. Alles ziert Meckis Konterfei. Die gebürtige Kölnerin hat in 43 Jahren das nahezu komplette Mecki-Merchandising-Paket gehamstert - auf Flohmärkten, bei Tauschbörsen und im Internet.

Ihre erste Puppe kaufte sie 1970 vom Lehrlingsgehalt. "Als Kind habe ich mir immer ein Mecki-Stofftier zu Weihnachten gewünscht, aber nie eines bekommen", erzählt sie. Von da an wuchs ihr kunterbunter Mecki-Schatz stetig an. Weit mehr als 1.000 Sammlerstücke nennt sie heute ihr Eigen. "Ich würde nie eines verkaufen", beteuert Uschi Herchenbach.

Der schlitzohrige, stets optimistische Mecki war ein Star im Nachkriegsdeutschland, seitdem er zum ersten Mal 1949 in der Hörzu auftauchte. Bis er von Chefredakteur Eduard Rhein zum Redaktionsmaskottchen befördert wurde, war der zunächst namenlose Igel die Hauptfigur der Puppentrickfilme und Postkarten der Gebrüder Diehl in den 1930er Jahren. Mecki ist eng mit einer Buxtehuder Geschichte verknüpft: Die zwei Diehl-Brüder drehten u.a. einen Animationsfilm vom Wettlauf des Hasen mit dem Igel.

Über die Jahrzehnte wurden die Hörzu-Comics von einer Reihe von Zeichnern gestaltet. Aktuell entstammt Mecki der Feder von Hansi Kiefersauer, der auch die Käpt'n Blaubär-Comic-Hefte zeichnet. "Mecki geht mit der Zeit. Heute hat er sogar ein Handy", sagt Uschi Herchenbach.

Sie weiß alles über den stacheligen Gesellen. Leserzuschriften reicht die Hörzu-Redaktion gerne mal nach Jork weiter. Als Mecki in den 1980er Jahren aus der Zeitschrift verbannt wurde, hagelte es Abo-Stornierungen. "Auch ich habe heftig protestiert", sagt Uschi Herchenbach. Es dauerte nicht lange, da feierte der Igel sein Comeback.

Das letzte Fanclub-Treffen fand 2011 in Buxtehude statt. In diesem Jahr ist die nächste Zusammenkunft von Mecki-Anhängern geplant - am 17. Mai in Jork. Uschi Herchenbach freut sich schon: "Wir planen im Anschluss eine einwöchige Ausstellung im Zigarrenmacherhaus." Das Alte Land kann sich auf einen Ansturm von Mecki-Fans einstellen. Der Fanclub allein hat 300 Mitglieder.

www.meckifan.de