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Flotte Tänze statt ruhige Kugel

Wo früher gekegelt wurde, sollen bald die Jazz- und Stepptänzerinnen des TuS trainieren. Vereinschef Rainer Gaffron entsorgt die letzte übriggebliebene Kugel
bc. Jork. Festhalle war gestern, Keglerheim ist morgen: Läuft alles glatt, könnte der TuS Jork im nächsten Sommer in sein neues Domizil "Altländer Keglerheim" in Westerjork einziehen. Der Landkreis Stade hat die Bauvoranfrage positiv beschieden, der TuS arbeitet derzeit am Bauantrag. Das Ziel des Vereins ist klar: "Wir wollen irgendwann im Sommer 2014 umziehen", sagt Vereinschef Rainer Gaffron. Das WOCHENBLATT hat sich im Keglerheim umgeschaut.

Das Gebäude versprüht den Charme der 1960er und 70er Jahre. Kronleuchter, dunkle Holztäfelungen, niedrige Decken, muffige Teppiche: Die TuS-Mitglieder haben noch einiges zu tun, damit sich eine in die Jahre gekommene Kegelbahn in eine moderne Sportstätte verwandelt. Ihren "Retro-Look" wird die neue TuS-Heimat aber wahrscheinlich behalten. "Wir werden nicht alles herausreißen", sagt Gaffron.

Im alten Saal (ca. 130 Quadratmeter) wird ein Sporthallenboden verlegt, die Raumtrenner und dicken Ziehharmonika-Türen verschwinden. Hier sollen später mal Judoka und Gesundheitssportler trainieren. Auf einem Teil der sechs Kegelbahnen entsteht ein weiterer Saal, zwölf mal 18 Meter groß, für die Jazz- und Stepptänzerinnen von Lucy Vollmer. Flotte Tänze statt ruhige Kugel. Die Deckenhöhe wird von 2,30 auf ca. 3,50 Meter angehoben. Zwischen den beiden "Sport-Sälen" liegen Umkleidekabinen, Duschen und Toiletten. Ein Kraftraum und mehrere Abstellräume sind eingeplant. Die Küche kommt raus, die Toiletten im jetzigen Eingangsbereich bleiben. Es gibt zudem Überlegungen, die Geschäftsstelle des TuS im Keglerheim unterzubringen. "Je nach Bedarf können wir hier künftig noch weitere Sportarten anbieten", sagt Gaffron.

Der TuS hat das Haus neben dem Rewe-Supermarkt langfristig gepachtet. Bereits 2010 schloss Eigentümer Wilhelm Stubbe junior das Keglerheim ab, da die Gäste wegblieben. Wie teuer der Umbau genau wird, hängt von den Detailplanungen ab. Der Verein hat ca. 260.000 Euro auf der hohen Kante, außerdem hofft Rainer Gaffron auf Fördermittel von der Gemeinde und dem Kreissportbund. Ganz besonders darf sich der TuS Jork über die finanzielle Hilfe des ehemaligen Betreibers freuen. Wilhelm Stubbe junior, ein großer Freund des TuS, will dem Verein mit 75.000 Euro beim Umbau helfen.

Wie berichtet, braucht der TuS die neuen Räumlichkeiten dringend. Die Bedingungen in der sanierungsbedürftigen Altländer Festhalle sind miserabel, außerdem ist die alte Halle für kulturelle Zwecke ständig für den TuS gesperrt. Seit Jahren kämpfte der Verein dafür, dass die Gemeinde ein Grundstück zur Verfügung stellt, auf dem er aus eigenen Mitteln eine neue Halle bauen kann. Teile der Politik verwiesen jedoch immer wieder auf die Planungen der neuen Sporthalle für die Grundschule am Westerminnerweg. Solange müsse der TuS warten. Mittlerweile liegt der Bau der Schulturnhalle aufgrund leerer Kassen auf Eis. Gaffron: "Zum Glück haben wir uns darauf nicht verlassen, sonst stünden wir immer noch im Regen."